Tierschutz in Ulm: Ja zum Chippen und Kastrieren freilebender Katzen

Im Ulmer Tierheim warten 30 Katzen auf neue Besitzer.
Carolin Stüwe- Ulms Tierheim und Katzenhilfe kämpfen mit steigenden Kosten wegen häufiger Katzenwürfe.
- Vorschlag: Registrierung und Kastration von Katzen verpflichtend, wie in Karlsruhe.
- Gemeinderat muss Entscheidung treffen; Empfehlung an Bürger geplant.
- Kosten der Katzenhilfe: 125.000 Euro jährlich, keine Zuschüsse, nur Spenden.
- Veterinäramt fordert mehr Katzenschutz, Umsetzung dauert.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Aufgrund der Klimaerwärmung bekommen Katzen nicht mehr zweimal vier bis sechs Junge pro Jahr, sondern inzwischen sogar bis zu vier Würfe. Dem Tierheim und der Katzenhilfe, beide zuständig für Ulm, Neu-Ulm und die angrenzenden Landkreise, wachsen die Kosten über den Kopf. Im Tierheim werden etwa trächtige Katzen oder Jungkatzen als Fundtiere abgegeben. Oft sind sie schlecht ernährt und krank. Später werden sie per Chip registriert, geimpft sowie kastriert und dann erst an neue Besitzer vermittelt. Entsprechend kümmert sich die Katzenhilfe ehrenamtlich um verwilderte Katzen an bislang dauerhaften Hotspots wie im Donautal oder in der Nähe landwirtschaftlicher Höfe.
„Wir müssen von dieser wachsenden Katzenpopulation runterkommen und ebenso von den hohen Kosten“, sagt Manfred Chaloun, der Leiter des Ulmer Veterinäramtes. Er hat sich deshalb mit Vertretern des Tierheims und der Katzenhilfe zusammengesetzt, um zu besprechen, wie sich die Stadt einer Katzenschutzverordnung annähern könnte, wie sie bereits erfolgreich in Karlsruhe läuft. Dort wird per Gesetz von den Haltern verlangt, dass sie ihre Kater und Katzen registrieren und kastrieren lassen.
Gemeinderat entscheidet
Zwar stehe eine Rücksprache mit Oberbürgermeister Martin Ansbacher noch aus. Aber Chaloun und die Tierschützer könnten sich in einem ersten Schritt eine freundliche Empfehlung an die Ulmer Bürgerinnen und Bürger vorstellen, die ihre Katzen bislang nicht haben chippen und kastrieren lassen. Dieser Text von Stadt und Veterinäramt solle noch dieses Jahr in den Medien veröffentlicht werden. "Wenn sich dann aber langfristig nichts ändert, wird die Verordnung nötig sein", vermutet Chaloun. Beschließen muss diese jedoch der Gemeinderat.
Horst Widder, Schatzmeister fürs Tierheim samt Tierschutzverein, verfolgt die steigenden Kosten seit Jahren und fordert: „Mit den Katzen muss etwas passieren.“ Und das funktioniere nur „mit einem gewissen Druck von der Politik“. Michaela Barth, erste Vorsitzende der Katzenhilfe Ulm/Neu-Ulm, berichtet von dem Gespräch, dass der Chef des Veterinäramtes von der Höhe der Tierarztkosten sehr beeindruckt war. Beispiel: Die Katzenhilfe hat aufgrund ihres großen Wirkungsbereichs jedes Jahr Kosten von 125.000 Euro, erhält aber keine Zuschüsse, nur Spenden. Chaloun habe eingesehen, dass der Katzenschutz unbedingt verstärkt werden muss. Aber er habe den Tierschützern zugleich verdeutlicht, dass so etwas nicht von heute auf morgen geht, berichtet Michaela Barth.
