Ulmer Denkanstöße beginnen
: Spalten Gefühle unsere Gesellschaft?

Vom 12. bis 14. März finden die 19. Ulmer Denkanstöße im Stadthaus statt. Das Thema ist hochaktuell: Es geht darum, wie Emotionen und Polarisierung zusammenhängen.
Von
Ulrike Schleicher
Ulm
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Hetze im Internet: ARCHIV - 30.09.2015, NA, Berlin: Der Hashtag «#Hass» ist auf einem Bildschirm zu sehen. (zu dpa: «Nach Baby-Tod: Ermittlungen wegen Hass gegen Influencerin») Foto: Lukas Schulze/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Heutzutag empört sich Jeder und Jede sofort über Nachrichten, obwohl meist nur die Überschrift gelesen wird. Fake News tragen zudem zu einer Polarisierung und Gef+ühlen wie Hass und Frustration bei.

Lukas Schulze/dpa
  • Ulmer Denkanstöße vom 12.–14. März im Stadthaus, 19. Ausgabe, kostenfrei (Spenden erbeten).
  • Thema: Emotionen und Polarisierung in öffentlichen Debatten.
  • Eröffnung 12. März, 19.30 Uhr: Samira El Ouassil „Die Kunst, uneinig zu bleiben“.
  • Freitag: Panel 16–18 Uhr; 19 Uhr Streitgespräch zu Social-Media-Verbot für Jugendliche.
  • Samstag: Lesung 14–15.30 Uhr (Mendel/Cheema); 16 Uhr Vortrag Peter Anhalt zu Deradikalisierung.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

In gesellschaftlichen Debatten geht es längst nicht mehr nur um Fakten. Gerade bei Themen, die stark polarisieren, sind Emotionen oft ein treibender Faktor – sie reichen von Wut, Hass, Angst und Empörung hin zu Hoffnung und Solidarität. „Diese Gefühle prägen unsere Wahrnehmung, unsere Urteile, unsere Diskussionen und unser Miteinander – ob am Küchentisch, auf Social Media, in Talkshows oder in der Politik“, sagt Iris Mann, Kulturbürgermeisterin der Stadt Ulm. „In dieser Veranstaltung möchten wir gemeinsam erkunden, welche Rolle Emotionen in öffentlichen Debatten spielen, warum sie so wirkmächtig sind – und wie wir mit ihnen umgehen können, ohne uns voneinander zu entfremden“, ergänzt Professorin Rebekka Hufendiek. Die Leiterin des Departments für Geisteswissenschaften an der Universität Ulm und ihr Team organisieren die Ulmer Denkanstöße gemeinsam mit der Kulturabteilung der Stadt Ulm und der Stiftung Bildung und Soziales der Sparda-Bank Baden-Württemberg.

Das Programm

  • Den Eröffnungsvortrag hält am Donnerstag, 12. März, Samira El Ouassil. Die Schauspielerin und Publizistin spricht über „Die Kunst, uneinig zu bleiben“ und verbindet in ihrem Vortrag die soziologische Polarisierungsforschung mit einer kulturwissenschaftlichen Perspektive auf den Wunsch nach „Entpolarisierung“ (19.30 Uhr).
  • Das Diskussionspanel zum Spannungsfeld zwischen Polarisierung und Zusammenhalt am Freitag, (13. März) bestreiten Dr. Nadja-Raphaela Baer von der Humboldt-Universität zu Berlin, der Züricher Journalist Manuel Stark sowie Leonie Pessara von der Werkstatt für Verständigung Berlin (16 bis 18 Uhr)
  • Am Freitagabend geht es um eine heiß diskutierte und insbesondere für junge Menschen äußerst brisante Angelegenheit: ein Social-Media-Verbot für Jugendliche. In einem Streitgespräch auf der Grundlage des ZDF-Formats „13 Fragen“ diskutieren sechs Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Moderiert wird die Veranstaltung von der Berliner Journalistin Salwa Houmsi (19 Uhr).
  • Bei der Lesung und anschließenden Diskussion, am Samstag, 14. März, geht es darum, wie man in Zeiten der Polarisierung wieder richtig streiten lernt. Dass dies möglich ist, demonstrieren Professor Meron Mendel und Saba-Nur Cheema. Der israelisch-deutsche Pädagoge und Direktor der Bildungsstätte Anne Frank und die deutsch-pakistanische Erziehungswissenschaftlerin und Politologin Saba-Nur Cheema sind nicht nur privat ein Paar. Sie publizieren auch gemeinsam, unter anderem über den Konflikt zwischen Israel und Palästina (14 bis 15.30 Uhr).
  • Den Abschlussvortrag am Samstag über Deradikalisierung und Gewaltprävention hält Peter Anhalt. Der Theologe und Supervisor leitet den Fachbereich Rechtsextremismus im Violence Prevention Network Berlin. In seinem Vortrag „Zwischen Wut und Weltbild: Emotionen in Radikalisierung und Prävention“ zeigt Anhalt anhand konkreter Fälle, wie sich biografische Erfahrungen und kollektive Dynamiken verbinden, und wie emotional aufgeladene Situationen in gewaltvolles Denken und Handeln umschlagen können (16 Uhr).

Alle Stadthaus-Veranstaltungen sind kostenfrei – um Spenden wird gebeten!

Die über die Region hinaus bekannte mehrtägige Diskussions- und Kulturveranstaltung bietet wieder ein hochkarätiges Programm mit ordentlich Prominenz. Zum Auftakt wird am Mittwoch, (11. März) im Xinedome der Film L.A. Crash gezeigt. Bis auf den Film sind alle Veranstaltungen kostenlos (5 Euro Eintritt).

Die gesammelten Spenden gehen in diesem Jahr an die Bewährungs- und Straffälligenhilfe Ulm. Der Betrag wird wie in den Jahren zuvor wieder von der Stiftung Bildung und Soziales der Sparda-Bank verdoppelt und am Ende der Denkanstöße als symbolischer Scheck öffentlich übergeben. Das detaillierte Programm sowie – nach Abschluss der Veranstaltung – die Aufzeichnung der Beiträge gibt es online unter www.ulmer-denkanstoesse.de.