Tierschutzskandal in Bayern
: Allgäuer Landwirte erneut wegen Tierquälerei vor Gericht

Zwei Bauern und ihre Mitarbeiter sollen Rinder massiv leiden gelassen haben, weil sie laut Anklage Geld sparen wollten. Viele Tiere mussten getötet werden. Nun startet der Prozess - zum zweiten Mal.
Von
dpa
Memmingen
Jetzt in der App anhören

Kühe stehen in einem landwirtschaftlichen Großbetrieb in einem Stall. Im Allgäuer Tierschutzskandal stehen erneut Landwirte vor Gericht. Sie sollen teils massiv gegen das Tierschutzgesetz verstoßen haben.

Karl-Josef Hildenbrand/dpa
  • Prozess zu Allgäuer Tierschutzskandal: Ab Dienstag vor dem Landgericht Memmingen.
  • Angeklagt: Vater (68), Sohn (35) und zwei Mitarbeiter wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz.
  • 2019: Kontrolle führte zur Tötung von 38 Rindern; Mitarbeiter gestanden Tierarztverbot.
  • Neue Ermittlungen laufen: 2022 Durchsuchung nach erneutem Material einer Tierschutzorganisation.
  • Gericht plant 16 Verhandlungstage, Urteil wird Ende Mai erwartet.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

In 58 Fällen sollen zwei Allgäuer Landwirte und zwei ihrer Mitarbeiter massiv gegen das Tierschutzgesetz verstoßen haben. Dafür müssen sie sich ab Dienstag (9.00 Uhr) vor dem Landgericht Memmingen verantworten. Laut Anklageschrift sollen sie ihre Rinder leiden gelassen haben, um Geld für tierärztliche Behandlungen zu sparen. 

Nachdem eine Tierschutzorganisation den Behörden 2019 Hinweise gegeben hatte, mussten nach einer Kontrolle 38 Tiere getötet werden. Angeklagt sind ein Vater und sein Sohn im Alter von 68 und 35 Jahren, die zum Zeitpunkt der Kontrolle einen Milchviehbetrieb in Bad Grönenbach im Allgäu und weitere Nebenstellen, unter anderem in Baden-Württemberg, betrieben haben.

Angestellte legten Geständnis ab

Bereits 2023 wurden der Landwirt, sein Sohn und die beiden Angestellten gemeinsam mit zwei weiteren Angestellten angeklagt, das Verfahren gegen sie aber ausgesetzt. Die beiden Angestellte legten dagegen in dem vergangenen Prozess ein Geständnis ab und wurden zu Geldstrafen verurteilt. Auf Anweisung ihres Vorgesetzten hätten sie es vermieden, einen Tierarzt zu rufen. Sie sprachen von einem „selbstherrlichen und gewissenlosen Führungsstil“.

Staatsanwaltschaft ermittelt zu weiteren Vorwürfen

In der Zwischenzeit kam es zu erneuten Kontrollen auf dem Hof der Angeklagten. Nachdem eine Tierschutzorganisation erneut belastendes Material gesammelt hatte, durchsuchten Staatsanwaltschaft und Polizei nach eigenen Angaben im März vergangenen Jahres Gebäude des Milchviehbetriebs. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft ist das Ermittlungsverfahren gegen den Sohn in diesem Fall bisher nicht abgeschlossen. 

Insgesamt 16 Verhandlungstage hat das Landgericht für den nun beginnenden Prozess angesetzt. Sollte das Verfahren nach Plan verlaufen, wäre Ende Mai mit einem Urteil zu rechnen.