RKU Ulm und Hüftimplantationen: AOK schließt Qualitätsvertrag mit RKU

Das RKU und die AOK haben einen Qualitätsvertrag für die Behandlung von Hüftpatienten geschlossen.
Matthias KesslerDie AOK Baden-Württemberg schließt mit den RKU – Universi-täts- und Rehabilitationskliniken Ulm ihren ersten Qualitätsvertrag. Ab April 2021 sollen die ersten Patienten nach dem neuen Konzept behandelt werden, das die AOK gemeinsam mit führenden Operateuren aus der ganzen Republik entwickelt habe, heißt es in einer Mitteilung.
Ziel des Vertrages sei es, die Qualität der Eingriffe zu steigern und so Standards für die hochwertige Regelversorgung von morgen zu setzen. „Für den Erfolg einer Hüft-OP spielen die Erfahrung der Operateure und die standardisierten Abläufe in den behandelnden Kliniken eine entscheidende Rolle“, sagt Prof. Heiko Reichel, Ärztlicher Direktor der Orthopädie am RKU. Dies bestätigten auch Zahlen wissenschaftlichen Instituts der AOK: Demnach haben Patienten, die in Kliniken mit weniger als 45 Hüftimplantationen im Jahr behandelt werden, ein um über 30 Prozent erhöhtes Risiko für Komplikationen als jene, die in Kliniken mit mehr als 200 Fällen operiert werden. „Insofern ist der Vertrag ein wichtiger Schritt hin zu höherer Behandlungsqualität für alle Patienten, so Reichel.
Auch das Drumherum entscheidet
Ebenso entscheidend wie die Operation selbst sei für ihren Erfolg auch, was rundherum geschehe. Ganz wichtig sei es, dass die Patientinnen und Patienten auch vor und nach der Operation gut versorgt werden. Fast 60 Prozent der Hüftendoprothetik-Patienten seien über 70 Jahre alt. „Um deren Sicherheit zu erhöhen, schreibt unser Qualitätsvertrag deshalb unter anderem gezielte Maßnahmen zur Reduzierung von Risiken im Zusammenhang mit Operationen und dem Einsatz von Narkosemitteln verpflichtend vor – eine sogenannte Delir-Prävention“, sagt Johannes Bauernfeind, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg.