Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi ruft die Erzieherinnen und Erzieher im Südwesten in mehreren Kommunen erneut zu Warnstreiks auf. Soll heißen: Viele Eltern müssen sich in der kommenden Woche erneut darauf einstellen, eine Lösung für die Betreuung ihrer Kinder zu organisieren.

Verdi-Streik im Südwesten: Viele Kitas bleiben geschlossen

Verdi-Vizechefin Hannah Binder sagte in Stuttgart, um die immer größere Fachkräftelücke im Sozial- und Erziehungsdienst zu schließen wollten die Arbeitgeber weiterhin auf Werbekampagnen setzen. Sie lehnten Gespräche über eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen ab und somit auch Vereinbarungen zur Qualität der Angebote.
Mit geschlossenen Einrichtungen müssen Eltern am Dienstag im
  • Kreis Ludwigsburg,
  • in Ulm
  • in Rastatt und
  • Offenburg rechnen.
Am Mittwoch sollen dann Beschäftigte
  • im Rems-Murr-Kreis und
  • im Raum Heilbronn
ihre Arbeit befristet niederlegen.

Diese Streikmaßnahmen in Kitas sind geplant

Im Detail ist laut Verdi folgendes geplant, aufgeteilt nach Regionen:
  • Ulm-Oberschwaben: Warnstreik am 26.04.2022 in Kitas in der Stadt Ulm, Demonstrationszug ab 9:30 Uhr vom Weinhof durch die Stadt.
  • Heilbronn-Neckar-Franken: 27.04.2022 Warnstreik bei der Stadt Heilbronn sowie im Landkreis, Treffpunkt am Soleo, Start der Demo um 10 Uhr mit anschließender Kundgebung.
    29.04.2022 Warnstreik in Crailsheim, Kupferzell, Schwäbisch Hall. Demo vom ZOB in Crailsheim um 9:30 Uhr, danach Kundgebung auf dem Schweinemarktplatz.
  • Mittelbaden-Nordschwarzwald: Warnstreik am 26.04.2022 in Rastatt in städtischen Kitas sowie Beschäftigte des Landratsamtes Rastatt. Um 9 Uhr Kundgebung auf dem Platz zwischen Landratsamt und Reithalle (Schlossplatz 5).
  • Südbaden Schwarzwald: 26.04.2022 Warnstreik in der Stadt Offenburg, Kitas und Sozialarbeit. 10 Uhr Treffen vor der Reithalle Offenburg.
  • Fils-Neckar-Alb: Am 28.04.2022 Aktion der SuE-Beschäftigten gemeinsam mit dem Gesamtelternbeirat Tübinger Kitas zwischen 16:30-17 Uhr vor dem Rathaus Tübingen.

Hintergrund der Streiks von Verdi

Die Arbeitgeberseite hatte die Warnstreiks in der Vergangenheit regelmäßig kritisiert und erklärt, man sei in konstruktiven Verhandlungen und die Gewerkschaften könnten an diesen sehen, dass man so agiere, dass eine Einigung möglich sei.
Verdi fordert für die bundesweit rund 330.000 betroffenen Beschäftigten bessere Arbeitsbedingungen, Maßnahmen gegen Fachkräftemangel und eine höhere Eingruppierung vieler Mitarbeiter.
In Baden-Württemberg sind nach Angaben der Arbeitgeber rund 50.000 Beschäftigte im Sozial- und Erziehungsdienst betroffen. Die dritte Verhandlungsrunde ist für den 16. und 17. Mai in Potsdam geplant.
Gestreikt wird am kommenden Montag (25.4.2022) auch bei der Bahn. Infos dazu bekommen Sie hier: