Spritpreise in Ulm und Neu-Ulm
: 12-Uhr-Regel wirkt nicht wie erwartet – jetzt fallen die Preise trotzdem

Die Feuerpause im Iran spart deutschen Autofahrern viele Ausgaben. Sie müssen für Diesel und Super aber immer noch deutlich mehr ausgeben als vor Kriegsbeginn. Und die Preise könnten wieder steigen.
Von
Daniel Wydra
Ulm
Tankstelle in Tschechien: ARCHIV - 03.06.2025, Tschechien, Asch: Ein Mann greift zum Zapfhahn einer Tankstelle.  (zu dpa: «Tschechien deckelt Spritpreise») Foto: Pia Bayer/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Auch bei hohen Spritpreisen bleiben Millionen Menschen auf das Auto angewiesen.

Pia Bayer/dpa
  • Spritpreise sinken: E10 und Diesel wurden erstmals seit fast zwei Wochen günstiger.
  • Bundesweit lag E10 bei 2,155 Euro, Diesel bei 2,419 Euro pro Liter am Mittwoch.
  • Grund ist ein Ölpreissturz nach einer zweiwöchigen Feuerpause im Iran und in Israel.
  • In Ulm und Neu-Ulm fielen die Preise seit dem 1. April teils um drei bis zehn Cent.
  • 12-Uhr-Regel zeigt keine klare Wirkung – Benzin stieg zuletzt schneller als in Nachbarländern.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Zum ersten Mal seit fast zwei Wochen sind sowohl Superbenzin der Sorte E10 als auch Diesel deutlich billiger geworden. Der Preis für einen Liter E10 lag nach Daten des ADAC im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Mittwochs bei 2,155 Euro. Das waren 3,3 Cent weniger als am Vortag.

Bei Diesel ging es um 2,8 Cent auf 2,419 Euro nach unten – das war der erste Rückgang nach zwölf Anstiegen in Folge. Benzin hatte sich bereits am Dienstag minimal verbilligt.

Der Rückgang an der Zapfsäule folgt auf einen sehr viel stärkeren Absturz der Ölpreise am Mittwoch, nachdem sich die Situation im Nahen Osten entspannt hatte: US-Präsident Donald Trump hatte nach mehreren Drohungen, Iran immer stärker anzugreifen, einer zweiwöchigen Feuerpause zugestimmt. Experten gehen davon aus, dass es einige Zeit dauern kann, bis die Auswirkungen vollständig an den Tankstellen ankommen.

Auch in Ulm und Neu-Ulm sinken die Preise an den Tankstellen

Wie ist die Lage in Ulm und Neu-Ulm? Ein Blick auf das Portal clever-tanken.de zeigt, dass auch in der Doppelstadt die Preise niedriger sind als zum Start der 12-Uhr-Regel am 1. April. An vielen Tankstellen sind die Preise für Diesel und Super E10 zwischen drei und zehn Cent pro Liter niedriger als am 1. April – außerdem deutlich niedriger als der Bundesdurchschnitt am Mittwoch. In der folgenden Aufzählung vergleichen wir die Preise an fünf ausgewählten Tankstellen nach der ersten 12-Uhr-Erhöhung mit denen von heute Vormittag (9. April).

Diesel-Preise an den Tankstellen

  • Freie Tankstelle am Ring in Neu-Ulm, Turmstraße – 1. April: 2,339 – 9. April: 2,339 Euro pro Liter
  • Jet in Neu-Ulm, Memminger Straße – 1. April: 2,389 – 9. April: 2,339 Euro pro Liter
  • bft in Ulm, Blaubeurer Straße – 1. April: 2,349 – 9. April: 2,319 Euro pro Liter
  • Esso in Ulm, Hindenburgring – 1. April: 2,399 – 9. April: 2,329 Euro pro Liter
  • Aral in Ulm, Karlstraße – 1. April: 2,369 – 9. April: 2,339 Euro pro Liter

Die Preise für Super E10 im Vergleich

  • AVIA in Ulm, Blaubeurer Straße – 1. April: 2,139 – 9. April: 2,069 Euro pro Liter
  • bft in Ulm, Blaubeurer Straße – 1. April: 2,109 – 9. April: 2,059 Euro pro Liter
  • Freie Tankstelle am Ring in Neu-Ulm, Turmstraße – 1. April: 2,119 – 9. April: 2,079 Euro pro Liter
  • Esso in Neu-Ulm, Ringstraße – 1. April: 2,239 – 9. April: 2,119 Euro pro Liter
  • Aral in Ulm, Raiffeisenstraße – 1. April: 2,149 – 9. April: 2,099 Euro pro Liter

Hinweis: Für die Zahlen von clever-tanken.de übernehmen wir keine Gewähr. Stand: 9. April 2026, 11 Uhr.

In Nachbarländern steigt der Benzinpreis deutlich geringer

Insgesamt ist Tanken in Deutschland immer noch sehr viel teurer als vor Kriegsausbruch. Bei E10 sind es im Durchschnitt rund 38 Cent, bei Diesel etwa 67 Cent. Bisherige Maßnahmen der Bundesregierung gegen die steigenden Spritpreise haben bisher keine durchschlagende Wirkung gezeigt.

Im Gegenteil: Daten der EU-Kommission, die die dpa ausgewertet hat, zeigen, dass der Benzinpreis in Deutschland zuletzt deutlich schneller gestiegen ist als in den EU-Nachbarländern.

Die Zahlen beziehen sich auf den Zeitraum vom vorletzten zum letzten Montag, umfassen also auch mehrere Tage, an denen die neue 12-Uhr-Regel galt, nach der die Preise nur noch einmal täglich zur Mittagszeit erhöht werden dürfen.

Kritik an der 12-Uhr-Regel

Kritiker der neuen Regel hatten bereits im Vorfeld davor gewarnt, dass sie die Preise antreiben statt senken könnte. Ob dies der Fall ist, lässt sich aus den Daten allerdings nicht klar ablesen. Zudem verhält sich der Dieselpreis nicht klar auffällig.

Die Feuerpause im Iran und in Israel gilt zunächst für zwei Wochen. Gleiches gilt für die Öffnung der Straße von Hormus. Was danach passiert, ist unklar. Sollte der Krieg wieder eskalieren, dürften die Spritpreise wieder deutlich steigen.

Mit Informationen der Nachrichtenagentur dpa.