Sexueller Missbrauch in Neu-Ulm
: Mädchen im Donaubad von mehreren Männern bedrängt

Am 11. August wurden drei Mädchen Opfer von sexuellem Missbrauch. Der Vater eines Mädchens warnt andere Eltern und empfiehlt erhöhte Wachsamkeit.
Von
Stefanie Müller
Ulm
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Die Gäste im Donaubad genießen die letzten Freibad-Tage des Jahres.

Neu-Ulm, Donaubad, Freibäder-Bilanz: Wie war der Sommer?

Im Donaubad wurden am 11. August drei Mädchen sexuell belästigt.

Lars Schwerdtfeger

Bei dem sommerlichen Wetter der letzten Wochen war es voll im Donaubad in Neu-Ulm. Dabei kam es am 11. August zu einem sexuellen Übergriff gegenüber drei Mädchen im Alter von 12 und 13 Jahren. Sie sollen von mehreren männlichen Personen im Schwimmbecken bedrängt worden sein. Hierbei sollen die Männer zwei Mädchen mehrfach am Gesäß angefasst haben. Ein Mädchen soll von hinten im Bauchbereich umgriffen worden sein. Die Polizei ermittelte zwei Tatverdächtige. Es handelt sich um einen 19-Jährigen und einen 54-jährigen Mann.

Vater der Mädchen ist stinksauer

Der Vater eines der Mädchen schildert den Vorfall drastischer: „Den Mädchen wurde an den Po gegrapscht und auch in die Hosen gegriffen“, sagt er.  Der Ulmer hatte seine Tochter alleine mit den anderen Mädchen ins Donaubad gelassen: „Ich kenne das nicht anders aus meiner Jugend und dachte, das geht heute auch noch.“ Er bekam dann einen Anruf von seiner Tochter aus dem Donaubad, die ihm erzählte, was passiert ist.

Die Mädchen hätten sich nach dem Vorfall an den Bademeister des Donaubads gewandt, der nahm die Sache zunächst nicht so ernst. Nachdem er sich mit einem zweiten Bademeister beraten hatte, sei es erst zur Konfrontation mit den Verdächtigten gekommen. Dann wurde die Polizei hinzugezogen. „Die hat aber nichts gemacht, außer Personalien aufzunehmen. Ich bin stinksauer, ich hätte das meiner Tochter und den anderen Mädchen gerne erspart. Das ist so schade, da denkt man es ist endlich Sommer und die haben Spaß und dann wird da ein einschneidendes Erlebnis draus.“

Vorfall hat Spuren bei Mädchen hinterlassen

Seine Tochter beschäftigt sich seit dem Vorfall viel damit – sie kommt einigermaßen klar, „aber das geht nicht spurlos an einer 13-Jährigen vorbei, die bisher keine sexuellen Erfahrungen gemacht hat.“ Man werde sehen, wie sich das mit der Zeit entwickelt.

Die Mädchen waren zur Zeugenaussage bei der Neu-Ulmer Kriminalpolizei, die zwischenzeitlich den Fall übernommen hat. Die Auswertung der Kamerabilder steht auch noch aus, wobei die Übergriffe unter Wasser stattfanden und dementsprechend schlecht zu sehen sein werden. „Das ganze Verfahren dauert schon sehr lange – natürlich ist Ferienzeit, aber das sind 13-jährige Mädchen, Kinder!“ Der besorgte Vater appelliert an alle Eltern, wachsam und aufmerksam zu sein. Wichtig ist ihm, dass der Fall publik wird, um zu informieren und auch um abzuschrecken: „Wenn alles unter den Teppich gekehrt wird, als ob nichts gewesen wäre, trifft es beim nächsten Mal jemand anderen.“ Ins Donaubad geht die Familie nun erst mal nicht mehr und wenn, dann nur in Begleitung. Die mutmaßlichen Täter haben Hausverbot bekommen. „Was immer das auch heißt, schließlich muss man am Einlass keine Ausweise vorzeigen.“

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