Straßen in Oberroth: Im Herrenwald und der Herbststraße

In Oberroth kann man unter anderem Am Herrenwald wohnen. Der Lokalhistoriker erklärt, wie es dazu kam.
Montage: Karin Mitschang/Beniamino Raiola- Oberroth hat historische Straßennamen wie "Am Herrenwald" und "Bischof-Wolfhard-von-Roth-Straße".
- Der Herrenwald wurde 1775 zwischen Bauern und dem Hochstift Augsburg aufgeteilt.
- Die Frühlingsstraße führt nach Osten, die Herbststraße nach Westen.
- Ein Pestkreuz erinnert an die Pestopfer des Dreißigjährigen Krieges.
- Der Resengraben stammt vom früheren "Roesengraben" für Flachsverarbeitung.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Kommune Oberroth gehörte vom Jahr 1288 bis 1803 dem Hochstift Augsburg, also dem Bistum Augsburg, weiß Ludwig Rendle. „Die Bauern hatten die Möglichkeit, ihren Holzbedarf in den Wäldern zu holen. Dabei kam es immer wieder zu Konflikten“, sagt der Lokalhistoriker auf Anfrage nach den interessantesten Straßennamen im Ort. Im Jahr 1775 sei das Waldgebiet aufgrund der Konflikte aufgeteilt worden: Der südliche Teil wurde den Bauern zugeteilt, der nördliche gehörte weiterhin dem Hochstift, das heißt den „Herren“, darum nannte man diesen Wald den „Herrenwald“ und die Straße, die zu ihm führt, wurde „Am Herrenwald“ genannt.
Auch die Bischof-Wolfhard-von-Roth-Straße hat einen sehr lokalen Bezug. Wolfhard von Roth war der Lehensherr von Oberroth, weiß Rendle. „Als er Bischof wurde, vermachte er seinen Besitz dem Hochstift Augsburg.“ 1996 erinnerten sich die Oberrother ihres großen Sohnes und benannten in einem Neubaugebiet eine Straße nach ihm. Er war 1256 zum Domkanoniker berufen worden und stieg 1286 zum Dompropst auf, ist in einer bekannten Enzyklopädie nachzulesen.
Guckisberg und Frühlingsstraße
Der Ort nahe Illertissen hat auch schöne und gar niedliche Straßen- und Flurnamen im Angebot: Es gibt eine Frühlingsstraße, die nach Osten geht, also „dem Frühling, der aufgehenden Sonne entgegen“, wie Rendle sagt, und gegenüber führt eine Herbststraße nach Westen. Der Guckisberg hat wohl entweder auf die gute Aussicht oder auf den Ruf des Kuckucks hingewiesen. Und Hoppamahd weist auf Wiesen mit vielen Unebenheiten hin. Weniger lieblich ist die Adresse Zum Pestkreuz: „Im Dreißigjährigen Krieg wütete in Oberroth die Pest, es wurde außerhalb des Ortes ein Pestfriedhof eingerichtet, mit einem Pestkreuz, das bis heute dort steht“, kann Rendle berichten. Der Weg dorthin heißt deshalb „Zum Pestkreuz“.
Der Resengraben in Oberroth kommt übrigens vom früheren Roesengraben. „Roesen“ oder „roesten“ bezeichnete den Vorgang, Flachs im Wasser einzuweichen und am Ufer wieder zu trocknen, damit er geschmeidig wurde.


