Veranstaltung in Ulm: Kirche informiert über Missbrauchstäter

Die Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche beginnt in Ulm jetzt.
Jens Kalaene/dpa- Die Diözese Rottenburg-Stuttgart thematisiert Missbrauchsfälle von Pfarrer Bernhard Rapp (1975–1978).
- Öffentliche Veranstaltung in Ulm am 6. Oktober 2025, 19 Uhr, im Bischof-Sproll-Haus geplant.
- Rapp gestand 1996 Missbrauch an drei Jugendlichen, strafrechtlich blieb er jedoch unbehelligt.
- Abschlussbericht der Kommission mit Zeitzeugenaussagen wird für Frühjahr 2027 angekündigt.
- Bischof Krämer (seit 2024 im Amt) verspricht volle Unterstützung bei der Aufarbeitung.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Diözese Rottenburg-Stuttgart macht die Missbrauchstaten von Pfarrer Bernhard Rapp öffentlich und will diese zusammen mit den betroffenen Gemeinden aufarbeiten. Von 1975 bis 1978 war Rapp als Vikar auch in Ulm eingesetzt: in Wiblingen und in Heilig Geist. Der 2012 verstorbene Pfarrer hat, als seine Taten 1996 öffentlich bekannt wurden, auch zugegeben, dass er drei Heranwachsende sexuell missbraucht hat: Einen Heranwachsenden in Ulm, zwei andere an seinen späteren Pfarrstellen in Schwäbisch Gmünd und in Wangen.
In Ulm findet am Montag, 6. Oktober 2025, 19 Uhr im Bischof-Sproll-Haus (Olgastraße 137), eine öffentliche Veranstaltung statt, bei der Vertreter der Diözese „über die zurückliegenden Missbrauchsfälle informieren und das weitere Vorgehen im Fall Rapp abstimmen“ wollen, so ist es in der Einladung der Kirche formuliert.
Aussagen von Zeitzeugen werden gewürdigt
Die Diözese plant, im Frühjahr 2027 eine „abschließende Beurteilung der Situation“ vorzulegen. Im Abschlussbericht der Aufarbeitungskommission sollen dann auch Aussagen von Zeitzeugenaussagen gewürdigt werden. Weil die Taten Rapps bereits verjährt waren, als sie bekannt wurden, wurden sie strafrechtlich nicht geahndet. Es gab auch kein kirchenrechtliches Strafverfahren, der damalige Bischof Walter Kaspar sprach jedoch eine Verwarnung aus und erlegte Rapp als Buße unter anderem auf, eine Therapie zu machen. Zudem wurde ihm die seelsorgerliche Tätigkeit mit Minderjährigen untersagt. Der Beschuldigte war jedoch weiterhin als pastoraler Mitarbeiter in Oberndorf eingesetzt.
In der Diözese Rottenburg-Stuttgart wurde im Jahr 2002 eine „Kommission sexueller Missbrauch“ ins Leben gerufen. Diese thematisierte auch die Taten Rapps. Bischof Klaus Krämer, der seit 2024 im Amt ist, sei „zutiefst betroffen über das Leid und das Unrecht, das den Opfern der Missbrauchstaten von Pfarrer Bernhard Rapp widerfahren ist“, heißt es in der Mitteilung weiter. Krämer sichere den betroffenen Kirchengemeinden „seine volle Unterstützung im Umgang und bei der Aufarbeitung“ zu und wolle ein „standardisiertes Verfahren zur Begleitung von Kirchengemeinden nach Bekanntwerden von Missbrauchsfällen“.
In Wangen und in Oberndorf haben solche Informationsabende der Diözese bereits im Juli stattgefunden, in Schwäbisch Gmünd ist es für den 17. November geplant.

