Saltos, Motorradstunts, eine Limbo-Show und viele andere akrobatische Darstellungen können bald am Festplatz in der Friedrichsau bestaunt werden: Der Ulmer Weihnachtzirkus schlägt vom 22. Dezember bis 8. Januar zum 13. Mal seine Zelte auf, coronabedingt nach einer zweijährigen Pause. „Wir bieten ein Familienevent, bei dem alle auf ihre Kosten kommen“, sagt Matthias Bergstaedt, Organisator des Zirkusses mit Sitz in Westerheim.

Akrobatische Sprünge

Als einen der Höhepunkte nennt er den Auftritt der Gerlings, einer Gruppe von sieben Motorrad-Artisten aus Kolumbien, die in einer Stahlkugel rasante Fahrten unternehmen, sowie die „Afrobatik“: akrobatische Sprünge von aus Ghana stammenden Artisten, die 2021 an der RTL-Show „Das Supertalent“ teilgenommen haben.

Artistinnen aus der Ukraine

Mit Handstandakrobatik verblüffen zwei Artistinnen aus der Ukraine, die erst 12- und 14-jährigen Schwestern Anna und Daniela Levina von der „Akademie der Jugend“ aus Kiew. Sie sind seit März in Ulm zu Hause und haben kürzlich beide bei einem bedeutenden europäischen Jugend-Zirkusfestival in Wiesbaden Preise abgeräumt.  

Ärger um beschmierte Plakate

Neben weiteren artistischen Beiträgen werden auch Tiernummern mit Pferden, Ponys und Kamelen präsentiert. Wie berichtet haben gerade diese dem Weihnachtszirkus in den vergangenen Wochen bereits Ärger eingebracht: Unbekannte hatte Werbeplakate des Zirkus beschmiert, mit Aussagen wie „Tiere raus.“

Belohnung ausgesetzt

Bergstaedt hat für Zeugenhinweise eine Belohnung von 1000 Euro ausgesetzt, noch sei aber kein Täter gefasst. Kritik von Tierschützern weist er zurück. „Unsere Tiere sind gut untergebracht.“ Wenn keine Zirkusvorstellungen anstünden, lebten sie auf dem Gelände des eigenen Freizeitparks in Westerheim auf 20 000 Quadratmetern.

„Aufgeben war kein Thema“

Die coronabedingte Pause sei eine schwierige Zeit gewesen, sagt Mendes. „Jede Lockerung war für uns eine Erleichterung.“ Finanziell seien sie über die Runden gekommen, weil sie neue Ideen entwickelt hätten, etwa Imbissstände vor Möbelhäusern der Region. „Aufgeben war nie Thema.“ Auch ehrenamtlich habe sich die Zirkusfamilie engagiert, etwas mit artistischen Vorführungen vor Altersheimen.
Nun sind es noch wenige Wochen, bis Conferencier Matthias Bergstaedt das Publikum in der Manege willkommen heißt. Bis dahin steht bei den Artisten noch viel Training an.
Besucher können derweil Karten im Vorverkauf erwerben: Aktuell noch vor der Donauhalle, im Dezember direkt auf dem Festplatz.

Höhere Kosten, höhere Preise

Die Eintrittspreise für den Weihnachtszirkus liegen in diesem Jahr zwischen 20 Euro fürs Parkett bis zu 37 Euro für einen Logenplatz. Für Kinder bis 14 Jahren gibt es jeweils drei Euro Rabatt. Im Vergleich zu 2019 habe man die Preise um je zwei Euro angehoben, sagt Bergstaedt. Dies sei wegen der höheren Kosten unvermeidbar gewesen. Es ist nicht nur die Energie, selbst der Teppichboden, den wir in die Manege legen, kostet das Doppelte.“ Es sei die erste Erhöhung seit sechs Jahren und sie falle vergleichsweise moderat aus, meint der Zirkus-Organisator. „Es soll sich ja noch jeder leisten können.“
Auf einen Online-Ticketverkauf wird daher dieses Jahr verzichtet, „die Gebühren sind einfach zu hoch.“