Tod in der Donau
: Der ertrunkene Mazzid Camara soll in sein Heimatland überführt werden

Die Arbeitskollegen des 24-Jährigen, der am Donnerstag (14.8) beim Schwimmen in der Donau ertrank, sammeln Spenden. Der Heilerziehungspfleger stammte aus Guinea in Westafrika und soll dort beerdigt werden.
Von
Ulrike Schleicher
Ulm
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Schwörmontag 2025 - Einsatzkräfte auf der Donau vor dem Nabada

Der 24-Jährige starb beim Baden in der Donau (Symbolbild).

Magdi Aboul-Kheir
  • 24-jähriger Mazzid Camara ertrank am 14. August beim Schwimmen in der Donau nahe Neu-Ulm.
  • Rettungskräfte konnten ihn trotz geübter Schwimmkenntnisse nicht wiederbeleben.
  • Familie in Guinea möchte ihn in die Heimat überführen; Kosten werden auf 13.000 Euro geschätzt.
  • Arbeitskollegen des Heilerziehungspflegers sammeln Spenden über „gofundme“.
  • Camara galt als warmherziger „Sonnenschein“ im Team und bei Bewohnern des Tannenhofs.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

„Alle waren zunächst sprachlos. Ich auch, weil ich erst am Montag (18.8) vom Tod meines Arbeitskollegen erfahren habe“, erzählt Zaliya Reiss. Sie bezieht sich auf den 24-jährigen Mann, der am Donnerstag gegen Nachmittag zusammen mit einem Freund in die Donau hüpfte, um sich abzukühlen. Dabei sei er in die Strömung geraten und untergegangen. Rettungskräfte des DLRG und der Wasserwacht Neu-Ulm versuchten, ihn zu reanimieren. Aber vergeblich.

Dabei war Mazzid Camara ein geübter Schwimmer, und er kannte genau diese Badestelle in der Donau beim Jahnufer auf der Neu-Ulmer Seite, sagt Zaliya Reiss. „Es war nicht das erste Mal, dass er dort baden ging.“ Es sei noch nicht klar, was genau passiert sei. Vielleicht sei er in Panik geraten. Der Obduktionsbericht stehe noch aus.

„Er hatte die Gabe, alles besser zu machen“

Am Montag haben sich die Kollegen und Kolleginnen von Mazzid Camara zu einer Besprechung getroffen. Sie alle sind im Tannenhof beschäftigt, eine Einrichtung für Menschen mit Behinderung der Habila Gmbh. „Mazzid war Heilerziehungspfleger. Er kam vor rund einem Jahr nach Ulm“, so Zaliya Reiss. Davor habe er acht Jahre in Bautzen gelebt. Vor einem halben Jahr habe er im Tannenhof angefangen.

Sie beschreibt den 24 -Jährigen als „den Sonnenschein“ im Team und bei den Bewohnern und Bewohnerinnen. „Er hatte die Gabe, alles besser zu machen.“ Er sei offen, warmherzig, positiv und hilfsbereit gewesen. Es sei einfach nur traurig. Die Familie in Guinea (Westafrika) habe man mithilfe eines Cousins, der ebenfalls in Deutschland lebt, vom Tod des 24-Jährigen informiert. „Wir haben Kontakt.“ Die Mutter wolle ihren Sohn heim holen.

Das war der Punkt, an dem die Sprachlosigkeit ins Handeln überging in der Besprechung am Montag, sagt die angehende Heilerziehungspflegerin. „Wir haben beschlossen, Spenden zu sammeln.“ Die Überführung, die Bestattung – alles koste viel Geld. „Wir denken bestimmt 13.000 Euro.“ Das ist nun auch das Ziel, das auf der Webseite von „gofundme“ angegeben ist. Bekannt gemacht wird die Aktion auch über die Sozialen Medien. „Wir hoffen, es klappt. Wir brauchen jede Unterstützung und danken von Herzen für jede Spende und jede Geste des Mitgefühls“, heißt es unter dem Link, der hier aufrufbar ist.