Reichsadler am Finanzamt Ulm
: Ermittlungen nach Sachbeschädigung an NS-Relikt eingestellt

Nur noch zwei Reichsadler als NS-Hinterlassenschaft gibt es an Gebäuden des Landes im Südwesten. Schäden an dem Reichsadler in Ulm hatten Ermittlungen der Polizei ausgelöst.
Von
Steffen Wolff
Ulm
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Die Neugestaltung ist Teil eines Wettbewerbs. (Archivbild)

Christoph Schmidt/dpa
  • Ermittlungen wegen Sachbeschädigung am Reichsadler in Ulm eingestellt.
  • Schäden am NS-Relikt sind witterungsbedingt, laut Staatsanwaltschaft.
  • Kunstwettbewerb zur Neugestaltung des Reichsadlers läuft bis April.
  • Nur zwei Reichsadler in öffentlichen Gebäuden in Baden-Württemberg.
  • SPD fordert Entfernung von Nazi-Symbolen aus öffentlichem Raum.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Staatsanwaltschaft Ulm hat die Ermittlungen wegen Sachbeschädigung am Reichsadler am Finanzamt Ulm eingestellt. Im November und Dezember waren Schäden an dem NS-Überbleibsel an der Fassade des Finanzamts entdeckt worden. Es sei davon auszugehen, dass es sich um witterungsbedingte Schäden handele, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Der Eigentümer des Gebäudes, der Landesbetrieb Vermögen und Bau Baden-Württemberg, hatte bereits in den vergangenen Wochen die Abplatzungen an beiden Flügeln als alters- und witterungsbedingte Schäden bezeichnet.

Nach Angaben des Finanzministeriums vom vergangenen Jahr gibt es nur noch zwei Reichsadler als Hinterlassenschaft des Nationalsozialismus an und in öffentlichen Gebäuden im Land. Der zweite befindet sich in der Stadthalle von Maulbronn (Enzkreis).

Reichsadler in Ulm soll neu gestaltet werden

Derzeit läuft ein Kunstwettbewerb zur Neugestaltung des Reichsadlers in Ulm. Die Schäden sollen laut Landesbetrieb in den Entwürfen berücksichtigt werden. Sechs Künstler sollen demnach bis Ende April ihre Entwürfe abgeben. Die Entscheidung über den Siegerentwurf soll im Sommer gefällt werden.

Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen wegen des Verdachts der Sachbeschädigung am Reichsadler am Finanzamt Ulm eingestellt – die Schäden seien offenbar witterungsbedingt. (Archivbild)

-/Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Ulm/dpa

Dabei gibt es immer wieder Forderung, Nazi-Symbole komplett aus dem öffentlichen Raum zu entfernen - unter anderem von Seiten der SPD. So hatte etwa deren Ulmer Abgeordneter Martin Rivoir bereits im Juni 2023 gefordert: „Nationalsozialistische Symbole haben auf öffentlichen Gebäuden nichts zu suchen.“ Und kritisiert: „Kaum wahrnehmbare Hinweistafeln, wie sie derzeit noch teilweise existieren, erfüllen den Zweck nicht.“

Mit Material von dpa.