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: Ulm beschließt 60-Millionen-Neubau für neuen Bildungsstandort

Es wird das größte Schulbauprojekt seit Jahrzehnten: Am Eselsberg ist ein offenes Gebäude mit Atrium, Lernbereichen, Platz für Vereine und Café geplant.
Von
Beate Rose
Ulm
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Die "grüne Mitte" des Bildungscampus Eselsberg, Pläne des Architekturbüros "Alles wird gut"

Der Schulneubau am Mähringer Weg soll „eine Heimat für alle“ werden, hieß es im Bauausschuss: Die „grüne Mitte" des Bildungscampus Eselsberg nach den Plänen des Architekturbüros „Alles wird gut".

Architekturbüro „Alles wird gut"
  • Ulm plant am Eselsberg einen 60-Millionen-Neubau für einen Bildungscampus mit Atrium.
  • Adalbert-Stifter-, Hans-Multscher- und Hans-Zulliger-Schule werden neu geordnet und saniert.
  • Im Mähringer Weg entsteht eine zwei­zügige Grund- und Gemeinschaftsschule mit Lernbereichen.
  • Haus öffnet sich für Stadtteil: Räume für Vereine, vh, Musikschule, Jugendhaus und Kita.
  • Baubeginn voraussichtlich Anfang 2028, Fertigstellung Ende 2030 oder Anfang 2031.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Drei Schulen, alle am Eselsberg, alle in die Jahre gekommen, sollen neu gebaut oder  saniert werden: die Adalbert-Stifter-Schule (444 Schülerinnen und Schüler), die Hans-Multscher-Schule (342) und die Hans-Zulliger-Schule (46), die sich mit der Multscher-Schule am Mähringer Weg ein Gebäude teilt. Zunächst wird im Mähringer Weg neu gebaut. Wie der künftige Bildungsstandort Eselsberg aussehen wird und vor allem, wie teuer er wird – das erklärten Mia Jeremic, Hauptabteilungsleiterin des städtischen Gebäudemanagements, und Architektin Katrin Frischkemuth, die beim Gebäudemanagement mit dem Projekt beauftragt ist, in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses.

Der Neubau im Mähringer Weg „ist das größte Projekt im Moment“, sagte Jeremic. Das Gebäude wurde um die Pädagogik entwickelt, und zwar gemeinsam mit der Schulleitung, der Abteilung Bildung und Sport und dem Gebäudemanagement. Die Stifter-Schule mit 181 Kindern in der Grundschule und 263 Schülerinnen und Schülern in der  Gemeinschaftsschule ist eine Ganztagsschule. Noch ist sie im Ruländerweg zu Hause, doch wenn der Neubau am Mähringer Weg mal steht, wird diese Schule dort einziehen. Die Multscher- und Zulliger-Schule ziehen dann in den Ruländerweg.

Für den Neubau gilt das Motto: „Das Licht soll dort den ganzen Tag brennen“, formulierte es Jeremic. Gemeint ist damit keine Ressourcenschwendung, sondern dass das Haus auch für Vereine offensteht, für vh und Musikschule, die dort Unterricht geben können, für ein Stadtteilcafé. Einziehen werden dort auch das Jugendhaus und eine viergruppige Kita, bisher ebenfalls im Ruländerweg beheimatet. Das neue Haus soll in beide Richtungen funktionieren: für Schülerinnen und Schüler zum Lernen  und es soll sich für den Stadtteil öffnen. Im besten Sinne soll es „Heimat für alle“ werden.

Mehrstöckiges Atrium geplant

Dass dazu ein Konzept wie bisher größtenteils an Ulmer Schulen üblich mit „30 gleichen Klassenzimmern hintereinander“ nicht passt, musste Jeremic nicht lange ausführen. Die Pläne des Architekturbüros „Alles wird gut“ mit Sitz in Wien und München sehen folgendes vor: Das Zentrum des dreistöckigen, barrierefreien Schulgebäudes, für das der alte Baumbestand der Multscher-Schule größtenteils erhalten bleiben soll, ist als mehrstöckiges Atrium geplant. Es bietet Platz für eine Aula, soll aber auch  Begegnungsstätte für Menschen aus dem Stadtteil sein. Die Pläne sehen eine zweizügige Grund- und Gemeinschaftsschule vor. Die Kinder lernen in ihren Stockwerken und Hausgruppen, in den Plänen „Sozialeinheiten“  genannt. Geplant ist eine derartige Einheit für 120 Schülerinnen und Schüler.

Familie

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In der Gemeinschaftsschule verstehen sich Lehrkräfte als Lernbegleiter. Die Räume bilden verschiedene Lernsituationen ab, so gibt es jene für klassische Vorträge von Lehrkräften, aber auch für Einzel- oder Gruppenarbeiten. Flure werden gespart, die Jeremic „tote Flächen“ nannte. Eine Sporthalle ist ebenfalls integriert. Gebaut werden soll in Modulbauweise, wobei sich die Architektur bewusst zurückhalten will.

Die Fläche für den Schulneubau umfasst 4068 Quadratmeter. Das Regierungspräsidium hat bereits eine Fläche von 2450 Quadratmetern als förderfähig ermittelt. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 60 Millionen Euro plus 3 Millionen Euro, aufgeführt als Posten „aktivierte Eigenleistungen“.

Ein Grund für die stolze Summe sind die Preissteigerungen im Bau in den vergangenen Jahren, betonte Jeremic. Übrigens werden wegen des Neubaus, der unterhalb des jetzigen Schulgebäudes errichtet wird, sogar Flächen frei, nämlich hinter dem jetzigen Schulhaus. Diese Fläche soll für Wohnbebauung genutzt werden.

Lob fürs ambitionierte Projekt

Die Bauausschussmitglieder hatten Diskussionsbedarf. Stadträtin Brigitte Röder (CDU) lobte das „ambitionierte Projekt“, fragte aber danach, ob es ein Vorzeigeprojekt wird und andere Gemeinschaftsschulen deswegen „im Windschatten“ bleiben. Grünen-Stadträtin Yvonne Schefler war begeistert vom modernen System wie dem Verzicht auf Flure. Sie bat jedoch darum, mit den Kosten im Rahmen zu bleiben, und falls es sich verteuert, um rechtzeitige Kommunikation.

„Die Bürger am Eselsberg warten schon so lang“, sagte SPD-Stadträtin Dorothee Kühne. „Sie werden ungeduldig.“ Für sie ist die Multscher-Schule die schönstgelegene Schule in Ulm. „Sie bleibt es, weil der Baumbestand erhalten wird.“ Angesichts der Kosten warf FWG-Stadtrat Reinhard Kuntz die Frage auf: „Sollen wir das machen?“

Bei den Kosten verwies Baubürgermeister Tim von Winning darauf, dass die Baupreise andere sind als vor sieben Jahren. Damals habe man den Beschluss fürs Raumprogramm gefasst, der 2019 bei 30 Millionen Euro lag. Heute liegen die Kosten für dieselbe Quadratmeterzahl bei 55 Millionen Euro. Den Projektbeschluss bei 60 Millionen Euro zu machen, empfiehlt die Verwaltung ausdrücklich, auch wenn niemand vorhersehen kann, wie sich Baupreise entwickeln werden. Die Ausschussmitglieder folgten der Empfehlung. Das Projekt wurde einstimmig beschlossen. Jetzt kann weiter geplant werden.

Zeitlicher Ablauf des Neubaus

Voraussichtlich zum Anfang des Jahres 2028 soll mit dem Bau des neuen Schulhauses im Mähringer Weg begonnen werden. Damit ist der Baubeginn entgegen den Beschlüssen von 2022 und 2023 bereits um  zwei Jahre verschoben. Voraussichtlich soll das Gebäude Ende 2030 oder Anfang 2031 fertiggestellt werden.

Um den Bildungscampus Eselsberg bauen zu können, muss ein Teil der derzeitigen Multscher-Schule und Zulliger-Schule zurückgebaut werden. Nur die Sport- und Turnhalle bleibt vorerst in Betrieb. Wo jedoch die Schüler während der dreijährigen Bauzeit unterkommen, muss der Bauausschuss in den nächsten Sitzungen beschließen, teilt das Gebäudemanagement auf Nachfrage mit. So soll die Zulliger-Schule während der Bauphase die bestehende Containeranlage an der Pionierkaserne nutzen. Die Container waren zuletzt von der Friedrich-List-Schule genutzt worden, als das Schulhaus saniert wurde.