Sommertrends 2024
: Vokuhila-Comeback und Pistazien als Shootingstars

Jeder Sommer bringt seine eigenen Highlights hervor, manche entstehen spontan, andere zeichnen sich bereits länger ab. Was man in diesem Jahr alles ausprobieren kann? Hier ein kleines Abc.
Von
Larissa Renz
Berlin/Palma de Mallorca/New York
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Ob Kleidung, Ernährung oder Lifesyle, auch in diesem Sommer können Menschen viel Neues austesten und nebenher sportliche Großereignisse genießen, beispielsweise die Fußball-EM oder die Olympischen Spiele in Frankreichs Hauptstadt.

Ob Kleidung, Ernährung oder Lifestyle, auch in diesem Sommer können Menschen viel Neues austesten und nebenher sportliche Großereignisse genießen, beispielsweise die Fußball-EM oder die Olympischen Spiele in Frankreichs Hauptstadt.

Be_Stasya/pixabay, Harald Menk, dpa

Sommer in Deutschland – der hat in diesem Jahr ja doch auf sich warten lassen. Doch was wird speziell im Sommer 2024 wohl Gesprächswert haben? Ein mutmaßendes Lexikon von A bis Z:

A wie Adele und Axel F:

München wird im August Schauplatz exklusiver Sommershows von Superstar Adele. Und schon am 3. Juli kehrt bei Netflix der Kult–Polizist Axel Foley (Axel F.), also Eddie Murphy, für das späte Sequel „Beverly Hills Cop: Axel F“ zurück — 30 Jahre nach „Beverly Hills Cop III“ und 40 Jahre nach dem ersten Teil. Wird das die Actionkomödie des Sommers?

B wie Baiser:

Baisermasse (Zucker und Eiklar) ist Hauptbestandteil des In–Desserts Pavlova, das nach der Ballerina Anna Pawlowa (alternative Schreibweise) benannt sein soll. Pavlova gibt es immer öfter in angesagten Restaurants und Cafés. Wer im Sommer in Berlin ist, kann am Kurfürstendamm den Abstecher in ein eigens darauf spezialisiertes Café wagen. Betrieben wird es von einer estländischen Kette.

D wie Dosen–Drinks:

Pfandfreie Dosen an der deutsch–dänischen Grenze: ARCHIV - 20.08.2020, Schleswig-Holstein, Flensburg: Zwei Däninnen laden Paletten voller pfandfreier Getränkedosen auf einem Parkplatz vor einem Supermarkt in Flensburg an der deutsch-dänischen-Grenze in ihr Auto.  (zu dpa: «EU-Verpackungsverordnung - Deutsch-dänisches Grenzland ist alarmiert») Foto: Gregor Fischer/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Getränke aus der Dose kommen wieder richtig gut an. Der Vorteil: Die Mischungen sind bereits fertig und es gibt auch besondere Geschmacksrichtungen im Regal.

Gregor Fischer/dpa

Cocktails to go in Dosen werden dieses Jahr öfter lanciert — zum Beispiel auch die Trendsorten Espresso Martini Cocktail und Pornstar Martini Cocktail.

E wie Eis–Burger:

Statt in der Waffel wird Eiscreme jetzt im fluffigen Brioche-Brötchen serviert. Die süßen Eis-Burger sollen ihren Ursprung auf Sizilien haben.

F wie Fußball-EM:

Das erste Gruppenspiel war eine große Party: Vor dem Spiel sorgten ausgelassene schottische Fans für Trubel, nach fünf Toren konnte jeder Fan die neue, alte Torhymne „Major Tom“ (1982) fehlerfrei mitsingen. Nach und nach gehen die Gruppenspiele so richtig los – alles ist angerichtet für ein „Sommermärchen“ 2.0!

G wie Grüne Croissants:

Der Trend zur Pistazienliebe hat sich in den letzten Jahren schon angekündigt.  Die recht teure, kräftig-würzig-süßliche Zutat wird nun aber als Creme für allerlei Naschereien verwendet: Es gibt Pistazienrollen, Pistazientiramisu oder eben das gefüllte und dekorierte Pistaziencroissant.
Pistazie (italienisch pistacchio) gehört zudem zu den beliebtesten Eissorten. Der Trend ist merklich auch schon nördlich der Alpen angekommen, im Ulmer Eisrausch hat der Gast die Qual der Wahl zwischen Safran Pistazie, Persischer Pistazie und Pistazie aus Bronte. Varianten der Nuss im Eis gibts auch im Rialto in Bisingen.

H wie Helles alkoholfrei:

Der Boom alkfreien Bieres geht weiter. Selbst die jahrhundertealte Münchner Augustiner-Brauerei (gegründet 1328) hat 2024 nun „Alkoholfrei Hell“ auf den Markt gebracht — und in Bayern viel Aufsehen erregt. „Das Taylor-Swift-Konzertticket unter den Bieren“, beschrieb die „Süddeutsche Zeitung“ den Hype. Bis das Augustiner-Bier uneingeschränkt überall erhältlich ist, kann sich der neugierige Biergenießer durch das gewachsene Sortiment testen und munter bewerten.

Alkoholfreie Bierarten haben es inzwischen auch in die Sortimente vieler alteingesessener Brauereien geschafft - sie werden zunehmend zu Verkaufsschlagern.

Alkoholfreie Bierarten haben es inzwischen auch in die Sortimente vieler alteingesessener Brauereien geschafft - sie werden zunehmend zu Verkaufsschlagern.

spooky_kid/pixabay

J wie Jorts:

Wie sieht eine kurze Hose 2024 aus, wenn sie angesagt sein soll? Laut „Vogue“ darf es weiter eine Jorts (Jeansstoff–Shorts) sein: „Die Jorts aus Jeans werden diesen Sommer immer noch an der Spitze der Hosen–Trends stehen, jedoch gesellt sich zu ihnen ein neues Shorts–Modell, das die Coolness und Entspanntheit der Jorts mit der Eleganz und dem Business–Vibe eines Anzugs verbindet: Bermudashorts im Anzughosen–Style.“

L wie Leopardenmuster:

Die Mob–Wife-Ästhetik inspiriert die aktuelle Bademode. Wer wie eine angebliche Mafiabraut aussehen möchte, sollte Pelz, schwarze Nylons und einen engen Lederrock im Schrank haben. Und im Sommer am Strand natürlich einen Bikini im Leopardenmuster. Auch für alle anderen Modefans ist Bademode mit Leo–Optik im Freibad und am See angesagt — und das bedenkenlos ohne zweifelhaftes Erscheinen. Viele Desinger und Stars verbinden den Leo-Look mit Chick und Eleganz.

M wie Mullet und Moustache: 

Der neumodisch lieber Mullet als Vokuhila genannte Haarschnitt ist wieder angesagt. Viele Jüngere finden ihn schön, was Ältere mit 80er– und 90er–Erinnerungen oft nicht verstehen können. Vorne kurz, hinten lang — das ist eher eine Lebenseinstellung als eine Frisur, und zwar für alle Geschlechter. Wenn junge Männer dann noch einen Schnäuzer (den Moustache oder nur Stache genannten Schnurrbart) dazu tragen, ist der umstrittene Look perfekt.

O wie (ohne) Oberteil:

Vor 20 Jahren landete die Boygroup O-Zone mit „Dragostea din tei“ den Sommerhit, 2024 haben nicht Band–, sondern Titelnamen mit „O“ zumindest auf Mallorca gute Hit–Chancen: „Oben ohne“ von Julian Sommer oder „Oberteil“ von Isi Glück und Marc Eggers. Kostprobe: „Ich find dich obergeil in deinem Oberteil — Wenn's nach mir geht, darf's auch ohne sein ...“

P wie Pumps:

Die hinten an den Fersen offenen Pumps, auch Slingbacks genannt, gehören laut Deutschem Schuhinstitut zu den Trendschuhen für Frauen — ob flach oder auf Absatz. Daneben kommen die Ballerinas zurück, etwa in der einst als bieder verrufenen Variante „Mary Jane“ mit Riemen über dem Rist. Slipper, Barfuß-Schuhe und (Trekking-)Sandalen — selbst zum Anzug dürfen Männer auf bequemes Schuhwerk zurückgreifen.

Bequeme Schuhe, teilweise auch im "used"-Look, sind auf den Laufstegen keine Seltenheit mehr.

Bequeme Schuhe, teilweise auch im "used"-Look, sind auf den Laufstegen keine Seltenheit mehr.

rmadison/pixabay

Q wie Quesadillas: 

Die Tex–Mex–Küche anbietende amerikanische Fast–Food–Kette Taco Bell kommt diesen Sommer nach Deutschland. Losgehen soll es mit den Tacos, Nachos, Bowls, Burritos und Quesadillas mit einer Filiale in Berlin, gefolgt von Frankfurt und anderen Städten.

R wie „Rodent Man“/Rattengesichter:

Für die oft eckigen, spitzen Gesichter einiger angesagter Schauspieler (allen voran die „Challengers“-Hauptdarsteller Mike Faist und Josh O’Connor) ist ein neuer Begriff aufgetaucht: „rodent man“, was so viel wie Nagetiermann bedeutet und irgendwie sehr fies klingt. „Sexy rat guys“ (Rattentypen), schrieb der britische „Guardian“. Das Style–Team der „New York Times“ debattierte, dass es wohl darum gehe, Unvollkommenheit und Verletzlichkeit zu feiern, etwa mit asymmetrischen Gesichtern, unperfekten Zähnen — angesichts von Facetuning–, Snapchat–Filtern und viel zu glatten KI–Menschenbildern.

S wie Sarti Spritz:

Man nehme ein ausreichend großes Glas, den Saft einer Blutorange, 60 Milliliter Sarti Rosa, 90 ml Prosecco, ein Schluck Wasser und Eiswürfel - herauskommt ein italienischer Aperitif und das Sommertrend-Getränk Sarti Spritz. Ob es dieses Spritz-Getränk es mit seinem älteren und noch bekannteren Bruder Aperol-Spritz aufnehmen kann?

Genug vom Aperol Spritz? Vielleicht wird Sarti Spritz für einige zum neuen Trend-Getränk.

Genug vom Aperol Spritz? Vielleicht wird Sarti Spritz für einige zum neuen Trend-Getränk.

pen_ash

T wie Taylor Swift:

Zürich, Gelsenkirchen, Hamburg, München und Wien sind im Juli und August die Stationen des Megastars in Deutschland, Österreich und der Schweiz. „Swifties“ in ganz Europa freuen sich auf den Besuch der Sängerin im Rahmen ihrer „The Eras Tour“ - die Plattform Ticketmaster verzeichnete eigenen Auskünften zufolge, eine historisch beispiellose Nachfrage. Wer leer ausging, kann sich noch immer über den Livestream freuen.

U wie Ugly Sneaker:

Seit einigen Jahren schon gibt es den Schuh–Trend der hässlichen Sneaker, dazu könnten manche auch die neuen Adidas–Sambas mit extra langer Zunge zählen. Meistens sind mit Ugly Sneakers Schuhe mit klobiger Sohle gemeint. Die einen lieben es, die anderen lehnen es vehement ab. New Balance brachte schon einen Hybrid aus Turnschuh und Loafer heraus und kombiniert bald auch die Silhouette von Sneaker und Mokassins.

V wie Verjus:

Der säuerliche Saft aus unreifen Weintrauben ist zu einer beliebten Zutat für Cocktails in Bars und in der gehobenen Küche geworden — anstelle von Limetten– und Zitronensaft, sagt Nils Wrage, Chefredakteur von „Mixology“, dem Magazin für Barkultur. „Verjus hat eine sehr angenehme Säure, sie schmeckt nicht so spitz wie Zitronensaft“, darin sieht der Experte das Potenzial, wenn er damit Drinks verfeinert. Und die Zutat sei vergleichsweise günstig: „Zitronen frisch zu pressen, ist sicherlich teurer.“

W wie Weite Hosen:

Wer noch Skinny Jeans trägt, hat angeblich den Schuss nicht gehört. Weite Hosen sind wieder angesagt, richtig weite zum Teil. Die Wide-Fit-Hosen haben dann auch lustige Bezeichnungen wie Fallschirmhose, also Parachute Pants oder Parachute Cargohose. Ganz neu ist der Trend aber nicht: Bereits in den 1960ern und 1970ern gab es einen ersten Boom, für so manchen lohnt sich die Suche im eigenen Kleiderschrank nach alten Schätzen.

X wie XXXIII. Olympiade: 

Die Olympischen Sommerspiele 2024 (offiziell auch Spiele der XXXIII. Olympiade genannt) sollen vom 26. Juli bis 11. August in Paris stattfinden. Frankreichs Hauptstadt ist in den letzten Jahren auf Fahrradfreundlichkeit getrimmt worden. Die Stadt der Liebe ist zum dritten Mal Olympia–Schauplatz — nach 1924 und 1900.

Vor den Olympischen– und Paralympischen Spielen 2024: 17.06.2024, Frankreich, Paris: Schiffe fahren auf der Seine in der Nähe des Eiffelturms während einer Probe für die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 2024. Die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 2024 in Paris wird am 26. Juli auf der Seine stattfinden, mit Booten für jede nationale Delegation. Foto: Thomas Padilla/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Schiffe fahren auf der Seine in der Nähe des Eiffelturms während einer Probe für die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 2024. Die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 2024 in Paris wird am 26. Juli auf der Seine stattfinden, mit Booten für jede nationale Delegation.

Thomas Padilla/AP/dpa

Y wie Yogurette-Eis:

Zurück zum Eis — diesmal zum Industrieeis und verschiedenen Marken. Von Ferrero gibt es dieses Jahr ganz neu „Nutella Eis“ im Becher — der 60. Geburtstag der Nuss–Nougat–Creme wird eiskalt gefeiert. Das letztes Jahr gelaunchte Yogurette-Eis am Stiel gibt es nach wie vor. „Mövenpick Eis des Jahres“ ist die Sorte Pfirsich-Johannisbeere. Und bei Magnum gibt es neue Sorten wie „Chill Blueberry Cookie“ (veganes Vanille-Keks-Eis und Heidelbeersorbet).

Z wie Zuhause:

Man muss es nicht weit weg schaffen, man muss sich keine Reise leisten können. Gut möglich ist der Urlaub zu Hause eh der entspannteste — ohne Anreise, ohne Kofferpacken. Zumal es längst ein anhaltender Sommertrend ist, im Garten, auf Balkon und Terrasse zu wohnen — mit Sofas, Essecken und Grillküchen. Vielerorts gibt es zudem Urban Gardening-Projekte, wie beispielsweise in Albstadt, bei denen man auch ohne eigne Grünfläche aktiv werden kann.

Mit Informationen von dpa