Lock-Out. Zuletzt gab es einen regulären Betrieb an der Uni Ulm im Frühjahr 2020. Als wir damals zuletzt in den Computer-Pools saßen und dieses Wort „Pandemie“ durch die Gänge huschte, konnte keiner abschätzen, welche Auswirkungen das auf den Alltag aller Studierenden haben würde. Und dann kam die Schließung. Hörsäle, Seminarräume, die Cafeteria und sogar die Lernflächen waren plötzlich nicht mehr die übliche Domäne des gemeinen Studenten, sondern verwaisten zusehends. Wenigstens konnten wir uns noch in der Freizeit treffen und uns fachlich austauschen oder soziale Kontakte pflegen – wobei große Partys natürlich auch gestrichen waren.
 

Manch einer weiß nicht mal, wie sein Dozent aussieht

Für die neuen Erstsemester waren und sind das noch härtere Umstände. Die Anwesenheit an der Uni bringt wichtige Strukturen für die Zusammenarbeit und die Diskussion mit anderen mit sich  – zwei unentbehrliche Vorgänge für den Studienalltag vieler. Aber vielen Studienanfängern und denjenigen, die an unsere Uni gewechselt haben, fehlt der persönliche Kontakt oft völlig. Vorlesungen finden ausschließlich online statt. Man „trifft“ sich höchstens in Chat-Gruppen und manch einer weiß nicht einmal, wie sein Dozent aussieht.
 

Endlich wieder zurück aus dem Homeoffice

Im Sommer, nach einer langen Periode im Homeoffice, konnten immer mehr Mitarbeiter der Uni in die Büros zurückkehren – unter Auflagen, versteht sich. Sinnvolle Maßnahmen stellen sicher, dass alle möglichst gut vor dem Virus geschützt sind. Für die Forschung und Organisation von Vorlesungen sind dies gute Nachrichten. Leise Gerüchte ziehen die Runde, dass nach eineinhalb Jahren ein gewohnter Vorlesungsbetrieb wieder starten könnte. Auf dass auch die Erstis ihre Dozenten und Kommilitonen wieder persönlich kennenlernen und nicht nur am Bildschirm.
So lange haben wir nun also die Möglichkeit, wenigstens an den Lernflächen mit Maske zu sitzen und mit Glück mal den einen oder anderen Bekannten an der ausgestorbenen Uni wieder zu Gesicht zu bekommen – oder zumindest die Augen unter der allgegenwärtigen Maske.
[frizz]