Straßen in Langenau: Zipfel und Quellen als Namensgeber

Wir klären auf, warum man in Langenau auch Im Kappenzipfel wohnt.
Karin Mitschang/Montage Beniamino Raiola- Stadtarchivar Emanuel Königer erklärt Langenauer Straßennamen wie Kuftenstraße und Wörthstraße.
- Kuften bezieht sich auf Erdwälle, die Überschwemmungen verhindern sollten.
- Viele Straßennamen in Langenau beziehen sich auf Gewässer.
- Der Name Beinesengasse stammt von einem ehemaligen Mühlenbesitzer, Albanus Grees.
- Kalmenbrunnenstraße hat keinen Brunnen mehr, war aber nach einer Pflanze benannt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
In Langenau gibt es sowohl die Adresse Kuftenstraße, als auch Ostener Kuften. Doch was hat es damit auf sich? Mit „Kuften“, wohl von dem Wort „Gehauften“ kommend, „dürften Erdwälle oder Erdhaufen gemeint worden sein, die gegen die Nau hin gerichtet waren“, erklärt Emanuel Königer. „Die Erdwälle halfen so, Überschwemmungen zu vermeiden“, erklärt der Stadtarchivar. In der „Stadt der Quellen, Mühlen und Störche“ beziehen sich sehr viele Straßennamen auf Gewässer.
So habe die Wörthstraße ihren Namen nicht nach der Stadt Wörth erhalten. Eine Wörth – sowie der beliebte Langenauer Stadtpark Wörth – bezeichnet Wiesen zwischen zwei Gewässern. Königer: „Die Wörthstraße quert mit ihren drei Brücken zweimal den Lauf der kalten und einmal den der warmen Ach.“ Eine kleine Seitenstraße, die am Naubad von der Wörthstraße abzweigt, ist Im Kappenzipfel. „Geht man den Fußweg weiter, gelangt man zu Gärten.“ Zwischen den beiden Achläufen befinden sich schmale und lange Grundstücke, die Königer als „Zipfel“-Namensgeber identifiziert hat.
Kein Brunnen in der Kalmenbrunnenstraße
Den „Brunnen“ sucht man am Ende der Kalmenbrunnenstraße in Langenau vergeblich, denn „dieser kleine eingefasste Quelltopf wurde schon vor etlichen Jahren zugeschüttet“, sagt der Stadtarchivar. Seinen Namen habe er vermutlich von der Kalmuspflanze, eine eigentlich aus Ostasien stammende und seit Mitte des 16. Jahrhunderts bei uns heimische Heilpflanze. Diese wachse besonders auf feuchten und sumpfigen Böden.
Benannt nach der ehemaligen Beinesenmühle ist laut Königer die Beinesengasse. „Der Name kommt von einem der ehemaligen Besitzer – Albanus Grees – der im Salbuch von 1710 erwähnt wird.“ Aus Albanus wurde die Verballhornung Beinesen. Laut einem Online-Genealogie-Lexikon war Grees übrigens Müller und auch Richter und lebte verschiedenen Kirchenbüchern zufolge von 1655 bis 1738.
Die Straße Am Ofenloch im Langenauer Teilort Hörvelsingen vermag Königer nicht zu erklären, doch dieselbe Adresse hatten wir ja schon in der Straßennamenserie in der Folge über Bernstadt. Nach Ansicht der Arbeitsgruppe Bernstadter Ortsgeschichte ist sie abgeleitet vom nahegelegenen Waldstück Ofenloch, ehemals Uffenloch, was laut Ortschronik einen Eulenwald bezeichnete.
Königer berichtet über die Freistegstraße: „Auf der Seite des Freihäusles gab es früher ein kleines, offenes Bächle.“ Als im Pfleghof noch ein Kloster war, konnten Verfolgte demnach im Kloster Asyl finden. „Dazu mussten sie über einen Steg, der über das Bächle führte, in das Freihäusle gelangen und waren somit ,frei', durften also nicht weiter verfolgt werden.“



