Redaktionen im Streik
: Journalisten fordern "faire Bezahlung"

Mit einem Warnstreik und einer Aktion in der Fußgängerzone haben sich Journalisten in der Tarifauseinandersetzung zu Wort gemeldet. Es geht ihnen nicht nur um Geld.
Von
Chirin Kolb
Ulm
Jetzt in der App anhören
SWP Redakteure streiken

Plakate, Flyer und Gespräche: Die Journalisten machen in der Ulmer Innenstadt auf ihre Anliegen aufmerksam.

Matthias Kessler
  • Journalisten in Ulm streiken für faire Bezahlung.
  • Seit 2010 sind ihre Gehälter nur halb so stark gestiegen wie in anderen Branchen.
  • Warnstreik und Aktion in der Fußgängerzone mit etwa 30 Teilnehmern.
  • Verlegerverband bietet Zugeständnisse an; Gewerkschaften lehnen ab.
  • Berufseinsteiger und Jungredakteure besonders betroffen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

In schwierigen, aufgeheizten Zeiten mit oft kaum nachprüfbaren Wortmeldungen ist solider, gut recherchierter und ausgewogener Journalismus umso wichtiger. Doch die Bedingungen für die Arbeit werden herausfordernder, die Aufgaben zahlreicher, die Taktung gerade durch Online-Nachrichten schneller. Dafür müsse es eine "faire Bezahlung" geben. Mit dieser Argumentation haben sich Journalistinnen und Journalisten mehrerer Redaktionen, darunter der Südwest Presse in Ulm und der Neuen Württembergische Zeitung in Göppingen, an einem Warnstreik in Ulm beteiligt.

Auf Plakaten, mit Flyern und in Gesprächen mit Passanten machten die rund 30 Teilnehmenden auf ihre Anliegen aufmerksam. Seit 2010 seien die Tarifgehälter im Zeitungsjournalismus halb so stark gestiegen wie im Durchschnitt sämtlicher anderer Branchen. Die Journalisten seien von Gehaltsentwicklung in Deutschland abgekoppelt.

In den laufenden Tarifverhandlungen zwischen dem Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger sowie den Gewerkschaften DJV und DJU in Verdi ging es zunächst nicht nur um Gehaltssteigerungen und die Laufzeit des Tarifvertrags, sondern auch um den von der Verlegerseite geforderten Wegfall der Berufsjahresstaffel. Der Verlegerverband hatte zuletzt ein verbessertes Angebot vorgelegt und signalisiert, auf die Streichung der Berufsjahresstufen zu verzichten, wenn eine Gesamteinigung erzielt werde. Die Gewerkschaften halten das Angebot nicht für ausreichend. Vor allem für Berufseinsteiger und Jungredakteure werde der Beruf unattraktiver.

  • SWP Redakteure streiken

    Den streikenden Journalisten geht es um mehr als um Gehalt.

    Matthias Kessler
  • SWP Redakteure streiken

    In Gesprächen versuchen die Streikenden ihre Anliegen zu vermitteln.

    Matthias Kessler
  • SWP Redakteure streiken

    Vor allem Berufsanfänger seien von Gehaltseinbußen betroffen, hieß es.

    Matthias Kessler
  • SWP Redakteure streiken

    Auch Redakteurinnen und Redakteure der Südwest Presse beteiligten sich am Streik.

    Matthias Kessler
  • SWP Redakteure streiken

    Plakat beim Journalistenstreik.

    Matthias Kessler
  • SWP Redakteure streiken

    In der Tarifauseinandersetzung geht es auch ums Gehalt.

    Matthias Kessler
  • SWP Redakteure streiken

    Rund 30 Journalisten beteiligten sich an der Aktion in der Hirschstraße.

    Matthias Kessler
1 / 7