
Gericht: Überraschung im Erbacher Drogenprozess
Einer der Angeklagten wurde auch im Ludwigsfelder Mordfall verdächtigt. Viele Beweise im Verfahren werden hinterfragt.
Eine Überraschung gab es gestern am Ulmer Landgericht: Dort sind drei Männer angeklagt, sie sollen 76 Kilogramm Marihuana aus dem Ausland nach Erbach geschmuggelt haben. Nun kam heraus: Seinen Anfang nahmen die Ermittlungen wohl in einem ganz anderen Fall – dem Mord im Neu–Ulmer Stadtteil Ludwigsfeld im November 2016. Das berichtete ein Ulmer Polizeibeamter dem Gericht gestern als Zeuge. In Ludwigsfeld war damals ein 37–Jähriger auf offener Straße angeschossen worden und später im Krankenhaus gestorben, der Täter ist bis heute nicht gefasst. Die Polizei bildete die Sonderkommission „Schüsse“, die inzwischen zu einer Ermittlungsgruppe geworden sei.