Vom Graphik-Kabinett ins Urmu: Am Gedächtnistag für Elsbeth Rieber durch ihr Skizzenbuch blättern

Jeany Weisheit (links) und Barbara Spreer vom Urgeschichtlichen Museum (Urmu) in Blaubeuren laden ein zu Kaffee und Hefezopf am Sonntag, 12. Januar, mit Johannes Menge, umringt von Bildern von Elsbeth Rieber. Im Bild stehen sie an einem Werk aus deren Kassandra-Reihe.
Karin Mitschang- Gedächtnistag für Elsbeth Rieber am 12. Januar 2025 im Urgeschichtlichen Museum Blaubeuren.
- Kostenlose Ausstellung ihrer Werke, Skizzenbücher und Presseberichte.
- Johannes Menge erinnert von 14 bis 17 Uhr bei Kaffee und Kuchen an Rieber.
- Rieber war Kunsterzieherin und aktive Künstlerin trotz gesundheitlicher Einschränkungen.
- Programm umfasst Filmvorführung und kreative Workshops.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Blautopf leuchtet feuerrot, und die schöne Lau ist ein übermenschlich kräftiges, voluminöses Wesen auf dem Gemälde von Elsbeth Rieber, das im Schaufenster des Urgeschichtlichen Museums (Urmu) Blaubeuren zu sehen ist. Anlässlich des Aktionssonntags bei freiem Eintritt am 12. Januar zur Finissage der Sonderausstellung „Eiszeitwesen“ hat Barbara Spreer vom Urmu den ersten Gedächtnistag für die Blaubeurer Künstlerin (1927-1986) ausgerufen. „Wir fangen das jetzt einfach an“, sagt Spreer, die den Nachlass von Rieber und ihrem Mann Fritz verwaltet und dieser wichtigen Persönlichkeit an diesem Tag Raum geben will – buchstäblich. Zehn Werke, Fotos sowie Skizzenbücher und Presseberichte von und über Rieber werden im Veranstaltungsraum im Dachgeschoss zu sehen sein.
Elsbeth Rieber, die in Mannheim geboren wurde und in Karlsruhe Geografie und Kunst auf Lehramt studierte, lehrte an Gymnasien in Langenau und Blaubeuren sowie am Evangelischen Seminar als Kunsterzieherin und in öffentlichen Kulturprojekten. „Sie hatte einen starken Willen, war selbstbewusst und überzeugend, aber auch sehr offen“, erzählt Johannes Menge, der einst ihr Kollege am Blaubeurer Gymnasium war. Kindern und Jugendlichen Kunst als für den Menschen essenziell näherzubringen, sei ihr ein großes Anliegen gewesen. Unter anderem gab es eine Aktion, bei der die Blaubeurer ihre Mülltonnen zur künstlerischen Gestaltung durch Schüler anbieten konnten.

Im Dachgeschoss des Urmu sind am 12. Januar 2025 Werke von Elsbeth Rieber zu sehen.
Karin MitschangGroßformate im Spätwerk
Nach einer Krebserkrankung 1981 war Rieber bis zu ihrem Tod 1986 noch äußerst produktiv. Großformate in Acryl wie Landschaftsbilder entstanden, die zusammen mit Porträts und Werken aus ihrer späten Kassandra-Reihe am Sonntag zu sehen sind. Von 14 und 17 Uhr will Johannes Menge bei Kaffee und Kuchen gerne mit den Gästen im Urmu in Erinnerungen an Rieber schwelgen.
Mit ihrem Ehemann Fritz betrieb Rieber das eigene Wohnhaus, ein Gebäude aus dem 15. Jahrhundert in der Gerberstraße 1, als „Graphik-Kabinett“. Das sei für Kunstinteressierte aus der Region offen gewesen, erklärt Spreer. Mit Ausstellungen und gut besuchten Vernissagen unterstützte das Paar Nachwuchskünstler. Hunderte Werke von sich und seiner Frau sowie tausende Fotos und Objekte von Reisen vermachte Fritz Rieber später der Stadt. „Er war sehr zurückhaltend“, erklärt Johannes Menge. „Ihm war bewusst, dass sie die größere Künstlerin war.“ Die kleinwüchsige, nach frühen Knochenerkrankungen einseitig behinderte Frau und Mutter malte und gestaltete mit der linken Hand und war schon zu Lebzeiten sehr erfolgreich. „Sie ist eine der wichtigsten Künstler der Stadt“, sagt Spreer, die das Ziel Riebers, Kunst für alle zugänglich zu machen, mit der Aktion am Sonntag lebendig werden lassen will.
Der Sonntag im Urmu
Das Programm zur Finissage zur Sonderausstellung „Eiszeitwesen“ im Urmu:
Sonntag, 12. Januar 2025
freier Eintritt
11 Uhr Filmvorführung „STRATA“ (Performancekunst-Filmprojekt)
14 bis 17 Uhr Elsbeth Rieber Gedächtnistag, Einblicke in ihre späten Arbeiten
14 Uhr Johannes Menge erinnert an Elsbeth und Fritz Rieber. Austausch bei Kaffee und Hefezopf
Große Steinzeitwerkstatt
11 bis 17 Uhr Schmuck – „natürlich schön!“
14 bis 17 Uhr Kreatives Drucken mit Styrene-Platten
15.30 Uhr „Eiszeitwesen. Eine Kunstbetrachtung“
Eiszeitkunst im Dialog mit zeitgenössischer Kunst: Führung für Erwachsene


