Gehälter und Löhne im Einzelhandel
: In diesen Ulmer Läden wird gestreikt

Die Tarifverhandlungen im Einzel-, Versand-, Groß- und Außenhandel stocken. Daher wird erneut gestreikt, auch in Ulm hat Verdi dazu aufgerufen.
Von
Magdi Aboul-Kheir
Ulm
Jetzt in der App anhören

Verdi hat wieder zu Warnstreiks aufgerufen.

Jan Woitas

Wieder einmal wird in Baden-Württemberg um Löhne und Gehälter gerungen: seit gut sechseinhalb Monaten laufen Tarifverhandlungen im Einzel- und Versandhandel, seit fünfeinhalb Monaten im Groß- und Außenhandel. Am Freitag (13.10.2023) hat die Gewerkschaft Verdi in mehreren Städten des Landes zu ganztägigen Warnstreiks aufgerufen. Auch Ulm ist betroffen.

Mit den Arbeitsniederlegungen soll weiterer Druck auf die Arbeitgeberseite in den laufenden Tarifverhandlungen gemacht werden. Wie Verdi mitteilt, zahlen etliche Unternehmen mittlerweile Entgelterhöhungen in Höhe von gut fünf Prozent einseitig an ihre Beschäftigten aus. Verdi-Verhandlungsführer Wolfgang Krüger sagt aber: „Die freiwilligen Vorweganhebungen halten die Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben nicht von weiteren Protesten ab. Im Gegenteil: Was nun vorab gezahlt wird, ist viel zu niedrig. Nicht einmal die Preissteigerungen im laufenden Jahr werden ausgeglichen.“

Zum Streik aufgerufen wurden Beschäftigte aus den Regionen Mittelbaden-Nordschwarzwald (unter anderem Karlsruhe, Pforzheim, Freudenstadt), Rhein-Neckar (Mannheim und Umgebung), Ludwigsburg, Bietigheim-Bissingen, Heilbronn und Schwäbisch Hall mit Umgebung, Ulm sowie im Bereich Neckar-Fils (Reutlingen, Göppingen und Esslingen). Zu den betroffenen Unternehmen gehören Kaufland, H&M, Ikea, Obi, Primark, Zara, Edeka Fleischwerk und ein dm-Lager, teilt Verdi mit.

Ikea und H&M in Ulm sind betroffen

In Ulm wird konkret bei Ikea und H & M gestreikt. Wie im Büro des Verdi-Bezirks Ulm-Oberschwaben zu erfahren war, handelt es sich jedoch um einen „stillen Streik“. Das heißt, die Streikenden bleiben an diesem Tag zuhause, es gibt vor Ort keine Kundgebungen. Insofern ist fraglich, ob oder wie sehr die Kunden den Streit zu spüren bekommen.

Der nächste Verhandlungstermin für den Einzel- und Versandhandel – die fünfte Runde – findet am 3. November statt. Der nächste Verhandlungstermin im Groß- und Außenhandel – die siebte Runde – steht noch nicht fest.