
Ulm: Umbau, Neubau? Keine Einigung zur Mörike-Schule
Das vorneweg: Gebaut werden muss in der Eduard-Mörike-Grund- und Werkrealschule. Nur in welchem Umfang und wann, daran schieden sich im Schulbeirat die Geister. Die Schulmensa ist zu klein, bietet 50 Sitzplätze. Täglich essen dort jedoch 125 Schüler. „Gehen wir von einem steigenden Bedarf aus, dann brauchen wir eine Mensa, in der 250 Mittagessen ausgegeben werden“, sagte Gerhard Semler, der Leiter der städtischen Abteilung Bildung und Sport, in der Sitzung.
Die neue Mensa soll Platz für 125 Schüler bieten, gegessen werden soll in zwei Schichten. Semler ist dafür, die Mensa in einen der schuleigenen Pavillons zu verlagern. Dafür würden drei Klassenräume wegfallen. Um das auszugleichen, sollen andere Räume zu Klassenzimmern umgebaut werden, etwa ein Raum im Keller. Die Kosten: 745.000 Euro für die Mensa und 195.000 Euro für den Umbau der Klassenzimmer.
Dieter Christoph, Schulleiter der Mörike-Schule, drängt auf eine Alternative: Er ist für einen Neubau der Mensa plus Neubau eines jener bestehenden Pavillons, in dem drei Klassenzimmer untergebracht sind. „Wir brauchen Räume“ und zwar keine umgebauten Kellerräume, führte er aus, etwa für Inklusionskinder. Semlers: „Jeder Schulleiter hat Raummangel, von Flensburg bis Füssen.“ Er geht bei einem Neubau von einem Zeitraum bis zu fünf Jahren aus, sanieren gehe schneller.
Das Problem: Niemand kann sagen, wie sich die Anmeldezahlen entwickeln, also ob eher Schulräume oder die Mensa gebaut werden müsste. Denn die Mörike-Schule ist einer der beiden letzten noch bestehenden Ulmer Werkrealschulen. Zum Schuljahr 2015/16 wurden gerade sieben Schüler für die Klasse 5 angemeldet, im Schuljahr 2017/18 sind es jedoch 18. Schulleiter Christoph geht von steigenden Schülerzahlen aus. Es werde künftig mehr Grundschüler geben, speziell aus dem Neubaugebiet Lettenwald.
Die Gemeinderäte unter den Schulbeiräten konnten sich bei der „schwierigen Geschichte“ (Richard Böker, Grüne) nicht entscheiden. Barbara Münch (CDU) sieht „generellen Raumbedarf“. Reinhold Eichhorn (FWG) schlug vor, das Thema im Fachausschuss des Gemeinderats zu beraten, der heute tagt. Die Räte waren dafür. Deswegen stimmten dem Konzept acht Schulbeiräte zu, fünf enthielten sich.