Wir bauen ein Haus
: Grundstück gekauft! Dieses Paar geht den ersten Schritt zum Eigenheim

Elena und Christian Frank wollen sich den Traum vom eigenen Haus erfüllen. Wir begleiten das Paar auf ihrem Weg. Wie sie es geschafft haben, das passende Grundstück zu finden.
Von
Janina Hirsch
Ulm/Laupheim
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Hausbau-Serie: "Wir bauen ein Haus" mit Elena und Christian Frank - dieses Mal: Wie kamen sie an ihr Grundstück? Mietingen

Christian und Elena Frank stehen auf ihrem Grundstück in der Gemeinde Mietingen. Wir begleiten das Paar auf dem Weg zum eigenen Haus.

Volkmar Könneke
  • Elena und Christian Frank haben ein Grundstück in Mietingen für 140.000 Euro gekauft.
  • Das Paar suchte ursprünglich nach Mietwohnungen, entdeckte aber zufällig ein passendes Grundstück.
  • Die schnelle Reaktion auf das Angebot und eine Finanzierungsbestätigung halfen ihnen beim Kauf.
  • Das Grundstück umfasst 3200 m², davon 450 m² Baufläche, der Rest ist Wiese.
  • Der Hausbau beginnt jetzt, die Serie „Wir bauen ein Haus“ begleitet sie dabei.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Den Traum, ein eigenes Haus zu haben – den hatte Elena Frank irgendwann abgehakt. „Wegen der Marktsituation und den hohen Preisen“, sagt die 27-Jährige. „Deswegen dachte ich, es ist sinnvoller, in einer Wohnung zu einer günstigen Miete zu bleiben.“ Ihr Mann sah das auch so und suchte online nach Wohnungsangeboten – stellte den Suchfilter für Grundstücke aber trotzdem mal ein. „Ich weiß gar nicht mehr, warum. Das war zufällig“, sagt Christian Frank. Die App „Immobilien Scout 24“ zeigte nicht viele Angebote an, die die Kriterien der beiden erfüllte, beziehungsweise, bei denen sich das Paar Chancen ausrechnete. Häufig tauchten Neubaugebiete auf – wo auf eine Anzeige zahlreiche Bewerber kommen, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen müssen. Oft gilt: Wer die meisten Punkte im Vergabesystem erreicht, bekommt den Bauplatz. Viele Punkte bekommen beispielsweise Menschen, die bereits in der Gemeinde wohnen oder gewohnt haben, auch ob ein Paar bereits Kinder hat oder sich ehrenamtlich engagiert, spielt eine Rolle.

„Es blieb nur der Privatkauf“, sagt Elena Frank, die in Unterkirchberg aufgewachsen ist. Sie arbeitet in Ulm, ihr Mann in Neu-Ulm. Beide wohnen aktuell in Laupheim. Eine gute Anbindung an die B30 ist ihnen deshalb wichtig.

Der Zufall entscheidet

An einem Tag im Dezember 2023 rutschte das Angebot eines Grundstücks in den Suchfilter, das nur wenige Kilometer von Laupheim entfernt in der Gemeinde Mietingen liegt. „Bei diesem Grundstück hat alles gepasst: der Preis für die Fläche, die Lage am Ortsrand, die Größe der Gemeinde, die Anbindung nach Ulm“, sagt Christian Frank. Es besteht aus einer Fläche von mehr als 3200 Quadratmetern, darunter 450 Quadratmeter Baufläche, der Rest ist Wiese. Sein erster Gedanke: „Wo ist der Haken?“

Wie weitermachen, wenn ein solches Angebot auftaucht? „Ich habe direkt den Immobilienmakler angerufen“, sagt Elena Frank. „Oft überlegt man noch und ist am Ende zu langsam.“ Noch am selben Abend traf sich das Paar mit dem Makler, der für eine Erbgemeinschaft den Verkauf übernimmt. Was die beiden am meisten interessierte: Wie viele Interessenten gibt es noch? Und wie können sie das Grundstück bekommen? „Der Makler hat uns gesagt, dass viele das Grundstück attraktiv finden“, sagt die 27-Jährige. „Wir sollten so schnell wie möglich eine Finanzierungsbestätigung von der Bank vorlegen.“

Was beinhaltet eine Finanzierungsbestätigung?

Eine Finanzierungsbestätigung ist eine formlose Bestätigung einer Bank, dass ein Käufer grundsätzlich dazu in der Lage ist, den Kaufpreis einer Immobilie zu bezahlen. Je nach Finanzierungsbestätigung kann dabei auch schon betrachtet werden, wie hoch ungefähr die Baufinanzierung sein kann, die sich jemand leisten kann.

Bauvoranfrage lag vor

Das Grundstück hat außerdem Besonderheiten: „Es wird nach Paragraf 35 Baugesetzbuch behandelt“, erklärt Christian Frank. Das heißt, jeder Quadratmeter versiegelte Fläche muss kompensiert werden. „Beispielsweise mit Bäumen, die wir auf der Wiese pflanzen.“ Es musste auch noch geklärt werden, ob auf dem Grundstück überhaupt ein Einfamilienhaus gebaut werden darf. Denn neben dem Grundstück liegt ein weiteres Grundstück, das auch noch einmal etwa 450 Quadratmeter groß ist. Zuerst wurden die beiden Flächen als Gesamtes betrachtet und es war angedacht, dort ein Reihenhaus zu bauen, dann wurde die Fläche geteilt. Der Vertrag beinhaltete also eine sogenannte „aufschiebende Klausel“, sodass im Falle eines Kaufes das Grundstück erst an das Paar übergeht, wenn seitens der Gemeinde bestätigt wurde, dass auch ein Einfamilienhaus gebaut werden darf. „Das ist eine Absicherung für uns“, sagt Elena Frank.

Das zweite Grundstücksangebot schickte sie ihrer älteren Schwester, die ebenfalls auf der Suche nach einem Bauplatz war und sofort am zweiten Bauplatz interessiert war. Der Makler gab das an die Erbgemeinschaft weiter: Zwei Schwestern und deren Partner würden die Grundstücke gern kaufen. „Aber im Prinzip ist die Erbgemeinschaft so vorgegangen: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Egal, wie hoch die anderen Angebote sind.“

Also begann die Verhandlungsphase, bei der letztlich ein Preis von 140.000 Euro inklusive Makler- und Nebenkosten für das Grundstück vereinbart wurde. Daraufhin hat das Paar eine Kaufabsichtserklärung unterschrieben. Eine solche Unterschrift ist die Voraussetzung, dass der Makler den Notartermin vereinbaren kann.

Wie bindend ist eine Kaufabsichtserklärung?

Eine Kaufabsichtserklärung ist keine Garantie, dass der Kauf einer Immobilie tatsächlich zustande kommt. Eine solche Erklärung ist im Gegensatz zu einem Vorvertrag rechtlich nicht bindend. Dennoch ist es eine Art Reservierungsvereinbarung, die festhält, dass Kaufinteressenten, Makler und Verkäufer beabsichtigen, einen Kaufvertrag abzuschließen. Sollte eine Partei dann doch den Kauf absagen, können gegebenenfalls Gebühren anfallen. Diese sind jedoch nicht so hoch, wie wenn von einem notariell bestätigten Kaufvertrag zurückgetreten wird.

„Wir haben uns viele Gedanken gemacht“

Einfach sei das alles nicht gewesen, sagen die Franks. „Wir haben uns viele Gedanken gemacht, ob es wirklich das richtige ist und ob es nicht doch zu viel Geld ist.“ Herausfordernd sei auch das „Anwaltsdeutsch“ in Verträgen gewesen: „Wir haben ziemlich viel ChatGPT genutzt, um jedes Detail zu verstehen“, gibt Christian Frank zu und lacht. Eine Bekannte, die von Beruf Rechtspflegerin ist, habe sich den Grundstücksvertrag auch noch angesehen.

Schließlich hat sich das Paar entschieden – und im Februar dieses Jahres hat der Notartermin stattgefunden. Als dann im August die Bestätigung kam, dass auch zwei Einfamilienhäuser auf den Grundstücken entstehen können, war der Kauf abgeschlossen. „Wir waren total erleichtert“, sagen die beiden. Stillstand bedeutet der Vertragsschluss aber nicht – jetzt geht der Hausbau richtig los.

Eine Geschichte, mehrere Berichte

Sich den Traum vom eigenen Haus zu erfüllen, ist eine Herausforderung – aber nach wie vor ein Wunsch von vielen Menschen. In der Serie „Wir bauen ein Haus“ begleiten wir das Paar Elena und Christian Frank beim Bau ihres Einfamilienhauses, und zwar vom Grundstückskauf bis zum Einzug. Zum Auftakt beantworten die 27-Jährige und der 34-Jährige die erste Frage: Wie kamen sie an ihr Grundstück? In der nächsten Folge geht es um die Suche nach einer Hausbaufirma und die Finanzierung.