Wenn man die Worte „Ulm“ und „Wasser“ vereint, entstehen so viele Kombinationen und Ideen – es kann nur ein Ausschnitt werden, wenn wir uns in dieser Ausgabe dem kühlen Nass nähern. „Mein Highlight ist die Lichterserenade“, sagt die eine und meint den Samstagabend vor dem Schwörmontag, an dem bei Dunkelheit viele tausend Lichter die Donau hinuntertreiben. „Ich hänge gern meine Füße in die eiskalte Blau“, sagt ein anderer, der zwar das Wasser liebt, aber nicht unbedingt die Menschenmenge um sich braucht, die Nabada und Lichterserenade anlocken. Susanne Grimmeiß, die Vorsitzende des Ulmer Schiffervereins kann sich Ulm ohne die Donau gar nicht vorstellen. Sie hat alle Hände voll zu tun mit der Organisation des Fischerstechens und dabei die Donau immer im Blick. Ob Wasserspielplatz oder Badesee, im folgenden stellen wir die Top 10 der schönsten „Wasseroasen“ in und um Ulm vor. Das sind nur Beispiele, die stellvertretend für die vielen Möglichkeiten stehen, seine Freizeit in und am Wasser zu verbringen. Sie alle aufzuzählen, würde das Fass zum Überlaufen bringen. Ulrike Hoche

1. Die Donau so blau

Die Donau ist – neben dem Ulmer Münster – der eigentliche Star der Doppelstadt. Der Fluss bietet viele Sportmöglichkeiten und auch das grüne Ufer lädt mit Fuß- und Radwegen ein, sich hier zu bewegen. Und wer einfach mal die Seele baumeln lassen möchte, kann sich an eine der großen Holztreppen oder auf eine Bank setzen und aufs fließende Wasser schauen. Weniger ruhig geht es zu, wenn alle zwei Jahre das internationale Donaufest stattfindet, an dem zehn Länder teilnehmen, durch die die Donau fließt. Dieses Jahr ist es vom 1. bis 10. Juli soweit: Landestypische Handwerkskunst, Konzerte und der Duft von köstlichen Speisen laden zu einem Spaziergang an beiden Ufern ein. Und auch am Schwörmontag, dem Ulmer Stadtfeiertag am 18. Juli, geht’s auf der Donau plötzlich sehr lebendig zu, wenn Themenschiffe, Schlauchboote und Luftmatratzen Richtung Friedrichsau treiben und von den Uferseiten angefeuert und gefeiert werden. Zur Wasserbühne wird der Fluss ebenfalls beim Fischerstechen am 24. und 31. Juli – einem historischen und sportlichen Wettkampf, bei dem zwei Mannschaften gegeneinander antreten und die Protagonisten unter Applaus ins Wasser fallen.

2. Ein See – juchee!

Rund um Ulm gibt es eine Menge erfrischender Seen: den Ludwigsfelder Baggersee, den Schützensee, den Unterelchinger See oder den Pfuhler See (Foto oben), um nur einige zu nennen. Letzterer ist sicher einer der beliebtesten Seen und an heißen Sommertagen gut besucht. Am Kiosk gibt es alles, was man für einen Badetag braucht: Pommes, Radler oder Eis. Und wer sich nach dem kühlen Bad wieder richtig aufwärmen will, kann den Spielplatz oder das Beachvolleyballfeld stürmen. An kälteren Tagen hat man den See meist für sich allein, inklusive der ganz besonderen Stimmung, wenn man am Steg sitzt und in die Ferne schaut.

3. Zwischen zwei Flusswelten

Die Illerspitze – der spitze Zwickel, an dem die meist gemütlich fließende Donau und die stürmischere Iller zusammentreffen, ist ein faszinierender Ort. Angler wissen genau, wie man von Wiblingen aus hingelangt, aber da der Blick auf die Illerspitze ohnehin viel schöner ist, raten wir zu einer der sicheren Rundwanderungen, bei denen man die markante Stelle im Blick hat.

4. Direkt am Lago

Strandkörbe auf dem Steg, Tische und Stühle auf der Holzterrasse direkt am See und eine total entspannte Stimmung – wer Lust auf einen ganz kleinen „Kurzurlaub“ hat, kann seinen Kaffee auf der Terrasse des Hotel Lago genießen und einfach nur entspannt auf den Natursee der Friedrichsau schauen – auch wenn man kein Übernachtunsgast ist.

5. Ein Hauch Freiburg

Natürlich lässt sich das winzige Stadtbächlein in der Nähe des Willy-Brandt-Platzes in der Ulmer Oststadt nicht mit dem großen Wassernetz von Freiburg vergleichen – das wäre anmaßend. Aber wenn Kinder in der kaum ein paar Zentimeter hohen Wasserrinne plantschen und Hunde Abkühlung finden – dann ist das Spaß pur! Und sie wissen ja nicht, dass es davon in anderen Städten mehr gibt.

6. Von Blau nach Grün

Der Blautopf in Blaubeuren ist eine der wasserreichsten Karstquellen Deutschlands. Hier entspringt das Flüsschen Blau, das nach einem Weg von ungefähr 20 Kilometern in Ulm in die Donau fließt. Die auffallende Farbe der Quelle – von Blau bis Grün – fasziniert alle Besucher gleichermaßen. Und da das Wasser bei jedem Wetter und an jedem Tag anders aussieht, lohnt sich ein Ausflug nach Blaubeuren immer wieder.

7. Knietief durchs eiskalte Wasser

Zu „flotter Bewegung“ rät der Kneipp-Bund auf dem blauen Schild neben der Gesundheitsanlage in der Friedrichsau. Denn das wichtigste sei, dass Hände und Füße vor dem Bad im eiskalten Wasser gut durchblutet und warm sind. Dann steht dem Wassertreten im „Storchengang“ nichts mehr im Weg.

8. Glockerauer Seenrunde

Los geht’s am Wanderparkplatz Glockerau – wenn man von Burlafingen Richtung Bosch-Rexroth fährt, Der Startpunkt der Tour ist auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar, die Haltestelle Glockerau ist der Ausstieg. Von hier kann man die vielen kleinen und größeren Seen erkunden, wie den Hecht- oder Forellenweiher. Ob man Richtung Donau oder Richtung Burlafingen läuft, das kann jeder nach Kondition und vorhandener Zeit entscheiden. Auch ein Rundweg, der über „das andere Ufer“ Richtung Thalfingen führt, ist machbar. Im Sommer ist hier alles üppig grün und meist herrscht auch entspannende Ruhe. Vorsorglich ein wenig Mückenspray auftragen sei allen ans Herz gelegt – denn die kleinen Blutsauger erfreuen sich auch an der schönen Seenlandschaft.

9. Am Wasserspielplatz

Gar nicht so einfach, einen Wasserspielplatz wie diesen hier in der Friedrichsau ohne Kinder zu fotografieren. Denn eigentlich ist hier viel los. Frisches Wasser läuft durch ein großes Areal, mit den Wasserschleusen kann man den Fluss regulieren. Man hört Sätze, wie: „Das Wasser kommt, weg hier!“ oder „Warte, noch nicht aufmachen!“. Das Beste für die Eltern: Die Kinder werden zwar garantiert nass, aber durch den feinen Kies bleiben sie einigermaßen sauber.

10. Ruhe im Naturschutzgebiet

48°21‘14.9“N 9°56‘41.0“E – das sind die Koordinaten für den Einstieg ins Naturschutzgebiet Lichternsee. Oder anders gesagt: Man fährt durch die Hans-Lorenser-Straße im Industriegebiet Donautal. Seeberger, Gardena, Wieland und plötzlich: links ein kleines Schild zum Lichternsee. Raus aus dem Auto, rein in die Natur – kaum zu glauben! Man darf nur an ausgewiesenen Stellen baden, kein Feuer machen und Hunde nicht von der Leine lassen. Ach ja, auch das Blumenpflücken ist verboten. Klingt langweilig? Nein. Es lohnt sich auf jeden Fall, dieses Naturschutzgebiet zu besuchen. Trauerweiden und hohes Gras am Ufer, Seerosen im glitzernden Wasser. Ein Reiher landet leise, Libellen fliegen eilig vorbei – und ganz weit entfernt ist das Brummen eines Lkw im Industriegebiet zu hören ...
[frizz]