Rallye-Abenteuer
: In kleiner Fiat-Knutschkugel quer durch Bella Italia

Zwei Blaubeurer wagen sich in ein achttägiges Rallye-Abenteuer mit ihrem 53 Jahre alten Fiat 500. Zugunsten eines Gnadenhofs für Tiere im Allgäu.
Von
Thomas Spanhel
Blaubeuren
Jetzt in der App anhören
Wolfgang Eckle (rechts) und Hans Metzinger starten an diesem Freitag mit ihrem Fiat 500 aus dem Jahr 1973 von Blaubeuren aus zu einer achtägigen Italien-Abenteuer-Rallye bis Palermo.

Wolfgang Eckle (rechts) und Hans Metzinger starten an diesem Freitag mit ihrem Fiat 500 aus dem Jahr 1973 von Blaubeuren aus zu einer achtägigen Italien-Abenteuer-Rallye bis Palermo.

Thomas Spanhel
  • Zwei Blaubeurer fahren in acht Tagen im Fiat 500 von 1973 bis Palermo – ohne Navi.
  • Start ist am Samstag am Timmelsjoch, Tagesetappen sind etwa 300 Kilometer.
  • Navigation per Karte und Kompass, Übernachtung notfalls im Schlafsack.
  • Benefiz: Ziel sind mindestens 10.000 Euro Spenden für den Argenhof im Allgäu.
  • Auto erhielt Wartung, Ersatzteile an Bord – zusätzliche Punkte als „Slow Rider“.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Wenn Wolfgang Eckle neben seinem Fiat 500 von 1973 steht, kann man sich kaum vorstellen, dass der kräftige, große 61-Jährige überhaupt richtig in das kleine Auto passt. Aber von diesem Freitag an wird er zusammen mit seinem Co-Pilot Hans Metzinger in acht Tagen mit dem Oldtimer, der wegen seiner sympathischen Form auch als Knutschkugel bezeichnet wird, rund 2000 Kilometer quer durch Italien bis Palermo zurücklegen. Ein Abenteuer für die jungen Rentner, oldschool mit Karte und Kompass, ohne Navi und ohne Autobahn.

„Als ich vergangenes Jahr an der Amalfi-Küste unterwegs war, ist mir das schöne bergige Hinterland aufgefallen – und dass ich da mal gerne hinfahren würde“, berichtet Eckle über einen Auslöser für die ungewöhnliche Reise. Dann hatte ihn ein Freund aus seiner „Scuderia Mopedschrauber“-Gruppe auf die Rallye „Jupiter’s Flash“ aufmerksam gemacht, bei der es abseits der großen Straßen durch die schroffe Berglandschaft Norditaliens, entlang Zypressen gesäumter Wege der Toskana und an die zerklüfteten Küsten Süditaliens geht. Bei dieser Rallye kommt es nicht auf Geschwindigkeit an, sondern auf die Begegnung mit dem italienischen „Dolce Vita“, mit besonderen Orten und Leuten unterwegs – wenn Wertungsaufgaben zu Sehenswürdigkeiten in Verona oder in Kalabrien gelöst werden müssen. „Wie geil ist das denn!“, freut sich Eckle.

„Beauty Case bleibt zu Hause“

Los geht’s am Samstag auf dem 2474 Meter hoch gelegenen Timmelsjoch. Dort erhält das Team ein „Roadbook“ mit den Tageszielen und konkreten Aufgaben. Rund 300 Kilometer lang sind die Tagesetappen. „Dann nur mit Karte und Kompass zu navigieren, das ist Ehrensache“, sagt Co-Pilot Metzinger. Er und Eckle sind beste Freunde, haben schon manche Reise etwa auf alten Vespas quer durch die deutschen Alpen unternommen. Sie brauchen keinen Luxus, schlafen notfalls auch im Schlafsack: „Der Beauty Case bleibt zu Hause“, merkt Metzinger schmunzelnd an. Beide freuen sich stattdessen auf „Benzin-Gespräche“ mit anderen Teams am Abend – denn bei der Rallye fahren rund 90 stilvolle Karossen mit wie etwa Alfa Romeo Spider, Ferrari 308 oder ein alter Porsche 944.

Eckle liebt alte italienische Fahrzeuge. Insgesamt hat er 92 Oldtimer, vor allem Vespas und Motorräder, aber auch besondere Autos. Manche sind ausgestellt in den Räumen des früheren Ladens Wollschacht am Blaubeurer Kirchplatz. Die Rallye anzugehen mit dem kleinen Fiat, nur 18,5 PS und einer Höchstgeschwindigkeit von 88 Stundenkilometer, hat jedenfalls einen besonderen Reiz. „Langweilig darf’s ja nicht sein.“ Bedenken, dass der Oldtimer die lange Fahrt nicht durchhält, hat Eckle nicht. Auch wenn die beiden Männer mit Sporttaschen und Werkzeugkasten im Gepäck wohl nur knapp unter dem zulässigen Gesamtgewicht von 845 Kilo für das Auto liegen werden. Er kennt seinen Fiat Cinquecento als zuverlässig. War schon mit ihm in Italien und hat dort auch schon mal eine kaputte Antriebswelle ausgetauscht.

Als ausgebildeter Elektrotechniker und erfahrener Schrauber weiß Eckle anzupacken, wenn das übersichtliche, auffällig gestaltete Auto Mucken machen sollte. Er hat ein „Erste-Hilfe-Paket“ mit Zündkerzen oder Keilriemen dabei. Und natürlich erhielt die Knutschkugel in den vergangenen Wochen einen Rundum-Check und unter anderem neue Bremsen, neue Stoßdämpfer und Auspuff-Topf. Als langsamer „Slow Rider“ sind der Knutschkugel jedenfalls zusätzliche Rallye-Wertungspunkte sicher. Ansonsten ist das Motto: Mit vielen schönen Erlebnissen im Gepäck gut ankommen!

Spenden zugunsten des Argenhofs im Allgäu

Die Fahrt ist mit einer Benefiz-Aktion verbunden: Jedes Team hat sich ein gemeinnütziges Spendenprojekt gesucht und sammelt dafür Geld. Das Blaubeurer Team will mindestens 10.000 Euro einfahren. Und schon vor dem Rallye-Start sind über 6000 Euro für den Argenhof im Allgäu zusammengekommen – auch dank einiger Unterstützer, deren Logos bereits auf dem Auto kleben. Eckles Lebenspartnerin Christl Stier hatte den 2024 mit dem Tierschutzpreis versehenen Gnadenhof für alte und kranke Tiere schon länger als sinnvolle Einrichtung entdeckt und beiden ist die Unterstützung des Hofs inzwischen ein großes Anliegen: Dort finden rund 180 Tiere für ihre letzten Monate „ein glückliches Zuhause“, bekommen Futter, Versorgung und tierärztliche Betreuung, berichtet Eckle.

Das Rallye-Projekt und seine Spendenaktion

Die „Jupiter's Flash“-Rallye ist schon einige Male vom Hamburger „Superlative Adventure Club“ veranstaltet worden. Die Teilnahme kostet pro Team 1500 Euro. Es werden unter anderem Start- und Abschlussevent geboten, auf halber Strecke wartet eine Party.

Wer das Blaubeurer Team bei seiner Spendenaktion für den Argenhof unterstützen will oder sich für aktuelle Infos zum Rennverlauf interessiert, kann sich unter eckle.w@t-online.de melden.

Wolfgang Eckle (rechts) und Hans Metzinger starten an diesem Freitag mit ihrem Fiat 500 aus dem Jahr 1973 von Blaubeuren aus zu einer achtägigen Italien-Abenteuer-Rallye bis Palermo.

Wolfgang Eckle (rechts) und Hans Metzinger starten an diesem Freitag mit ihrem Fiat 500 aus dem Jahr 1973 von Blaubeuren aus zu einer achtägigen Italien-Abenteuer-Rallye bis Palermo.

Thomas Spanhel