Wohnen in Ulm
: Mehr als 500 Euro für ein WG-Zimmer: Wie sich die Mietpreise für Studierende entwickelt haben

Die Suche nach einem WG-Zimmer ist für viele junge Erwachsene schwierig. Die Mieten in Ulm und der Region steigen weiter.
Von
Amelie Schröer
Ulm
Jetzt in der App anhören

In Ulm und der Region ein günstiges WG-Zimmer zu finden wird immer schwieriger (Symbolbild).

Steffen Wolff

Mit dem Schulabschluss in der Tasche zieht es viele junge Erwachsene raus aus dem Elternhaus – in die nächste Stadt zum Studieren oder Arbeiten. Egal ob eigene Wohnung oder Wohngemeinschaft gesucht wird – es geht vor allem darum, eine bezahlbare Bleibe zu finden. Das gestaltet sich in vielen Städten in Deutschland immer schwieriger, denn die Mietkosten steigen auch für Studierende und Auszubildende immer weiter an.

Mietpreise in Ulm: WG-Zimmer werden insgesamt teurer

Laut einer aktuellen Statistik der empirica-Preisdatenbank sind auch in Ulm die Monatsmieten für ein unmöbliertes WG-Zimmer in den vergangenen Jahren gestiegen. Der Statistik für das Wintersemester 2023/24 zufolge, zahlen die jungen Erwachsenen im Durchschnitt zwischen 400 und 515 Euro im Monat für ein Zimmer zwischen 10 und 30 Quadratmetern. Damit liegen sie zwar immer noch fast 50 Euro unter dem Mietpreis vom Sommersemester und etwa 300 Euro unter dem in München, allerdings zeigt die empirica-Statistik auch: Die Mieten in Ulm sind seit 2018 insgesamt gestiegen.

Kostete ein WG-Zimmer vor fünf Jahren noch zwischen 350 und 430 Euro, sind es nun schon zwischen 400 und 515 Euro und damit 50 bis 85 Euro mehr als 2018. Umgerechnet auf ein ganzes Jahr sind das 600 bis 1000 Euro mehr.

WG-Mieten: So hoch sind sie in Baden-Württemberg

Mit den aktuellen Preisen liegt Ulm dennoch im Landesschnitt. In der Statistik der empirica-Preisdatenbank liegen die Mietkosten für WGs in den elf Uni-Städten in Baden-Württemberg im Wintersemester 2023 zwischen 330 und 475 Euro im untersten Preissegment. Besonders teuer sind laut der Statistik die Landeshauptstadt Stuttgart, der Nachbar Tübingen und Konstanz am Bodensee. Während die günstigeren WG-Zimmer in Stuttgart bis zu 450 Euro kosten, gibt es sie in Tübingen und Konstanz für 400 Euro. In der teuren Preisklasse müssen Studierende und Auszubildende 590 Euro (in Tübingen) und 595 Euro in Stuttgart zahlen, wobei es nach oben hin kaum ein Limit gibt.

Am unteren Ende der Liste steht Pforzheim. Dort kosten die WG-Zimmer im untersten Segment maximal 330 Euro, im obersten ab 405 Euro und damit knapp 200 Euro weniger als in Stuttgart.

BAföG: Erhöhung deckt Mietkosten nicht komplett

Glück hat da, wer von den Eltern ausreichend bezuschusst wird. Denn auch wer BAföG bezieht, erhält nicht ausreichend Geld, um seine Miete jeden Monat komplett zu decken. Zwar ist der BAföG-Satz zum Wintersemester 2022/23 auf 452 Euro gestiegen, allerdings beträgt der Wohnzuschlag für die, die nicht mehr bei den Eltern wohnen, 360 Euro.

WG-Mieten in Deutschland: So teuer ist’s in den Unistädten

Laut der Studie der sind die WG-Mieten in den Unistädten in Deutschland seit dem Wintersemester 2018 um 19 Prozent gestiegen. Im Durchschnitt kosten sie aktuell 446 Euro im Monat, in München liegt der Mietpreis mit 700 Euro deutlich darüber. Besonders günstig sind die Zimmer mit 395 Euro in Leipzig, hier sind die Preise allerdings mit 43 Prozent im Vergleich zu vor fünf Jahren am stärksten gestiegen.

Basis der Mietübersicht von empirica sind mehrere Tausend Mietinserate für WG-Zimmer.

Zu Beginn des Wintersemesters 2023 ist der Standardpreis für ein unmöbliertes WG-Zimmer mit 700 Euro in München am höchsten, gefolgt von Hamburg, Köln und Berlin (jeweils 550 Euro) sowie Frankfurt und Offenbach a.M. (je 540 Euro). Die günstigsten Angebote gibt es derzeit in Wolfsburg (221 Euro), sowie Halle (Saale) (300 Euro) und Paderborn (315 Euro).