Wetter in Ulm und BW: Das Blitzeis geht, Schnee und Kälte kommen – Winter bleibt turbulent

Chaos auf der Autobahn: Auf der A3 in Rheinland-Pfalz steckten etwa 2000 Menschen in kilometerlangen Staus fest. Auch für Donnerstag wird in Teilen Deutschlands heftiger Schneefall erwartet.
Thomas Frey/dpaSchluss mit Blitzeis, dafür kommt jetzt der Schnee: Am Donnerstag, 18. Januar, soll es in Baden-Württemberg keine flächendeckende Gefahr durch Glatteis mehr geben. Winterlich bleibt es aber weiterhin mit starkem Schneefall vor allem in der Mitte Deutschlands.
Schneefall kommt am Mittag nach Baden-Württemberg
In Baden-Württemberg soll es aber nicht ganz so wild werden. Am Donnerstagmorgen herrschen im Südwesten laut DWD zunächst warme Temperaturen. Demnach soll es ein Grad im Nordosten des Landes und elf Grad am Hochrhein geben. Danach werde es aber zunehmend kälter, hieß es. Verbreiteter Regen geht von Nordwesten her in Schnee über, wie ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) mitteilte. In Mannheim kann es demnach schon im Berufsverkehr am Donnerstagmorgen schneien. Am Mittag gehe es dann in Stuttgart los, sagte der Sprecher. Richtung Allgäu soll es erst am Abend schneien. Verbreitet werden ein bis drei Zentimeter erwartet.
In der Nacht zum Freitag soll der Schneefall im Süden wieder abziehen. Laut DWD lockern sich dann auch die Wolken auf. Tiefstwerte zwischen minus zwei und minus neun Grad werden erwartet. Auch könne es starke bis stürmische Böen aus Nordwest geben, hieß es. „Dann kommen ruhigere, aber kalte Tage mit viel Sonne“, sagte der Experte mit Blick aufs Wochenende.
So soll das Wetter in Ulm werden
Für Ulm sind die Prognosen ähnlich: Am Donnerstagvormittag steigern sich die Temperaturen dem Portal Wetter.com zufolge in Ulm von drei auf sechs Grad. Wetter.de zeigt sogar bis zu zehn Grad an. Den ganzen Tag über soll es beiden Portalen zufolge leicht regnen. Ab mittags kühle die Luft wieder ab. Gemäß den Prognosen unterschreiten die Temperaturen gegen Abend den Nullpunkt und sinken auf bis zu minus drei Grad ab. Der Regen soll in der Zeit in Schnee übergehen.
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für Ulm eine Warnung vor leichtem Schneefall ausgesprochen. Sie gilt am Donnerstag von 15 bis 20 Uhr. In dem Zeitraum wird mit Schneemengen von einem bis fünf Zentimeter gerechnet. „Verbreitet wird es glatt“, kündigt der Wetterdienst für Ulm an.
DWD warnt vor Schneefall
In anderen Teilen Deutschlands ist allerdings laut DWD mit stärkeren Schneefällen zu rechnen. Von der Eifel und dem Raum Köln über das Rothaargebirge bis nach Thüringen müssen sich die Menschen auf „anhaltende und teils kräftige Schneefälle“ einstellen. Der DWD rechnet aktuell mit Neuschneemengen bis zu 15 Zentimetern – zuvor war noch vor „unwetterartigen Neuschneemengen“ bis zu 30 Zentimetern binnen 24 Stunden und vor „erheblichen Verkehrsbehinderungen und Schneebruchgefahr“ gewarnt worden. Am Donnerstagmorgen hob der DWD allerdings seine Unwetterwarnungen auf.
Chaos auf Autobahnen und am Frankfurter Flughafen
Bereits in der Nacht zum Donnerstag gab es auf mehreren Autobahnen in Deutschland massive Verkehrsbehinderungen durch das Wetter. Auf der A3 im nördlichen Rheinland-Pfalz standen etwa 2000 Menschen nach einer ersten Polizeischätzung in kilometerlangen Staus. Besonders zwischen den Anschlussstellen Bad Honnef/Linz und Neustadt/Wied kam der Verkehr laut Polizei in beiden Fahrtrichtungen zum Erliegen.
Weil Lkw auf der schneebedeckten Fahrbahn stecken blieben, ging auch auf den Autobahnen A4, A5 und A7 in Osthessen nichts mehr. Zusätzlich zu Räumfahrzeugen der Straßenmeisterei seien Betreuungsfahrzeuge des Roten Kreuzes im Einsatz, um die Autofahrer in der Kälte mit Decken und heißen Getränken zu versorgen, teilte ein Polizeisprecher am Abend mit. Demnach blockierten vor allem mehrere Lkw die Fahrstreifen, weil sie aufgrund der winterlichen Verhältnisse entweder keine Steigungen mehr hochfahren konnten oder teilweise quer über die Fahrbahn gerutscht seien.
Zahlreiche Unfälle gab es in der Nacht durch die anhaltende Glätte. Bei einer Karambolage von fünf Fahrzeugen auf der glatten A44 etwa wurden sechs Menschen verletzt, einige von ihnen schwer. Wie die Polizei mitteilte, fuhren nacheinander mehrere Pkw und Lastwagen aufeinander auf, weil Fahrzeuge ins Schleudern gerieten oder nicht mehr rechtzeitig bremsen konnten. Der Sachschaden wurde auf etwa 120 000 Euro geschätzt.
Flughafen Frankfurt teilweise lahmgelegt
Am Frankfurter Flughafen wurden auch für Donnerstag viele Flüge annulliert. „Fluggäste werden gebeten, ihren Flugstatus vor Anreise an den Flughafen auf den Internetseiten der Fluggesellschaften zu prüfen und ausreichend Zeit für die Anreise einzuplanen“, hieß es auf der Webseite. „Sollte Ihr Flug gestrichen sein, kommen Sie bitte nicht an den Flughafen.“
Wegen Eisregens waren Flugzeugstarts am größten deutschen Airport am Mittwochmittag vorübergehend ausgesetzt worden. Fraport hatte dies damit begründet, dass die Maschinen wegen anhaltenden Eisregens vor dem Start nicht mehr sicher enteist werden könnten. Seit Mittwochnachmittag konnten wieder einzelne Maschinen abheben. In Köln fahren wegen anhaltenden Winterwetters fahren die Busse der Kölner Verkehrs-Betriebe auch an diesem Donnerstag nicht.

Am Donnerstag soll es in Ulm schneien. Am Wochenende werden zweistellige Minusgrade erwartet.
Adrian John LasradoDer Winter hat auch Ulm und Baden-Württemberg am Wochenende weiter im Griff – zumindest bleibt es kalt. Während die Sonne den ganzen Donnerstag über nicht zu sehen ist, zeigt sie sich am Wochenende umso mehr. Einem Experten des DWD zufolge „kommen ruhigere, aber kalte Tage mit viel Sonne“. Die Tiefstwerte in Baden-Württemberg sollen in der Nacht zum Samstag zwischen minus vier und minus 16 Grad liegen.
Das Portal Wetter.de zeigt minus 13 Grad am Samstagmorgen an, Wetter.com minus sieben. Eines scheint aber sicher zu sein: Sonnenschein den ganzen Samstagnachmittag.
