Smart City Index
: Baden-Württemberg bei Digitalisierung weit vorn – so steht Ulm da

In einem bundesweiten Ranking smarter Großstädte schneidet Baden-Württemberg überdurchschnittlich ab. Ulm ist knapp nicht mehr in den Top 10 – womit punktet die Münsterstadt?
Von
Isabelle Jahn
Ulm
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In der Sattlergasse steht eine smarte Sitzbank. Bei der Digitalisierung soll sich die Stadt aber nicht ausruhen.⇥

Wie smart ist Ulm? Beide großen deutsche Digital-Indexes werden veröffentlicht
Lorawan Park Ulm

An einer Sitzbank in der Ulmer Innenstadt lassen sich unter anderem Smartphones per USB oder Induktion laden. Die Stadt tut einiges, um digitaler zu werden, zeigt auch der Smart City Index.

Lars Schwerdtfeger (Archivbild)
  • Baden-Württemberg schneidet im Smart City Index mit 78,2 Punkten überdurchschnittlich ab.
  • Ulm belegt Platz 11 von 83 Städten, verliert aber die Top-10-Position an Heidelberg.
  • Stärken Ulms: Mobilität, Verwaltung, Energie/Umwelt; Schwächen: Bildung, Breitbandausbau.
  • Stuttgart erreicht Platz 3 bundesweit, hinter München (1) und Hamburg (2).
  • Bitkom bewertet Städte ab 100.000 Einwohnern nach 163 Parametern in fünf Kategorien.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Ob Online-Terminvergabe, Carsharing, schnelles Internet oder multimedialer Schulunterricht – bei der Digitalisierung schneidet Baden-Württemberg laut dem Smart City Index im deutschlandweiten Vergleich überdurchschnittlich gut ab. Das Ranking hat Bitkom, der Branchenverband der deutschen Informations- und Telekommunikationsbranche, dieses Jahr zum siebten Mal veröffentlicht.

Das Expertenteam bewertet 83 deutsche Großstädte in folgenden Bereichen:

  • Verwaltung
  • IT und Kommunikation
  • Energie und Umwelt
  • Mobilität
  • Gesellschaft und Bildung.

Je nach Fortschritt werden Punkte vergeben. Die Digitalisierung schreite in allen Städten voran, heißt es in einer Pressemitteilung – im Ländle wie bereits in den Vorjahren verhältnismäßig stark, mit einem Mittelwert von 78,2 Punkten (2024: 74,1 Punkte). Das steigere die Lebensqualität derer, die dort wohnen. Auch weit vorne: Bayern mit 75,1 Punkten (2024: 72,2 Punkte) auf Platz zwei und Sachsen auf drei (74,5 Punkte, 2024: 71,8 Punkte). Zu den Bundesländern, deren Großstädte als weniger smart eingestuft wurden, zählt etwa Nordrhein-Westfalen (68,5 Punkte, 2024: 66,2 Punkte). Die Zahl der berücksichtigten Großstädte unterscheidet sich je nach Bundesland deutlich, heißt es weiter.

Smart City Index berücksichtigt Städte ab 100.000 Einwohnern

Für das Ranking analysiert und bewertet Bitkom alle deutschen Städte mit einer Einwohnerzahl von mehr als 100.000. Die fünf Bereiche umfassen 37 Indikatoren, die sich wiederum aus insgesamt 163 Parametern zusammensetzen. Für die Erhebung liefern die Kommunen ihre Daten, Expertinnen und Experten überprüfen diese und werten sie aus. Die Ergebnisse im Detail veröffentlicht Bitkom auf seiner Internetseite.

Smart City: Ulm auf Platz 11 der 83 bewerteten Städte

Dass auch Ulm unter anderem bei der Digitalisierung gut aufgestellt ist, haben erst jüngst wieder Wirtschaftsforscher mit dem „Zukunftsatlas 2025“ bewertet. Im Digital-Ranking der deutschen Großstädte liegt die Münsterstadt – mit 128.928 Einwohnern zum Zeitpunkt der Analyse – ebenfalls recht weit vorne, muss allerdings ihre Position in den Top 10 vom vergangenen Jahr räumen: Ulm wird von Heidelberg verdrängt und rutscht mit 83,7 Gesamtpunkten von Platz 10 auf 11 ab. Um unter den zehn Besten zu landen, werden mindestens 84,7 Punkte gebraucht.

Im Best-of der einzelnen Themenbereiche spielt Ulm aber mit, in der Kategorie „Energie und Umwelt“, auch wenn sich im Vergleich zum vergangenen Jahr das Ergebnis leicht verschlechtert hat. In diese Bewertung fließen unter anderem der Anteil der E-Fahrzeuge sowie die Ladeinfrastruktur in der Stadt mit ein. Einen Sprung nach oben macht Ulm im Bereich Mobilität, wozu unter anderem Parken, smartes Verkehrsmanagement und ÖPNV sowie Sharing-Angebote zählen. Auch die Verwaltung legt zu und punktet unter anderem mit ihrem Serviceportal, der Website und Social Media.

Luft nach oben ist beim Thema Gesellschaft und Bildung, also zum Beispiel bei der Digitalisierung der Ulmer Schulen, im lokalen Handel und bei Angeboten für Start-ups. Außerdem kann Ulm etwa bei Breitbandausbau, Glasfaser und anderer IT-Infrastruktur künftig noch mehr Gas geben.

Stuttgart in den Top 3 hinter München und Hamburg

Vorreiter unter den smarten Städten in Baden-Württemberg ist Stuttgart mit insgesamt 88 Punkten. Im bundesweiten Vergleich schafft es die Landeshauptstadt in die Top 3, hinter dem Sieger München und dem zweitplatzierten Hamburg. Große Städte ab 500.000 Einwohnern sowie die vom Bund geförderten Modellprojekte Smart Cities (MPSC) liegen ebenso über dem Durchschnitt wie Landeshauptstädte und Universitätsstädte. „Nicht alle Städte haben dieselben Startbedingungen. Aber der Smart City Index zeigt: Mit einer klaren Strategie, eindeutigen Verantwortungen und dem Mut zu Veränderung kann jede Stadt digitaler und smarter werden“, äußert sich Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst in der Mitteilung.