Verkehrssicherheit Ulm: Jeder Zweite manipuliert – Polizei kontrolliert E-Scooter an Ulmer Schulen

Da immer öfter die Software von E-Scootern manipuliert wird, um deren Höchstgeschwindigkeit nach oben zu treiben, kontrollierte die Ulmer Polizei am Montag über mehrere Stunden eine Vielzahl der Gefährte. Und fand haufenweise Verstöße.
Andreas Arnold/dpa- Ulmer Polizei kontrollierte am Montag E-Scooter, vor allem am Kuhberg Schulzentrum.
- 29 E-Scooter und zwölf motorisierte Zweiräder geprüft – zahlreiche Verstöße festgestellt.
- In 19 Fällen erlosch die Betriebserlaubnis, teils wegen Software-Tuning bis 72 km/h.
- Zehn Strafverfahren wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und neun Verstöße gegen Versicherung.
- Zwei Fahrten unter Drogen und drei in der Fußgängerzone; weitere Kontrollen angekündigt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Insgesamt 29 E-Scooter und zwölf motorisierte Zweiräder kontrollierte die Polizei Ulm am Montag zwischen 6.30 Uhr und 14 Uhr. Im Fokus der Beamten lagen dabei vorwiegend an- und abfahrende Schüler mit E-Scootern des Kuhberg Schulzentrums in der Weststadt. Des Weiteren wurden im Stadtgebiet von Ulm Kontrollen durchgeführt. Hintergrund der Aktion war, dass immer öfter erhebliche technische Veränderungen im Bereich der leistbaren Höchstgeschwindigkeit an E-Scootern festgestellt werden.
Ergebnis der Kontrollen waren zahlreiche Verstöße. In 19 Fällen war die Betriebserlaubnis erloschen. Davon wurde in zehn Fällen offenbar die Software der E-Scooter manipuliert, wodurch die Fahrzeuge eine höhere Geschwindigkeit von bis zu 72 Stundenkilometern erreichten. Damit sind sie rechtlich als Kraftfahrzeuge einzustufen. Da die Jugendlichen nicht über die dafür erforderliche Fahrerlaubnis verfügten, wurden in zehn Fällen entsprechende Strafverfahren wegen des Fahrens ohne Fahrerlaubnis eingeleitet. Außerdem wurden neun Verstöße gegen das Pflichtversicherungsgesetz festgestellt.
Auch zukünftig vermehrte Kontrollen von E-Scootern
Zudem wurden zwei Fahrten unter Drogeneinfluss und drei Fahrten wegen verbotenen Befahrens der Fußgängerzone aufgedeckt. Die entsprechenden Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren wurden von der Polizei eingeleitet. Bei den minderjährigen Betroffenen wurden die Erziehungsberechtigten über die festgestellten Verstöße informiert und, soweit erforderlich, hinzugezogen. Im Rahmen der Kontrollen wurden zudem verkehrserzieherische Gespräche mit den Schülern in Hinblick auf die Konsequenzen eines „getunten“ E‑Scooters geführt.
Die gezielte Überwachung des motorisierten Zweiradverkehrs und die konsequente Bekämpfung der Hauptunfallursachen bei schweren Verkehrsunfällen unter Beteiligung von motorisierten Zweirädern haben – so die Polizei – im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Ulm hohe Priorität. Wie die Polizei mitteilt, werde man auch in Zukunft E-Scooter und Elektrokleinstfahrzeuge im Stadtgebiet und im Umfeld von Schulen im Blick behalten und entsprechende Kontrollen durchführen. Diese können sowohl angekündigt als auch unangekündigt stattfinden.

