Weltkatzentag 2024
: Wie geht es Louis, der Sauna-Katze vom Bad Blau?

Die Sauna-Katze vom Bad Blau musste operiert werden. Wie geht es Louis heute? Und wie kann ich meine Katze am besten und billigsten unterhalten? All das gibt's zum Weltkatzentag.
Von
Karin Mitschang
Blaustein
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Kater Micky wohnt in der Oststadt in Ulm.

Kater Micky wohnt in der Oststadt in Ulm und will partout nicht spielen.

Julia Thumm

Dass beeindruckende Katzen-Charaktere die Menschen in ihren Bann ziehen können, ist nicht erst seit „Frühstück bei Tiffany“ bekannt. Nein, die eigenwilligen Geschöpfe wurden bekanntlich schon bei den alten Ägyptern verehrt. Das geht nahtlos so weiter bis heute, am Weltkatzentag (Donnerstag, 8. August). Denn Katzen kreieren Geschichten. Was in Augsburg die Campus-Katze war, das ist in Blaustein die Sauna-Katze vom Bad Blau. „Der Kater gehört einer Frau, die genau neben dem Schwimmbad wohnt“, sagt eine Mitarbeiterin auf Anfrage. Schon seit etlichen Jahren kennen die Stammgäste den kleinen Louis, der sich gerne im Ruhebereich der Sauna aufhält und schon mal kraulen lässt. Auch ein Update zu Louis, dem Badegäste zur Finanzierung einer OP im vergangenen Jahr geholfen hatten, gibt es. „Es geht ihm gut, er humpelt zwar, aber er ist gut gelaunt und läuft hier überall herum“, sagt die Bad-Blau-Mitarbeiterin.

Einen recht spielfaulen Kater namens Micky hat die Autorin dieses Textes in der Ulmer Oststadt kennengelernt. Selbst erst kürzlich vom Hundemensch zur verrückten Katzenfrau konvertiert, hat sie in den vergangenen Monaten eine Liste mit Tipps fürs produktive Katzenspiel gesammelt und will diese hier nicht vorenthalten.

Selbstbewusstes Katzentier

Lauern und Jagen liegt der Katze im Blut. Zumindest bei der Europäisch Kurzhaar und den meisten anderen Rassen kann der Jagdinstinkt leicht geweckt werden. Das erzeugt eine bessere Verbindung zum Halter oder zur Halterin, gibt der Katze Selbstbewusstsein und lastet sie geistig und körperlich aus. Wichtig für den Spielmacher, den Menschen, zu wissen: Das Katzentier jagt innerlich auch, wenn es nur da sitzt und einem Spielzeug zuschaut. Also nicht aufgeben, immer die Augen beobachten: Was löst Spannung aus? Darauf aufbauen.

Eine Katze spielt auch, wenn sie nur lauert.

Eine Katze fühlt sich auch gut unterhalten, wenn sie nur lauert.

Pixabay

Die billigste Art zu spielen

Es braucht wahrlich keinen teuren Roboter auf Rädern, der Leckerli auswirft und mit dem man per Videoschalte mit der Katze spielen kann. Das gibt es für Katzenhalter im Urlaub inzwischen tatsächlich! Jeder weiß, dass schon leere Kartons Katze und Kater glücklich machen. Aber haben Sie schon mal Gucklöcher und Eingänge reingeschnitten und dann mit Katzengras-Leckerli oder einer Katzen-Angel am Eingang herumgenestelt? Oder kleine Papierkugeln in den Karton geworfen, danach einige Leckerchen?

Auch das Abkleben einer Tür mit Krepp-Klebeband auf geringer Höhe nötigt dem Vierbeiner Grips ab und animiert zum Springen. Nach und nach weitere Bänder an höherer Stelle ankleben. Wer einen Deckenventilator hat, kann Klopapierstreifen daran befestigen und diesen dann sanft von Hand bewegen. Es kommt zu Olympia-würdigen Sprüngen!

Seifenblasen und Tischtennis

Seifenblasen faszinieren (fast alle) Katzen ebenso wie Tischtennis-Bälle. Unter einem Tuch reicht auch die Hand aus, die darunter krabbelt, und es kribbelt im Miezen-Hirn. Wer eine Katze hat, die auf fliegende Beute fixiert ist, kann auch einen Flummi ausprobieren, an dem eine Feder befestigt ist. Andere lieben es, wenn die Beute sich versteckt oder sich etwas Längliches wie eine Schnur am Rand von Wand und Sofa entlangschlängelt. In einer Ü-Ei-Kapsel können Leckerli versteckt werden, diesem rennt das Tier bestimmt gerne nach.

Manche Mieze spricht sehr auf Lichtspiel an. Besser als ein nerviger Laser ist die Handy-Taschenlampe im dunklen Raum, die in Kombination mit Objekten allerlei Schatten wirft, wenn man mit ihr herumläuft. Am Ende der Spieleinheit – fünf Mal am Tag fünf bis zehn Minuten reichen – am besten füttern oder zumindest ein Leckerli reichen, dann ist der Katzenhirn-Zyklus aus Jagen, Fangen und Fressen komplett.

Abwechslung muss sein

Katzen brauchen immer wieder Abwechslung. Umstellen von Möbeln (auch Katzenmöbeln wie Karton-Kratzbett, Kratzbaum und Kartons) und Kombinieren von Spielzeug entlockt ihnen neue Begeisterung. Das Stöckchen zum drauf herumbeißen unter einem Tuch bewegen, den Flummi auf dem Kratzbaum platzieren oder ein knisterndes Papier an der Katzen-Angel (es tut auch eine Schnur an einem Stock) befestigen, kann Wunder wirken. Beim nächsten Besuch bei Mickys Dosenöffnerin in Ulm sollen einige dieser Strategien definitiv getestet werden. Der gewichtige Kater ist aber ein British Shorthair, also eh „nur“ auf Kuscheln und Chillen und nicht zum Herumtollen gezüchtet.

Eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Online-Druckerei VistaPrint hat übrigens ergeben, dass drei von zehn Deutschen eine Katze oder einen Kater besitzen (29 Prozent). Viele Stubentiger haben einen eigenen Social Media Account (14  Prozent) – dieser wird häufiger von Männern als von Frauen angelegt. 51 Prozent der Katzenbesitzer schenken ihrer Samtpfote etwas zum Geburtstag. Aber bitte Pfoten weg von Social-Media-wirksamen Experimenten mit Kerzen und Torten! Ein frisches Thunfisch-Filet und Aufmerksamkeit tun es auch schon.