230 Betroffene: Blei im Kita-Kuchen: Urteil in Chinas Lebensmittelskandal

Essen darf für Kinder und Pandas bunt sein - wenn man die richtigen Zutaten verwendet.
Michael Ukas/dpa- Gericht in Lanzhou verurteilte Verantwortliche nach Bleivergiftungen in Kita-Essen.
- Über 200 Kinder mussten ins Krankenhaus, 233 wiesen abnorme Bleiwerte im Blut auf.
- Ursache war ein bunter Kuchen: online gekaufte, als ungenießbar gekennzeichnete Farbe.
- Der Kuchen enthielt 1052 mg/kg Blei, ein Maiskolben 1340 mg/kg – erlaubt sind 0,5 mg/kg.
- Betreiberin erhielt lebenslange Haft und Geldstrafe, die Leiterin 15 Jahre und eine Geldstrafe.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Blei im Kindergartenessen – es war einer der größten Lebensmittelskandale, den China in den vergangenen Jahren erlebt hat. Jetzt hat ein Gericht in Lanzhou (Provinz Gansu) die Urteile gesprochen. Die fallen drastisch aus.
Der Skandal geschah im Sommer vergangenen Jahres. Mehr als 200 Kinder eines Kindergartens in der nordwestchinesischen Provinz Gansu mussten wegen Bleivergiftungen im Krankenhaus behandelt werden. Später stellten die Behörden in einem dreifarbigen Kuchen stark erhöhte Bleiwerte fest, schrieb die Stadtregierung in ihrem Untersuchungsbericht. Demnach hatte das Küchenpersonal mit Zustimmung des Betreibers online Farbe für die Essenszubereitung gekauft. Diese sei zwar günstig, aber auch als „deutlich ungenießbar gekennzeichnet“ gewesen.
Untersuchungen hatten ergeben, dass der bunte Kuchen einen Bleigehalt von 1052 Milligramm je Kilogramm aufgewiesen hatte. Ein ebenfalls eingefärbter Maiskolben soll sogar 1340 Milligramm je Kilogramm enthalten haben. Chinas Lebensmittelstandard erlaubt einen Gehalt von 0,5 Milligramm je Kilogramm. Der Skandal machte weit über die Landesgrenzen hinaus Schlagzeilen. Die Behörden testeten alle 251 Kinder der Einrichtung, bei 233 von ihnen wies das Blut abnormale Bleiwerte auf. Blei ist für den Körper schädlich, insbesondere für Kinder. Das Schwermetall stört die Bildung der roten Blutkörperchen.
Lebenslang ins Gefängnis
Am Freitag nun hat das Mittlere Volksgericht Lanzhou die Urteile in diesem Verfahren gesprochen. Die Besitzerin des Kindergartens wurde zu lebenslanger Haft verurteilt und zusätzlich zu einer Geldstrafe von umgerechnet rund 66 000 Euro. Die Leiterin der Einrichtung muss 15 Jahre ins Gefängnis und rund 40 000 Euro bezahlen.
China wurde in der Vergangenheit immer wieder von Lebensmittelskandalen erschüttert. Zu einem der tragischsten kam es im Jahr 2008 als die Industriechemikalie Melamin unerlaubt in Milchpulver gemischt worden war. Dadurch erkrankten Hunderttausende von Babys, mindestens sechs starben. Das hatte zu großen Protesten der Bevölkerung geführt.
