Im Sommer 2020 und 2021 war nichts mit Kultur in der Au. Zwei Jahre keine mitreißenden Konzerte und keine freche Comedy unter der Zirkuskuppel. Und zwei Jahre kein „Verhocken“ im und vor dem Gastrozelt. Der Entzug hat viele von uns strapaziert. Doch bald ist er vorbei: Vom 18. Mai  bis 2. Juli wird die Friedrichsau wieder zum grünen Wohnzimmer für alle Freundinnen und Freunde anregender Unterhaltung.

Insgesamt 74 Programmpunkte

Das Programm – es umfasst insgesamt 74 Punkte – tut ein Übriges, um die zeltlose Zeit wiedergutzumachen: Es hat überregional und lokal bekannte Künstler(innen) in petto, bedient die Interessen  von Kulturfans fortgeschrittenen Alters, aber auch die der Jugend. Kurzum: Für jede(n) ist etwas dabei.
Die 34. Spielzeit schließt sich nach der Corona-Pause an die 33.  vom Jahr 2019 an. „Etwa 60 Prozent der Veranstaltungen, die wir für 2020 geplant hatten, gibt’s nun in diesem Jahr“, weiß Adrian Büsselmann, beim Ulmer Zelt für PR zuständig. Und so präsentieren die Zeltler jetzt ein Programm, das unter anderem Barde Niedecken mit BAP, Soulstimme Stefanie Heinzmann, die Rocker SAGA, Colosseum (Jazzrock), Fatoni (HipHop), KRAAN (Deutschrock), High Voltage (Varieté), das Yasi Hofer-Trio (Rock) und Joo Kraus (Hip-Jazz) auf der Liste hat.

Spenden-Aktion für die Ukraine-Hilfe

Bei aller Vergnügungslastigkeit ist der Krieg in der Ukraine nicht vergessen. Die Sängerin der Band Leléka stammt von dort, lebt wie die anderen Mitglieder aber in Berlin. Deshalb spenden die Zeltler 5 Euro pro Leléka-Ticket an die Ukraine-Hilfe.
Nach der langen Zwangspause, in der die Zeltutensilien auf 34 Container verteilt im Depot lagerten, belebt das bunte Zelt seit knapp einer Woche die Wiese an der Donau. Genauso sicher wie das Zelt steht, hält auch das Organisationskonstrukt des Ulmer Zelts stand. Es hat Ausnahmecharakter: Träger des seit 1987 existierenden Festivals ist der gemeinnützige Verein zur Förderung der freien Kultur Ulm. Drei Festangestellte (die künstlerische Leiterin, der PR-Mann, die in Teilzeit beschäftigte Gastro-Chefin) und mehr als 100 Ehrenamtliche wuppen die Kultur in der Friedrichsau. „Durch die Pandemie ist zwar ein Schwund bei den Ehrenamtlern entstanden, aber wir haben inzwischen Nachrücker in allen Arbeitsgruppen gefunden“, erzählt Büsselmann.

Neu: Am Zelteingang steht ein „Bändelwagen“

Die 34. Zeltsaison hält einige wenige organisatorische Neuerungen parat. So wird man zum Beispiel im Gastrozelt auch mit Karte bezahlen können, und außerdem ist E-Ticketing dank des neu organisierten Ticket-Shops möglich. Will heißen: Man kann mit Handy einchecken. Am meisten auffallen wird aber der „Bändelwagen“ vor dem Zelteingang. Künftig bekommt jeder Gast, nachdem seine Karte gescannt ist, ein Armband ausgehändigt. Falls jemand während der Vorstellung kurz das Zelt verlassen möchte, entfällt nun die lästige und hygienisch kritische Übergabe  einer (bereits benutzten) Karte.

Kinderprogramm und Loungeauftritte

Kinderprogramm Immer sonntags, 14 Uhr, ist im Zelt Zeit für Kinder. Mal tritt das Neinhorn auf, mal Dornröschen – oder es gibt fetzige Musik. Danach geht’s ab auf die Kinderaktionswiese. Bei der „Knaxiade“ am 22. Juni gibt es Spiel- und Bastelaktionen.
Lounge „Bühne frei für Bands und Kreative aus der Region“ heißt es jeden Samstagabend und Sonntagvormittag sowie an manchen anderen Tagen. Der Eintritt im gelb-roten Loungezelt ist frei. Auf der Bühne: Bright Glade (Folkpoprock), Crossover (Acousticpoprock), Gleis 13 (Stromgitarren), Velvet Venus (Bluesrock), Subterfuse (Heavy Metal), The Gravy Club (Elektropop) und Mel (Deutschrockpop). Sonntags gibt’s einen Jazzfrühschoppen – etwa mit der Big-Band Eselsberg, Jazz-ahead, Henning Dampel Trio, Wir 4 und Jazz Inferno. Der Zelt-Freundeskreis lädt am 22. Mai zur Matinée mit Check & Chill. Weitere Gigs gibt’s von Michael Kranz, Jo! Loop, Brassed Arts, 5 Horse Rodeo.