Wildtiere in Merklingen
: Rettung für Feldhasenbabys

Junge Feldhasen, die irgendwo allein sitzen, sollte man nicht einfach mitnehmen, sagt Sabrina Schrauf. Sie kümmert sich ehrenamtlich um aufgefundene Wildtiere.
Von
Aaron Rabus
Merklingen
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„Hanni“ ist derzeit das einzige Feldhasenbaby, das Sabrina Schrauf in ihrer Aufzuchtsstation in Merklingen hat.

Sabrina Schrauf

Noch ist „Hanni“ die einzige Feldhasin, die zurzeit auf der Station von Sabrina Schrauf lebt. Die 34-jährige Leiterin der „Ehrenamtlichen Wildtierhilfe Merklingen“ erzählt jedoch am Telefon, sie rechne täglich mit Neuzugängen. Pro Jahr kümmert sie sich um ungefähr zehn Feldhasen. Neben Hasen nimmt Schrauf auch andere hilfsbedürftige Tiere wie Marder, Siebenschläfer und Igel auf. Jährlich sind es etwa 200 Tiere insgesamt, die auf ihrer Station Hilfe erhalten.

Feldhasen gebären je nach Witterungsbedingungen im Zeitraum von Januar bis Juni, seltener auch mal im Juli oder August. Daher kann es derzeit vorkommen, dass Spaziergänger bei ihrem sonntäglichen Gang durch den Wald junge Feldhasen finden, die mutterseelenallein im Gebüsch sitzen, während die Mutter weit und breit nicht zu sehen ist. Besteht in diesem Fall ein Grund zur Sorge? Nein, entwarnt Schrauf. Auf ihrem Facebook-Account klärt sie auf: „Feldhasen kommen völlig fertig entwickelt zur Welt und es ist normal, dass sie alleine im Gebüsch sitzen. Die Mutter kommt morgens und abends zum Säugen vorbei, ansonsten sitzen die Kleinen alleine“.

Nicht einfach mitnehmen

Laut Schrauf sei es auch normal, wenn die Jungtiere bei Annäherung sitzenbleiben und sich abducken. Hilfe benötigen die Feldhasenbabys jedoch, wenn sie dem Menschen hinterherlaufen, völlig durchnässt sind oder im Maul eines Hundes oder einer Katze gewesen sind. Im Zweifelsfalle solle man laut Schrauf „immer vor dem Einsammeln mit einer Pflegestelle Rücksprache halten“. Denn viele „Patienten“ auf Schraufs Station sind von unwissenden Spaziergängern gebracht worden, berichtet die 34-Jährige, die bereits mit dem Tierschutz aufwuchs.

Sabrina Schrauf leitet ihre private Auffangstation ehrenamtlich. Deshalb ist sie auf Spenden angewiesen, um ihre Tätigkeit fortzuführen zu können. Das Geld braucht sie, schließlich brauchen die Tierbabys zum Teil spezielle Aufzuchtsnahrung.

Die allgemeine Situation der Feldhasen

Feldhasen sind hierzulande gefährdet. Dies liegt laut einer Mitteilung des BUND Ulm vor allem daran, dass sie an die energie- und eiweißreichen Pflanzen der Landwirtschaft nicht gewöhnt sind und sie deshalb nicht verdauen können. Denn Feldhasen sind ursprünglich Steppentiere. Außerdem verkleinert sich der Lebensraum der Säugetiere durch den Ausbau von Siedlungen und Straßen, hinzu kommen die Gefahren des Autoverkehrs.