Besucher-Magnet in Blaubeuren: Blautopf nun wieder dicht, Protestplakate hängen

Nach verbotenem Gekletter am Blautopf hat der Bauhof den Zaun über das Mäuerchen am Blautopf verlegt.
Karin Mitschang- Bauarbeiten am Blautopf in Blaubeuren haben begonnen, Zugänge sind gesperrt.
- Touristen öffneten eigenmächtig Zäune, um Fotos zu machen.
- Protestplakate und Leserbriefe fordern Öffnung während der Bauzeit.
- Stadtverwaltung gibt bald ein Update zu den Bauarbeiten.
- Gemeinderat entscheidet am 10. September über Aussichtsplattform.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Nachdem der vierjährige Umbau am Blautopf-Areal in Blaubeuren am Montag gestartet ist und die Touristen sich ihren Weg zum Besucher-Magneten auf unsicherem Weg gebahnt hatten, ist nun am Donnerstag (29.08.2024) wieder alles dicht. Der Bauhof hat offenbar nachgearbeitet und den Zaun über das marode Mäuerchen am Blautopf-Café gelegt. Auch der Zaun an der Hammerschmiede ist inzwischen dicht. Offenbar hatten sich Touristen den Zaun am Mittwoch eigenmächtig geöffnet, um ihr Foto am beliebten Wahrzeichen der Stadt zu schießen.

An der Blau in Blaubeuren haben die Arbeiten für ein zusätzliches neues Wehr begonnen: Das Schlauchsystem ist am Donnerstagmorgen (28.08.2024) wieder leer, nachdem es am Mittwoch noch prall gefüllt war.
Karin MitschangVor Ort am Donnerstagmorgen weist ein Bauhof-Mitarbeiter jeden, der auch nur einen Blick auf den Zaun an der Hammerschmiede wirft, darauf hin, dass es keinen Durchgang gibt. Er hatte den Zaun nur kurz geöffnet, um ein Fahrzeug aufs Gelände zu fahren. Das Vordach eines der Gebäude ist bereits abgebaut, in einem Container stapeln sich weitere Einrichtungsgegenstände aus den Fachwerkhäusern, die kernsaniert werden.
Ordnungsamt sieht nach dem Rechten
Ein Ordnungsamtsmitarbeiter mit einer „Polizeibehörde“-Weste schaut auf seinem Rundgang nach dem Rechten. Eine offizielle Aussage macht er nicht, weist aber darauf hin, dass die Stadt dreiste Touristen durchaus kennt: In Corona-Zeiten war der Blautopf aufgrund des engen Rundweges zwecks Sicherheitsabstand ebenfalls gesperrt gewesen. Auch damals wurde kreuz und quer versucht, an den berühmten Quelltopf mit dem schönen Farbton zu kommen. Nun sind alle Rundwege – natürlich auch ein Wanderweg von der Sonderbucher Steige hinunter – gesperrt.

In mehreren Schaufenstern in Blaubeuren hängt ein Schild, das eine durchgehende Öffnung des Blautopfs während der Bauphase fordert. Verfasser unbekannt.
Karin Mitschang„Der Blautopf muss während der Bauzeit jederzeit besichtigt werden können“, steht auf einem Plakat in mehreren Blaubeurer Schaufenstern. Wer der Verfasser oder die Verfasserin ist, steht nicht dabei. Auch eine Mitarbeiterin in einem Laden wisse nicht, wer das Plakat gebracht hat, sagt sie auf Anfrage. Der zweite Laden ist geschlossen.
Leserbriefe kritisieren Stadt
An die Redaktion des „Blaumännle“ – der wöchentlichen Beilage zur SÜDWEST PRESSE aus Blaubeuren – sind derweil mehrere Leserbriefe eingegangen, die ebenfalls eine Öffnung des Blautopfs fordern. Ein Bürger spricht von einem „Marketing-Desaster“, sei doch über die jüngste Pressemitteilung in der vergangenen Woche auch an sämtliche deutsche Busreiseunternehmen signalisiert worden: Der Blautopf ist für vier Jahre dicht. Dem sei freilich nicht so, weil der Gemeinderat in seiner Sitzung am 10. September entscheiden wird, ob eine Aussichtsplattform installiert werden soll.
Die Stadtverwaltung hat auf Anfrage noch nicht zu den Vorgängen am Bauzaun oder zu den genauen Bauarbeiten in dieser Woche geantwortet. Blautopf-Projektleiterin Manuela Irlwek verweist lediglich auf die Urlaubszeit, aufgrund derer eine umfassende Auskunft noch nicht möglich sei. Demnächst werde es ein Update seitens der Stadt geben.
Empfehlung aus der Redaktion
Besuchen Sie unsere Themenseite und finden Sie dort weitere spannende Hintergrundgeschichten und Empfehlungen aus der Redaktion.
Ihr findet uns auch auf Instagram!

