Reisetrends 2026
: Mistwetter in Ulm sorgt für Andrang in den Reisebüros – wohin geht's?

Nebel und eisige Temperaturen lassen einen vom Sommer träumen. Wohin geht die Reise für die Ulmer in diesem Jahr und wie kann gespart werden?
Von
Stefanie Müller
Ulm
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Viele Menschen sehnen sich angesichts der Einschränkungen, die die Corona-Pandemie mit sich bringt nach einem schönen Sommer-Urlaub 2021. Doch wird der möglich sein?

Der Strand Anse Patates auf der Seychellen-Insel La Digue. Die Corona-Krise ist auch die Zeit des Fernwehs. Das Auswärtige Amt rät von allen touristischen Reisen ab und der Urlaub scheint zumindest für das Jahr 2020 plötzlich in weite Ferne gerückt. (zu dpa "Corona-Krise fördert Fernweh - doch was ist das eigentlich?")

Sonne und Wärme - zwei Dinge, die derzeit in Ulm Mangelware sind. Viele setzen deshalb auf Vorfreude und buchen Urlaub.

Sabrina Hentschel/DPA
  • Schmuddelwetter in Ulm treibt viele ins Reisebüro – Vorfreude aufs Buchen.
  • Trends 2026: Kreuzfahrten, Griechenland, Mallorca, Kanaren; Nordland-Rundreisen.
  • Beliebt: Italien ländlich; Exotik: Südafrika, Tansania, Namibia; Geheimtipp: Azoren.
  • Reisen wird teurer; Frühbucherrabatte bis April; flexibel beim Flughafen spart.
  • Alternative zu USA: Kanada; weniger überlaufen: Albanien, Montenegro, Slowenien, Georgien, Laos, Vietnam.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Wie schön wären ein wenig Wärme und Sonne. Wer zurzeit das Schmuddelwetter vor dem Fenster sieht, will am liebsten ganz weit weg. Das merkt man auch in den Ulmer Reisebüros – es ist viel los. Vorfreude ist eben die schönste Freude, also werden jetzt bei vielen Reisepläne gemacht. Wohin geht die Reise in diesem Jahr? „Allgemein stehen Kreuzfahrten hoch im Kurs und gewinnen insbesondere für Familien an Attraktivität. Zudem werden individuelle Angebote immer beliebter, wie Rundreisen in die nordischen Länder, etwa nach Norwegen“, sagt Matthias Seemüller, Leiter der ADAC-Geschäftsstelle und Reisebüro in Ulm.

Auch bei Elena Kanis im Südwest Presse + Hapag-Lloyd-Reisebüro zeichnen sich die ersten Trends für das Jahr 2026 ab: „Sehr gefragt sind Griechenland, Mallorca und die Kanaren. In den Wintermonaten zählen auch Fernreiseziele wie Thailand oder die Karibik zu den Favoriten.“ Matthias Seemüller ergänzt: „Auch die Liebe der Deutschen zu Italien ist 2026 ungebrochen. Statt der üblichen Städtetrips geht der Trend allerdings zu ländlichen Regionen, um Land und Leute besser kennenzulernen. Bei den exotischeren Zielen stehen Südafrika, Tansania und Namibia hoch im Kurs. Dort lassen sich wilde Tiere in freier Wildbahn erleben und die unberührte Natur genießen.“ Einen Geheimtipp hat Matthias Seemüller auch in petto: „Ganz stark im Kommen sind die Azoren. Sie überzeugen mit einem angenehmen Klima und einer wunderschönen Pflanzen- und Tierwelt.“

Reisen wird teurer

Nicht wegzudenken ist 2026 der klassische Strandurlaub in Ägypten, der Türkei oder in Griechenland. Diese Länder punkten mit einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis. Apropos: In den vergangenen Jahren sind die Preise für Urlaubsreisen stark gestiegen. Inflation und hohe Energiekosten haben Hotels und Flüge verteuert. Die Preisspirale dreht sich auch 2026 weiter, sagt  Matthias Seemüller: „Unsere Kunden sind preisbewusster geworden, ein gutes Preis-Leistungsverhältnis ist entscheidend.“ In den Reisebüros gibt es momentan noch die Chance auf Frühbucherrabatte. „Am meisten sparen kann man für gewöhnlich im Januar, aber auch bis April kann man sich noch gute Angebote sichern. Sparen lässt sich auch, wenn man bei der Wahl des Flughafens flexibel ist. Liegt dieser in einem Bundesland, in dem gerade keine Ferien sind, kann das um einiges günstiger sein.“

Faial: Vulkane und Seebären auf der blauen Insel der Azoren: ARCHIV - 17.05.2022, Portugal, Faial: Zum Themendienst-Bericht von Roswitha Bruder-Pasewald vom 20. Juni 2022: Blick auf Horta. Im Vordergrund ist die Bucht Porto Pim zu sehen. Einst landeten hier die Walfänger. (zu dpa: «Azoren wollen fast ein Drittel ihrer Gewässer schützen») Foto: Roswitha Bruder-Pasewald/dpa-tmn +++ dpa-Bildfunk +++

Geheimtipp Azoren,  hier der Blick auf Horta. Im Vordergrund ist die Bucht Porto Pim zu sehen.

Roswitha Bruder-Pasewald/dpa-tmn/dpa

Die gleichen Erfahrungen macht Elena Kanis: „Klassische Pauschalreisen sind für viele Familien aktuell deutlich teurer geworden, was dazu führt, dass Preise stärker verglichen, Reisezeiten angepasst oder Alternativen gesucht werden.“ Trotzdem sind die meisten auf die Schulferien angewiesen. Gerade für Familien sind die Sommerferien erfahrungsgemäß die erste Wahl, „Aber in den vergangenen Jahren haben die Oster- und Pfingstferien in der Beliebtheit stark aufgeholt. Dies liegt daran, dass hier die Preise etwas niedriger sind als im Sommer. Zudem gibt es viele Destinationen, die bereits zu dieser Zeit mit schönem Wetter punkten können“, sagt Seemüller.

Wer nach Zielen sucht, die nicht so überlaufen sind, für den haben die Reiseexperten auch Tipps auf Lager: „Albanien oder Montenegro“, sagt Seemüller. „Slowenien oder Georgien. Im Fernreisebereich empfehlen wir Teile Südostasiens wie Laos oder weniger touristische Regionen Vietnams. Sie bieten beeindruckende Natur, Kultur und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bei deutlich weniger Besucherandrang“, empfiehlt Elena Kanis.

Kanada - Banff National Park: 20.06.2025, Kanada, Lake Louise: Touristen spazieren um den Bow Lake in der Nähe der Bow Glacier Falls (im Hintergrund), wo ein Felssturz (hellgraue Fläche an der Felswand) Wanderer tötete und weitere verletzte. Foto: Jeff Mcintosh/Canadian Press via ZUMA Press/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++

Traumziel Kanada - hier der Lake Louise im Banff National Park.

Jeff Mcintosh/Canadian Press via ZUMA Press/dpa

Was für viele, die Reisen buchen, derzeit auch mit Sorge gesehen wird, sind die Krisen und geopolitischen Spannungen in verschiedensten Ländern der Welt. „Die Entwicklungen wirken sich auch auf das Buchungsverhalten aus. Einige lassen sich davon verunsichern und verzichten auf bestimmte Regionen, andere fragen gezielt nach Sicherheitsaspekten“, sagt Elena Kanis. Konkrete Beispiele hat Matthias Seemüller: „Beispielsweise hat das Interesse an den USA in den vergangenen Monaten abgenommen. Als Alternative werden bei uns vermehrt Kanada-Reisen gebucht.“

Die Reisetrends 2026

Die meisten Deutschen verbringen ihren Urlaub am liebsten immer noch in Deutschland. Auf Platz zwei folgt Spanien, vor Italien und der Türkei. Der deutsche Reiseverband sieht für 2026 starke Umsatzzuwächse bei Kreuzfahrten und Fernreisen. Ein Trend, der ebenfalls im Kommen ist: kürzer und bewusster zu reisen.