Wirbelsturm von zehn Kilometern: DWD bestätigt – Es war doch ein Tornado über Ulm!

Aufräumarbeiten in Donaustetten nach einem Sturm: Die Dächer wurden tatsächlich von einem Tornado abgedeckt, wie sich nun herausstellte.
Volkmar Könneke- Der DWD bestätigte einen starken Tornado über Ulm-Donaustetten, der eine Schneise von 10 km zog.
- Windgeschwindigkeiten bis zu 220 km/h erreichte der Tornado, der als IF 2 eingestuft wurde.
- In Donaustetten wurden Dächer von Reihenhäusern abgedeckt und Autos beschädigt, aber es gab keine Verletzten.
- Tornados und Windhosen sind meteorologisch identisch, beide sind stark rotierende Luftsäulen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Abgedeckte Dächer, beschädigte Autos: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat nun bestätigt, dass ein starker Tornado in der vergangenen Woche über Ulm-Donaustetten gezogen ist. Der Tornado habe eine „ausgesprochen lange Zugbahn von über zehn Kilometern“ gehabt, berichtete der Tornado-Experte Marcus Beyer vom DWD auf Anfrage.
Der Tornado habe auf der internationalen Intensitätsskala die Stufe IF 2 mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 220 Kilometern pro Stunde erreicht. Von dieser Stärke an werde von signifikanten oder auch starken Tornados gesprochen. „Es ist der erste signifikante Tornado dieser Saison“, berichtete Beyer. Am Ulmer Abendhimmel war an dem Abend zunächst eine dunkle Gewitterfront zu sehen gewesen, dann türmten sich plötzlich geballte Wolken im Süden der Stadt zusammen – vor allem in Donaustetten und Gögglingen fegte in diesen Minuten der Wirbelsturm durch die Straßen und richtete teils schwere Schäden an Häusern und Autos an.
Tornado und Windhose meinen dasselbe Phänomen
Tornados gehören zu den besonders gefährlichen und schadensträchtigen Wetterereignissen. In Deutschland wird auch der Begriff Windhose verwendet – meteorologisch gesehen gibt es keinen Unterschied zwischen einem Tornado und einer Windhose. Es handelt sich um eine stark rotierende Luftsäule.
Ob es sich bei dem Sturm in Ulm wirklich um einen Tornado handelte, war zunächst von DWD-Experten angezweifelt worden. Der DWD in Offenbach hatte bereits in der vergangenen Woche einen zumindest kurzlebigen Tornado nicht ausgeschlossen. Die Feuerwehr in Ulm hatte aber von Anfang an aufgrund von Augenzeugenberichten und der Schwere der Schäden einen Tornado angenommen – und behielt nun am Ende recht.
Im Ulmer Stadtteil Donaustetten wurden in der Nacht zum vergangenen Donnerstag die Dächer mehrerer Reihenhäuser abgedeckt. Eines davon ist seitdem nicht mehr bewohnbar – vermutlich für mehrere Monate, nach einer Lösung für die Betroffenen wird derzeit gesucht. Autos wurden durch herabfallende Dachziegel schwer beschädigt. Auch in der Landwirtschaft rund um die Ortsteile Donaustetten, Gögglingen und Unterweiler hat der Tornado auf einer Fläche von rund 200 Hektar schwere Schäden angerichtet, wie Landwirte unserer Zeitung berichteten. Verletzte gab es laut Feuerwehr nicht. Geparkte Fahrzeuge, Gebäude und Gartenanlagen wurden der Polizei zufolge beschädigt.
In NRW gab es 2022 im Mai 43 Verletzte nach einem Tornado
Tornados sind in Deutschland gar nicht so selten: Die Zahl schwankt laut DWD-Angaben stark, aber zwischen 40 und 50 pro Jahr sind durchaus üblich. Allein am 12. Juli 2024 etwa zogen beispielsweise mindestens vier Tornados über Deutschland und trafen in der Nähe von Münster drei Orte in Nordrhein-Westfalen und einen in Niedersachsen. Im Ort Telgte entstanden dabei schwere Schäden. Im März 2023 hatte es zudem zwei Tornados in Mittelhessen gegeben, die bei Gießen Dächer abdeckten. 43 Verletzte hatte es zudem bei einer Tornado-Serie im Mai 2022 in Paderborn/NRW gegeben, 13 Menschen wurden dabei schwer verletzt. Sie wurden unter anderem von Dachziegeln getroffen und durch umstürzende Bäume verletzt.
Experten gehen dabei davon aus, dass Tornados durch den Klimawandel und mehr Energie in der Atmosphäre häufiger werden könnten.
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