SWP+SWP+Ulm veranstaltet Kippen-Challenge
: 10.000 Kippen im Regen und in nur 30 Minuten gesammelt

Trotz Regens kamen am Mittwoch (21.10.) 15 Freiwillige, um Zigarettenkippen in der Innenstadt aufzusammeln. Diese sind nicht nur unansehnlich, sondern vor allem ein Umweltgift.
Von
Ulrike Schleicher
Ulm
Ulmer Kippen-Challenge mit OB Ansbacher - eine Stunde lang werden Zigarettenkippen in der Ulmer City gesammelt

Von links: Der Kippensammler-König, Stadtrat Samy Wiltschek, Rainer Türke, Leiter der Bürgerdienste und FWG-Stadtrat Klaus Kopp.

Matthias Kessler
  • In Ulm sammelten 15 Freiwillige trotz Regen in 30 Minuten 10.000 Kippen.
  • Die EBU organisierten die zweite Kippen-Challenge, um für das Thema zu sensibilisieren.
  • Ulms Oberbürgermeister betonte die Umweltgefahr von Kippen – Filter enthalten Giftstoffe.
  • Eine 76-Jährige appellierte an Raucher, Mülleimer oder kleine Aschenbecher zu nutzen.
  • Samy Wiltschek lag vorn mit rund einem halben Kilo; es gab nachhaltige Vesperdosen als Preis.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Es sei wirklich löblich, dass die Bürgerinnen und Bürger trotz des schlechten Wetters bei der Kippen-Challenge antreten, sagte Ulms Oberbürgermeister, Martin Ansbacher, zur Begrüßung. Zigarettenkippen seien eine der größten Verschmutzungen in der Stadt, unansehnlich und umweltschädlich. Die Challenge, die von den Entsorgungsbetrieben Ulm (EBU) nach 2023 zum zweiten Mal auf die Beine gestellt wurde, solle dazu dienen, die Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren, so Ansbacher.

Unter den Frauen und Männern, darunter auch die Stadträte Samy Wiltschek (kjt) und Klaus Kopp (FWG) sowie der Leiter der Bürgerdienste, Rainer Türke, war auch eine 76-jährige Frau. Sie ärgere sich sehr über die Kippen, die überall herumliegen. „Dabei wäre es so einfach, das zu vermeiden“, sagt sie. Entweder, indem man zum nächsten Mülleimer geht. „Oder man hat einen eigenen, kleinen Aschenbecher dabei.“ Das könne auch eine ausgediente Cremedose sein. Wenn sie Raucher sehe, die ihre Kippen auf dem Boden entsorgen, spricht die 76-Jährige die Leute darauf an. Viele seien einsichtig, ein kleinerer Teil reagiere mit frechen Antworten. Noch schlimmer für die Frau: „Wenn manche die Kippen im Gulli entsorgen und meinen, das ist die Lösung.“ Denn das sei Gift für das Grundwasser.

Nicht so einfach, mit der Zange zu hantieren

Stimmt. Schon eine einzige Kippe reicht, um 1000 Liter Grundwasser zu kontaminieren. Denn in den Filtern sind zahlreiche giftige Chemikalien enthalten. Darauf machen auch Ute Gläser und Marion Praeder von den EBU aufmerksam. Sie stehen beide unter einem Zeltpavillon auf dem Marktplatz und statten die Freiwilligen mit Handschuhen, Plastiktüte und Greifzange aus. Einfach ist die Sammelei mit der Zange nicht. „Das ist was für die Feinmotorik“, meint Katja Sabanoskow lachend, als sie versucht, die vom Regen aufgequollene und zwischen den Fugen klebende Kippe zu greifen. Eine andere Frau nimmt kurzerhand ihre Hand, aber auch das geht nicht so einfach.

Angesichts dieser Umstände wurde die Sammelzeit auf eine halbe Stunde verkürzt. Und die stolze Anzahl von 26.500 Zigarettenkippen vom Jahr 2023 lag in weiter Ferne. Das wäre vielleicht gelungen, wenn die 56 Kinder samt Eltern und Erzieherinnen gekommen wären, die angemeldet waren, wie Marion Praeder sagt. „Aber da sind viele krank geworden und so mussten sie absagen.“ Trotzdem – am Ende kamen am Mittwoch 10.000  Kippen zusammen. „Umgerechnet ist das eigentlich mehr als 2023“, so Ute Gläser. Ganz vorn lag der Ulmer Stadtrat Samy Wiltschek mit rund einem halben Kilo. Er sowie die Zwei- und Drittplatzierten bekamen eine Ulmer Vesperdose mit Holzdeckel und aus Metall. Ganz im Sinne der Nachhaltigkeit.