Proteste in der Innenstadt 20 Verletzte bei Demos in Chemnitz – 591 Polizisten im Einsatz

Nach einem Streit war in der Nacht zu Sonntag in der Innenstadt von Chemnitz ein 35-jähriger Mann erstochen worden. Die Tat war Anlass für spontane Demonstrationen, bei denen es auch zu Jagdszenen und Gewaltausbrüchen kam.
Nach einem Streit war in der Nacht zu Sonntag in der Innenstadt von Chemnitz ein 35-jähriger Mann erstochen worden. Die Tat war Anlass für spontane Demonstrationen, bei denen es auch zu Jagdszenen und Gewaltausbrüchen kam. © Foto: Jan Woitas/dpa
Chemnitz / dpa 28.08.2018

Bei den Protesten am Montagabend in der Innenstadt von Chemnitz sind 18 Demonstranten und zwei Polizisten verletzt worden. Das gab die Polizei am Dienstag in ihrer Einsatzbilanz bekannt. Darüber hinaus gab es 43 Anzeigen unter anderem wegen Körperverletzung (11), Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen (10), Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz (3) und Landfriedensbruchs (2).

Den Angaben zufolge waren 591 Einsatzkräfte aufgeboten. Laut Polizei hatten sich bei der vom rechtspopulistischen Bündnis Pro Chemnitz angemeldeten Demonstration am Karl-Marx-Monument rund 6000 Teilnehmer versammelt. An der von der Links-Partei für das Bündnis Chemnitz nazifrei organisierten Kundgebung hatten danach rund 1500 Menschen im gegenüber liegenden Stadthallenpark teilgenommen.

Mit Gesamtteilnehmerzahl nicht gerechnet

Angemeldet waren 1000 Personen für die rechte Demo und 500 für die Gegendemonstration. Bei der Einsatzplanung sei bereits von einer größeren Teilnehmerzahl ausgegangen worden. Ein Polizeisprecher hatte zuvor eingeräumt, es seien nicht genügend Beamte aufgeboten worden. „Wir müssen konstatieren, dass wir mit der Gesamtteilnehmerzahl nicht gerechnet haben“, sagte er. Man habe nur mit einem Kraftakt beide Lager voneinander trennen können.

Insbesondere die Teilnehmerzahl an der Kundgebung rechter Kräfte habe überrascht. Die Versammlung habe regen Zulauf von Teilnehmern aus Berlin, Brandenburg, Thüringen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen gehabt, darunter Mitglieder der gewaltbereiten Fußballszene.

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