Seit Samstag dürfen Böller und Raketen gekauft werden. Aber für den Verkauf und das Abbrennen gelten besondere Vorschriften. Die Bürgerdienste der Stadt Ulm weisen darauf hin, dass Feuerwerkskörper der Kategorie 2 beziehungsweise Klasse II ausschließlich an Personen ab dem 18. Lebensjahr und nur vom 28. bis einschließlich 31. Dezember verkauft werden dürfen. Und: Diese Feuerwerkskörper dürfen an Silvester und Neujahr nur von Erwachsenen abgebrannt werden.

Brandgefahr durch Feuerwerkskörper in Ulm

Da dies wiederum die Brandgefahr erhöht und auch erheblicher Lärm verursacht wird, dürfen in unmittelbarer Nähe von
  • Kirchen
  • Krankenhäusern
  • Kinder- und Altenheimen
  • Fachwerkhäusern
keine Feuerwerkskörper gezündet werden. „Das ist so festgelegt in Paragraf 23, Absatz 1 der bundesweit geltenden ersten Sprengstoffverordnung“, sagt Rainer Türke, Leiter der Abteilung Sicherheit, Ordnung und Gewerbe.
Klar, Fachwerkhäuser gebe es überall in Ulm, aber am gefährdetsten seien die Areale
  • Fischerviertel
  • Auf dem Kreuz
  • Wiblinger und Söflinger Kloster

In Ulm gibt es noch keine Verbote

Gibt es in Ulm Viertel, in denen das Abbrennen von Feuerwerkskörpern strikt verboten ist? Verboten nicht, denn es gebe bislang keine so genannte allgemeine Verfügung. Das müsste erst mit allen Beteiligten wie Polizei und Feuerwehr abgestimmt werden „und politisch gewollt sein“. Türke: „Wir können nur an die Bürger appellieren, dass sie vernünftig sind.“
Verbote gebe es auch deshalb nicht, „weil wir keine Hundertschaften der Polizei haben, um das Ganze zu überwachen“. Und seine Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes seien ohnehin schon am Münsterplatz gut beschäftigt, wo sehr viele Ulmer um Mitternacht zusammenkommen. Aber: Unvorsichtig hantierende Feuerwerker können wegen fahrlässiger Brandstiftung oder Körperverletzung belangt und zivilrechtlich zu Schadenersatz verpflichtet werden.
Für Kinder und Jugendliche sind die Aufsichtspflichtigen verantwortlich. Wer gegen diese Vorschriften verstößt, begehe eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße geahndet werden kann.

Oberbürgermeister mahnt zur Vorsicht an Silvester 2019

Weil es in Ulm eben noch keine Verbote gibt, mahnt Oberbürgermeister Gunter Czisch einen „verantwortungsvollen Umgang“ mit Feuerwerkskörpern an. In Zeiten, in denen immer mehr über Feinstaubbelastung in Städten kritisch diskutiert werde, solle man auch diesen Aspekt berücksichtigen. Jeder sollte daher für sich entscheiden, „ob es nicht auch ein bisschen Feuerwerk weniger sein darf“. Und er fordert die Feiernden auf, anschließend selbst die Reste des Feuerwerks zu entsorgen.