Der Universitätschor Ulm präsentierte unter Manuel Sebastian Haupt sein Semesterkonzert im Haus der Begegnung mit dem anspruchsvollen Requiem von Luigi Cherubini. Seit einem Jahr leitet Haupt den sechzigköpfigen Universitätschor, der sich extrem verjüngt hat – ebenso wie das zahlreich erschienene Publikum. Es hat sich wohl herumgesprochen, dass es einen attraktiven jungen studentischen Chor mit anspruchsvollem Programm an der Uni Ulm gibt.

Der Unichor begann den Abend zurückhaltend mit Mozarts berühmtem „Ave verum“ und dem schön gesungenen „Verleih uns Frieden gnädiglich“ von Mendelssohn Bartholdy. Die Leistungsfähigkeit der jungen Chorsängerinnen und -sänger wurde durch das Requiem Cherubinis aus dem Jahr 1817 geprüft. Es fordert den Chor sehr, denn Cherubini verzichtete auf Solostimmen. Dadurch war der Unichor von Anfang bis Ende Hauptakteur, zeigte sich dabei stets präsent und brillierte klangvoll und stimmig. Haupt leitete den großen Klangkörper gekonnt und sicher über alle Klippen. Kraftvoll gelang dem Chor die kunstvolle Fuge „Quam olim Abrahae“ des kühnen Werks von Cherubini.

Unterstützt wurde der Chor nur von der stets umsichtigen Klavierbegleitung von Janis Pfeifer, so dass der volle Chorklang erstrahlte und alle Stimmen transparent zu hören waren. Pfeifer steuerte noch den höchst expressiven ersten Satz der letzten Klaviersonate von Beethoven bei, der sich ausdrücklich Cherubinis Requiem zu seiner eigenen Beisetzung gewünscht hatte. Großer Applaus der Zuhörer für die große Leistung des Chors. Man darf gespannt sein, wie Manuel Sebastian Haupt ihn weiterentwickelt.