Sonderveröffentlichung
: Comprehensive Cancer Center Ulm stellt sich vor

Männer müssen stark sein und werden nicht krank – so das Rollenbild, das in unserer Gesellschaft noch immer verankert ist“, stellt Professor Christian Bolenz, Ärztlicher Direktor der Urologie und Kinderurologie am CCC Ulm fest. „Nur jeder fünfte Mann geht daher freiwillig zur Vorsorgeuntersuchung.“ Dabei ist das Prostatakarzinom die häufigste Krebserkrankung bei Männern.
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Comprehensive Cancer Center Ulm
Ulm
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Comprehensive Cancer Center Ulm stellt sich vor -

Comprehensive Cancer Center Ulm

Früherkennung von Prostatakrebs ist entscheidend
Professor Dr. Christian Bolenz – Ärztlicher Direktor der Klinik für Urologie und Kinderurologie

„Männer müssen stark sein und werden nicht krank – so das Rollenbild, das in unserer Gesellschaft noch immer verankert ist“, stellt Professor Christian Bolenz, Ärztlicher Direktor der Urologie und Kinderurologie am CCC Ulm fest. „Nur jeder fünfte Mann geht daher freiwillig zur Vorsorgeuntersuchung.“ Dabei ist das Prostatakarzinom die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Jährlich werden etwa 65.000 Diagnosen gestellt. Das Prostatakarzinom ist heute jedoch sehr gut und schonend behandelbar. „Wir gehen viel differenzierter mit dem Prostatakrebs um als früher. Es gibt unterschiedliche Behandlungskonzepte. Tumore, die ein besonders geringes Risiko haben, lassen sich beobachten und müssen nicht generell operiert oder bestrahlt werden“, so der Fachmediziner.

Krebs verhält sich nicht immer gleich

Viele Männer hinterfragen: Was wäre denn die Konsequenz bei Bestimmung eines Blutwertes (PSA-Test) oder bei Entnahme einer Gewebeprobe? „Bei vielen Tumoren gibt es eine sogenannte, Heterogenität‘, d.h. sie verhalten sich unterschiedlich aggressiv. Gerade bei der Prostata ist das besonders ausgeprägt,“ verdeutlicht Professor Bolenz. „Urologen können das zu erwartende Wachstum eines Tumors nach der Diagnose mittlerweile individueller einschätzen. Dabei hilft auch eine zielgerichtete und genauere Biopsietechnik.“

Früherkennung durch PSA-Messung

Der Bluttest (PSA-Test) weist im Gewebe das „prostataspezifische Antigen“ (PSA) nach. Der PSA Wert kann bei wiederholten Messungen schwanken und deutet nicht zwangsläufig auf Krebs hin. Bei einigen Männern mit erhöhtem Wert wird in der anschließenden Gewebeprobe kein Krebs gefunden. Allerdings kann die Untersuchung dabei helfen, unentdeckte Tumore früh aufzuspüren. Prostatakrebs wächst in der Regel langsam und bleibt lange symptomlos. Viele Patienten scheuen sich vor der Behandlung und ihren potenziellen Nebenwirkungen. Verschiedene Untersuchungen werden schrittweise durchgeführt, bevor operiert wird – „eine Art Stufenplan, den man durchläuft, bevor Maßnahmen in Betracht gezogen werden. Eine frühe Erkennung ist jedoch entscheidend, weil dann alle Behandlungsoptionen zur Verfügung stehen und die Heilungschancen gut sind. Selbst wenn eine Operation notwendig ist, können wir die Lebensqualität danach häufig gut erhalten.“ Bei Männern, in deren Familie Prostatakrebs vorgekommen ist, ist das Risiko für ein Auftreten etwa vier Mal höher. Hier ist die PSA-Früherkennung ein unverzichtbarer Bestandteil der Untersuchung. Es wird diesen Männern unbedingt geraten, ab dem 40. Lebensjahr einen Urologen aufzusuchen.

Die Heilungschancenbei Brustkrebs sind hoch
Professor Dr. Wolfgang Janni – Ärztlicher Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Es gibt viele Krebserkrankungen, bei denen man leider keine Aussage treffen kann, woher die Erkrankung genau stammt. Eine davon: Brustkrebs. „Die meisten Betroffenen haben nichts falsch gemacht“, sagt Professor Wolfgang Janni. Er erlebt es immer wieder: Bei Patientinnen kommen oft Selbstzweifel auf. Zwar lassen sich nach neueren Erkenntnissen durch eine gesunde Lebensführung etwa 25 Prozent der Brustkrebsneuerkrankungen verhindern, dazu zählen eine ausgewogene Ernährung, wenig Alkoholkonsum, regelmäßige körperliche Aktivität und Nikotinverzicht. Allerdings lässt sich in fünf bis zehn Prozent der Fälle eine genetische Veränderung, eine sogenannte Mutation in den Hochrisikogenen BRCA1 und BRCA2, nachweisen. Diese Mutation wird aufgrund einer familiären Disposition mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit weitervererbt.

Ärztlichen Rat gibt es in der Tumorsprechstunde

In der Tumorrisikosprechstunde kann das eigene Risiko abgeklärt werden und vor allem Möglichkeiten und Nutzen der Testung einer ganzen Reihe von Genen, die zu einer Mutation führen können. Das „Next-Generation-Sequencing“ (NGS) ist eine geeignete Methodik zur gleichzeitigen Untersuchung mehrerer Gene auf krankheitsrelevante Veränderungen. Nach Blutabnahme werden die Keim– oder Körperzellen untersucht. Die darin enthaltenen Geninformationen werden anschließend mit dem Bauplan normaler Zellen verglichen. „Wie in einer Dokumentdatei, in der die Änderungsfunktion aktiviert wird, erkennen wir dann die kleinen Abweichungen vom Original“, versinnbildlicht der Leiter der Frauenklinik das Verfahren.

„Wir alle tragen Genveränderungen in uns“

Tatsache ist: Frauen mit einer BRCA1 oder BRCA2 –Mutation haben ein lebenslanges Risiko von rund 70 Prozent, an Brustkrebs zu erkranken. Dennoch: „Wir alle tragen Genveränderungen in uns, von denen man nicht immer sagen kann, was sie bedeuten. Und nicht jede Information, die wir erhalten ist gut. Wenn diese Information nur Angst generiert, ist sie keine gute Information. Umso wichtiger ist deshalb die Beratung in einer Spezialsprechstunde.

Modernste Therapiemöglichkeiten im CCC Ulm

„Keineswegs aber sollte man sich aufgrund der Corona- Pandemie scheuen, zur Untersuchung zu gehen“, legt der Mediziner nahe. Die Wahrscheinlichkeit, sich am Corona Virus zu infizieren, sei im Supermarkt wesentlich höher, als in der Arztpraxis oder Klinik. Die gute Nachricht zuletzt: Professor Janni verweist auf Studienprogramme am CCC Ulm, die belegen: Rund 80-90 Prozent der Brustkrebserkrankungen sind heilbar, wenn sie mit den modernsten Therapiemöglichkeiten behandelt werden, wie sie in zertifizierten Brustzentren verfügbar sind.

Die beste innere Medizin: Vorsorge und Bewegung
Professor Dr. Thomas Seufferlein – Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin I

„Vorsorge wird oft als Luxus empfunden“, so Professor Thomas Seufferlein, Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin I und stellvertretender Sprecher des CCC Ulm. Am Integrativen Tumorzentrum des Universitätsklinikums und der Medizinischen Fakultät werden jährlich mehr als 10.000 Krebspatienten mit dem hohen medizinischen Standard eines Universitätsklinikums aus der Region Alb-Allgäu-Bodensee interdisziplinär betreut. „Die beste Vorsorge ist die, die gemacht wird“, so der Klinikdirektor. In Deutschland kann man sich ab 50 Jahren regelmäßig auf Anzeichen von Darmkrebs durch jährliche Stuhluntersuchungen, bei Männern auch durch eine Vorsorgekoloskopie untersuchen lassen. „Die Chancen auf Heilung bei Darmkrebs sind dann hoch, wenn dieser rechtzeitig, d.h. in einem frühen Stadium erkannt und optimal behandelt wird. Durch Vorsorge können wir mehr Tumoren in diesen frühen Stadien erkennen.“

Vorbeugen durch Bewegung

Bewegung ist neben der Vorsorgeuntersuchung eine sehr gute Vorbeugungsstrategie im Kampf gegen den Darmkrebs. Durch körperliche Aktivität kann man dazu beitragen, Krebserkrankungen zu vermeiden. Nicht nur das: Regelmäßige körperliche Aktivität verbessert sogar die Heilungschancen nach einer Tumoroperation. „Gutes Training stärkt das Immunsystem und kann auch helfen, Nebenwirkungen einer Chemo- oder Strahlentherapie besser zu verkraften.“ Tägliche Bewegung sorgt natürlich auch für den Muskelaufbau. „Muskeln sind zuckerhungrig. Damit kann man auch einer Diabeteserkrankung vorbeugen“, verrät der Mediziner.

Große Erfolge in der Onkologie

Im Viszeralonkologischen Zentrum werden zahlreiche innovative medizinischen Studien durchgeführt. „Es geht uns um neue Therapien, die für Patienten bessere Ergebnisse liefern und dabei gut verträglich sind.“ Seit vielen Jahren ist Professor Seufferlein in der internistischen Onkologie tätig. Oftmals sei das ein steiniger Weg: „Von der Planung einer Patientenstudie bis zum Vorliegen der Ergebnisse kann das Jahre dauern. Doch es gibt sehr erfreuliche Entwicklungen weltweit, beispielsweise eine Immuntherapie bei bestimmten Formen von fortgeschrittenem Darmkrebs, die besser wirkt als eine Chemotherapie.“ Auch beim immer noch schwer behandelbaren Bauchspeicheldrüsenkrebs gibt es erste Erfolge, erzählt Seufferlein. Gerade durch multidisziplinäre Ansätze, das heißt Behandlungen, die in einem Team u. a. aus Internisten, Chirurgen und Strahlentherapeuten entwickelt werden. „Für die Vorsorge bei diesem Tumor, die bisher leider noch nicht möglich ist, ist es langfristiges Ziel, blutbasierte Tests zu entwickeln“, gibt Professor Seufferlein einen Ausblick.