Wohin im Notfall?
: Apotheke, Arztpraxis oder Notaufnahme?

Zahnschmerzen, Hexenschuss, Platzwunde, Bänderriss: das passiert schon mal. Eine Lösung für das Problem muss dann meist schnell her! Nur welche ambulante Anlaufstelle ist in solchen Momenten die richtige?
Von
Valerie Zöllner
Ulm
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Muss ich im Bett liegen, wenn ich krankgeschrieben bin?: ILLUSTRATION - Bei einer Grippe soll man sich zwar schonen, der Gang zur Apotheke oder in den Supermarkt ist Beschäftigten aber trotzdem erlaubt. (zu dpa: «Muss ich im Bett liegen, wenn ich krankgeschrieben bin?») Foto: Christin Klose/dpa-mag - Honorarfrei nur für Bezieher des Dienstes dpa-Magazin +++ dpa-Magazin +++

Ob Notfall-Apotheke, kassenärztlicher Bereitschaftsdienst oder Notaufnahme: In kleinen und großen Notfällen ist es wichtig, sich an die richtige Anlaufstelle zu wenden.

Christin Klose/dpa-mag
  • Notfallversorgung: Apotheke, Bereitschaftsdienst oder Notaufnahme – die richtige Wahl ist entscheidend.
  • Notfall-Apotheke (0800 00 22833): Hilfe bei leichten Beschwerden, kein Rezept – 2,50 € Gebühr.
  • Ärztlicher Bereitschaftsdienst (116 117): Für akute, aber nicht lebensbedrohliche Beschwerden erreichbar.
  • Notaufnahme (112): Bei lebensbedrohlichen Situationen wie Bewusstlosigkeit oder schweren Verletzungen.
  • Patienten-Navi hilft bei Unsicherheiten, die passende Anlaufstelle zu finden.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Feiertage und gnadenlose Zahnschmerzen, nächtlicher Brechdurchfall, betrunken auf die heiße Herdplatte gefasst oder beim Zwiebeln Schnippeln sehr tief in den Finger geschnitten: Schon ist jedem schon mal passiert. Eine schnelle Lösung für das gesundheitliche Problem muss her! Doch, welche ambulante Anlaufstelle ist in solchen Momenten die richtige?

Um in Notfallmomenten die richtige Hilfe zu bekommen, braucht es die richtige Anlaufstelle. Wir erklären, in welchen Momenten es sinnvoll ist, sich an die Notfall-Apotheke, den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst oder aber auch die Notaufnahme zu wenden.

Schritt 1: Die Notfall-Apotheke / 0800 00 22833

Nächtlicher starker Husten, Kopfschmerzen, leichtes Fieber oder ähnliches. Damit sind Sie in der Notfall-Apotheke genau richtig. An sich ist jede öffentliche Apotheke gesetzlich dazu verpflichtet, außerhalb der normalen Öffnungszeiten noch einen Notdienst anzubieten. Das gilt auch an Feiertagen und Wochenenden.

Wichtig ist hier allerdings, dass die Apotheke keine verschreibungspflichtigen Medikamente ohne Rezept herausgeben darf. Selbst wenn die Medikamente bereits seit längerer Zeit eingenommen werden. Zusätzlich erhebt die Apotheke beim Verkauf während des Notdienstes eine einmalige Gebühr von 2,50 Euro auf rezeptfreie Waren.

Sie sind sich unsicher, wo die nächste Apotheke mit Notfall-Dienst ist? Im Internet oder telefonisch, unter 0800 00 22833, finden Sie die diensthabende Apotheke in Ihrem Umkreis. Ob die Apotheke überhaupt helfen kann oder ob Sie tatsächlich ärztlichen Rat brauchen - auch dabei kann Ihnen die Apotheken-Notdienst-Hotline helfen. Und Sie gegebenenfalls an die nächste Notfallpraxis oder die Notaufnahme verweisen.

Schritt 2: Der kassenärztliche Bereitschaftsdienst / 116 117 

Erkältungen mit hohem Fieber, anhaltender Brechdurchfall bei mangelnder Flüssigkeitsaufnahme, starke Hals- und Ohrenschmerzen, sehr starke akute Rücken- oder Bauchschmerzen: All das sind Erkrankungen, die vom ärztlichen Bereitschaftsdienst versorgt werden können. Wer also medizinische Hilfe nach Feierabend des Hausarztes, in der Nacht, am Wochenende und an Feiertagen braucht, ist beim kassenärztlichen Bereitschaftsdienst richtig.

Ein Anruf bei der 116 117 lohnt sich auch, um abzuklären, ob ein Besuch in der Notaufnahme nötig ist. Sollte das nicht der Fall sein, gibt es drei Optionen:

  • Sie begeben sich auf den Weg zur nächsten Notfallpraxis. Wo diese ist, erfahren Sie im Internet oder unter 116 117.
  • Falls Sie nicht mobil sind, schickt der Notdienst eine Ärztin oder einen Arzt zu Ihnen nach Hause.
  • Sollten sich Ihre Beschwerden nicht als Notfall herausstellen, können Sie einen Termin in Ihrer Hausarztpraxis vereinbaren.

Das Ziel der ärztlichen Bereitschaftspraxen ist es, die Krankenhäuser zu entlasten. Natürlich werden Menschen im Notfall in die Notaufnahme weitergeleitet.

Schritt 3: Die Notaufnahme / 112

Bewusstlosigkeit, schwere Atemnot, starke Brustschmerzen, nicht stillbare Blutungen, Unfälle, starke Verbrennungen, Stromunfälle, Suizidversuche, akute und anhaltende Krampfanfälle, plötzliche Geburt oder Schwangerschaftskomplikationen: All das sind Fälle für die Notaufnahme, denn sie sind lebensbedrohlich.

Es gibt zwei Möglichkeiten, um in die Notaufnahme zu kommen:

  • Wer zu Hause, bei der Arbeit oder auf der Straße einen Notfall hat und nicht selbstständig ins Krankenhaus kommen kann, erreicht unter der 112 den Rettungsdienst. Ein Rettungswagen bringt Betroffene dann in die nächstgelegene Notaufnahme.
  • Wer selbstständig in die Notaufnahme kommt, muss nach der Anmeldung warten, bis der eigene Name aufgerufen wird. Die Notaufnahme arbeitet nach Triage – also nach Dringlichkeitsstufen. Nach diesem System richtet sich die Reihenfolge der Patientinnen und Patienten.

Das Problem ist, dass kranke Menschen mit ihren Beschwerden oft ins Krankenhaus kommen, obwohl die Notfall-Apotheke oder der kassenärztliche Bereitschaftsdienst hätte weiterhelfen können. Das führt häufig dazu, dass kranke Menschen sehr lange warten müssen, weil die Notaufnahmen stark überlastet sind.

Noch immer unsicher?

Auf der Website der Kassenärztlichen Bundesvereinigung gibt es ein Patienten-Navi. Dort können Sie mithilfe eines Fragebogens Ihre Beschwerden selbst einschätzen. Anschließend erhalten Sie eine Empfehlung, an wen Sie sich wenden können.