Der 1. Mai ist Tag der Arbeit und ein gesetzlicher Feiertag in Deutschland. Erste Versuche, den 1. Mai in zum gesetzlichen Feiertag zu machen, gab es in Deutschland bereits 1919. Allerdings scheiterte das Anliegen unter anderem daran, dass die SPD, die USPD (eine Abspaltung von der SPD) und die kommunistische KPD sich nicht einig wurden. Nach der Machtergreifung machten die Nationalsozialisten 1933 den 1. Mai zum gesetzlichen Feiertag. Zunächst zum „Tag der nationalen Arbeit“, 1934 dann zum „Nationalen Feiertag des Deutschen Volkes“. Nach dem Ende des 2. Weltkriegs blieb der 1. Mai ein gesetzlicher Feiertag. Er wurde in den heute geläufigen „Tag der Arbeit“ umbenannt.

Geschichte: So wurde der 1. Mai zum Tag der Arbeit

Am 1. Mai 1886 begann in Chicago (US-Bundesstaat Illinois) ein von den Gewerkschaften organisierter mehrtägiger Streik für bessere Arbeitsbedingungen für die Arbeiter in den USA. Das Hauptziel war der Achtstundentag. Bis dahin war eine tägliche Arbeitszeit von zwölf Stunden die Regel.

Der Streik auf dem Haymarket (Heumarkt) in Chicago, nachdem die Vorfälle in den USA auch benannt wurden, mobilisierte 90 000 Menschen. In den gesamten USA legten zwischen 300 000 und 500 000 Menschen die Arbeit nieder. Der Widerstand der Arbeitgeber und der Staatsgewalt war enorm. Bei Gefechten wurden in etwa 200 Arbeiter verletzt, rund 20 starben. Dazu kommen nach damaligen Angaben noch sieben Polizisten.

Auf dem Gründungskongress der Zweiten Internationale 1889 wurde der 1. Mai in Gedenken an die Opfer der Haymarket-Gefechten zum „Kampftag der Arbeiterbewegung“ ausgerufen. Die erste Verbindung des 1. Mai zu Protesten der Arbeiterbewegung geht sogar bis 1856 zurück. Damals forderten Gewerkschaften in Australien mit einer Massendemonstration ebenfalls den Achtstundentag.

Ein eher friedlicher 1. Mai: Das ist am Tag der Arbeit schon alles in Ulm und Umgebung passiert

Am 1. Mai 2009 marschierten rund 1000 Anhänger der NPD durch Ulm. Bis zu 20 000 Menschen protestierten dagegen. Die Polizei hatte sogenannte Polizeikessel errichtet und darin Demonstranten teilweise stundenlang festgehalten. Später wurde das von Gerichten als rechtswidrig bezeichnet. Gegen den damaligen Ulmer Polizeichef Karl-Heinz Keller wurde Klage erhoben, weil er den Kessel angeordnet hat. Allerdings wurden die Ermittlungen gegen Keller später von der Staatsanwaltschaft Tübingen eingestellt. Generell geht es in Ulm am 1. Mai aber zumeist friedlich zu – vor allem im Vergleich zu Städten wie Berlin oder Hamburg, die eine lange Tradition von Krawallen und Randale am Tag der Arbeit haben.

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