Corona Kreis Hall
: Unternehmen kürzen Ferienjobs

Aufgrund der Corona-Auflagen bieten große Unternehmen in der Region weniger Ferienjobs an als in vergangenen Jahren. Würth bildet eine Ausnahme.
Von
Von Eileen Scheiner
Kreis Hall
Jetzt in der App anhören

Ferienarbeiter Alekx Forisch arbeitet derzeit in der Kunststoffproduktion bei Ziehl-Abegg in Kupferzell. Der 21-Jährige ist einer von insgesamt 60 Ferienjobbern beim Ventilatorenspezialisten. ⇥

Rainer Grill/Ziehl-Abegg

Statt am Badesee, im Freibad oder im Garten zu liegen und die Schulferien zu genießen, nutzen viele Schüler die freie Zeit in den Sommerferien, um etwas Geld zu verdienen. Doch während ein Ferienjob in den vergangenen Jahren vergleichsweise leicht zu ergattern war, gestaltet sich dieses Vorhaben während der Corona-Pandemie schwieriger.

Das zeigt eine Umfrage unter Firmen aus verschiedenen Branchen in der Region. Das Bauunternehmen Leonhard Weiss etwa verzichtet in diesem Jahr komplett auf Ferienjobber. Das sei eine Schutzmaßnahme für die komplette LW-Familie, teilt eine Sprecherin auf Nachfrage mit. Im vergangenen Jahr beschäftigte das Satteldorfer Bauunternehmen noch rund 70 Ferienarbeiter.

Würth beschäftigt so viele Ferienjobber wie früher auch

Beim Ventilatorenhersteller EBM-Papst in Mulfingen haben sich die Verantwortlichen dafür entschieden, Stellen für Ferienjobber auszuschreiben, „damit wir unsere Kapazitäten in der Urlaubszeit ausgleichen können“, wie es Pressesprecher Hauke Hannig erklärt. In den vergangenen Jahren hatte EBM-Papst rund 500 Stellen im Angebot, heuer sind es nur noch etwa 200. „Da sich die Lage in den letzten Wochen verbessert hat, bieten wir kurzfristig noch rund 100 freie Ferienjob-Plätze„, sagt Hannig. Jeder Schüler und Student ab 18 Jahren könne sich bewerben, da keine Ausbildung nötig sei, betont der Pressesprecher.

Auch Ziehl-Abegg in Künzelsau bietet weniger Stellen als im Vorjahr an. In diesem Sommer beschäftigt das Unternehmen 60 Ferienjobber, zuletzt waren es 99. „Die Schüler und Studenten sind überwiegend in der Produktion von energiesparenden Elektromotoren und von Ventilatoren eingesetzt“, erklärt Ziehl-Abegg-Pressesprecher Rainer Grill, „und müssen sich genauso an die Abstands- und Hygieneregeln halten wie jeder andere Mitarbeiter auch.“

Die Adolf Würth GmbH hingegen schafft es, sich dem Trend zu widersetzen. „Wir können trotz der Corona-Pandemie die übliche Anzahl an Ferienjobs anbieten“, erklärt Unternehmenssprecherin Sonja Rauh. So arbeiten verteilt auf die Sommerferien rund 300 Ferienjobber in dem Handelsunternehmen. Rund 90 Prozent davon seien in der Logistik am Standort Künzelsau-Gaisbach in den Bereichen Wareneingang, Kommissionierung, Versand oder in der Retourenabteilung tätig. Auch hier werde konsequent auf Hygiene- und Abstandsregeln geachtet, sagt Rauh.

9,35

Euro Mindestlohn verdient ein volljähriger Ferienarbeiter. Für Minderjährige zwischen 15 und 17 Jahren gilt diese Regelung nicht, da sie dem Jugendschutzgesetz unterliegen.

Ferienjobs sind in der Regel auf nicht mehr als drei Monate oder 70 Arbeitstage befristet. Die Bundesregierung hat diesen Zeitraum wegen der Corona-Pandemie erweitert. Zwischen März und Oktober dieses Jahres können Ferienarbeiter ihre Tätigkeit deshalb bis zu fünf Monate oder 115 Tage lang ausüben.