Ulmer Weinfest
: Rechnung nicht bezahlt – Kellnerin verfolgt Zechpreller bis zum Bahnhof

Über sechzig Euro stand auf der Rechnung einer trinkfesten Truppe auf dem Ulmer Weinfest. Bezahlt haben sie ihre Schulden jedoch nicht. Eine hartnäckige Bedienung wollte das nicht auf sich sitzen lassen - und nahm die Verfolgung auf.
Von
Leonie Maschke
Ulm
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Am Ulmer Weinfest ist eine Gruppe einfach gegangen, ohne die Rechnung zu zahlen.

Volkmar Könneke

Gemütlich eine oder mehrere Runden trinken und dann gehen ohne zu zahlen? Geht gar nicht! Das dachte sich auch eine gewiefte Kellnerin auf dem Ulmer Weinfest, die einer Gruppe Zechpreller bis zum Bahnhof hinterherlief, um an ihr Geld zu kommen.

Was war konkret passiert? Wie die Polizei berichtet, befand sich am Samstagabend gegen 22 Uhr eine „trinkfeste Personengruppe“ auf dem Ulmer Weinfest. Diese hatte bereits einiges getrunken und ihre Wein-Runden bereits bezahlt, als sie noch einmal Nachschub anforderten.

Als die 18-jährige Bedienung die Nachbestellung abkassieren wollte, war die Gruppe aber plötzlich verschwunden. Die junge Frau nahm die Ermittlungen nach den Zechprellern selbst in die Hand und erfuhr von Gästen an den Nachbartischen, dass die Gruppe zum Bahnhof gegangen war, um einen Zug nach Bad Saulgau zu erwischen.

Kellnerin stellt Zechpreller – und bekommt ordentlich Trinkgeld

Die junge Frau nahm die Verfolgung auf und begab sich zum Bahnhof auf Bahnsteig 6. Dort traf sie die Zechpreller auch tatsächlich an. Denen fiel es laut Polizei „wie Schuppen von den Augen“: Sie hatten ihre Rechnung nicht beglichen. In Anwesenheit einer Streife des Polizeireviers Ulm-Mitte versicherte die Gruppe, dass sie in ihrem Weindunst tatsächlich vergessen hatten, ihre Schulden zu begleichen. Die hartnäckige Kellnerin erhielt umgehend die ausstehenden 66 Euro, versehen mit einem ordentlichen Trinkgeld.

Nachdem alle zufrieden waren, rückte die Streife des Polizeireviers Ulm-Mitte ohne weitere Ermittlungen wieder ab.