Psychische Gesundheit: Tipps gegen den Spätsommerblues
AnzeigeDie kürzer und dunkler werdenden Tage können ein Stimmungskiller sein. Doch es gibt viele Möglichkeiten, zu reagieren.

Im Spätsommer werden die Sonnenstrahlen wieder knapper.
Karen _ AdobeStockSpätsommer-Blues? Was ist das? Obwohl der Begriff nicht wissenschaftlich gängig ist, ist das Phänomen real und gut dokumentiert: Viele fühlen sich gegen Ende des Sommers unmotiviert, nostalgisch oder leicht traurig. Diese emotionale Phase wird im Englischen z. B. als End-of-Summer-Blues oder September-Scaries bezeichnet, zum Beispiel im britischen Guardian.
Warum fühlen wir uns so?
- Verlust und fehlende Struktur: Nach freier Sommerzeit wird der Übergang zurück zu Routine oft als abrupt empfunden
- Biologische Veränderungen: Weniger Tageslicht bedeutet weniger vom Gute-Laune-Hormon Serotonin, mehr Melatonin sorgt für gedrücktere Stimmung
- Erwartungsdruck und Selbstvorwürfe: Das Gefühl, den Sommer nicht ausreichend genutzt zu haben
- Angst vor Kontrollverlust oder der Zukunft: Menschen erleben ein Spannungsfeld zwischen Vertrautem und Ungewissem
Was können wir selbst tun?
Das Wetter verändern oder die Zeit zurückdrehen stehen leider nicht zur Debatte. Viel eher können wir an der eigenen Einstellung arbeiten. Zum Beispiel:
- Akzeptieren, dass sich die Jahreszeit ändert und der Sommer vorbei ist, statt gegen die unguten Gefühle anzukämpfen. Es kann auch hilfreich sein, die verschiedenen Gefühle konkret zu benennen und mit Freunden oder Familie darüber zu sprechen – dabei kann sich oft herausstellen, dass man nicht alleine ist. Verdrängung ist kein guter Weg.
- Rituale und Erinnerungen schaffen. Zum Beispiel aus den Fotos vom Smartphone eine Collage oder ein Fotoalbum erstellen, eine Playlist erstellen, die entweder an den Sommer erinnert oder auf den Herbst einstimmt, oder sogar ein persönliches Ritual, alleine oder mit vertrauten Menschen, mit dem der Sommer verabschiedet wird.
- Pläne schmieden! Kleine oder mittelfristige Ziele wie Ausflüge oder spätsommerliche „Getaways“ in wärmere Regionen schaffen Vorfreude und heben die Stimmung.
Manche Menschen beginnen jetzt ein neues Hobby, melden sich in einem neuen Sportkurs an oder erstellen eine kleine Leseliste fürs Regenwetter. Das motiviert und schafft innere Struktur. - Licht und Bewegung – Gutes für Körper & Seele
Wenn möglich ist es jetzt besonders gut für Körper und Seele, das natürliche Licht zu genießen. Spazieren gehen, Radfahren, an der frischen Luft sein hilft erwiesenermaßen gegen melancholische Stimmung. - Eine klare Tagesstruktur mit Schlaf, Bewegung und Ernährung stärkt die Resilienz.
- Selbstfürsorge betreiben kann bedeuten, bewusst auf die Schlafqualität zu achten, sich ausgewogen zu ernähren, ausreichend Wasser zu trinken und sich zu bewegen – das sind Grundbausteine emotionaler Stabilität.
- Zum Stift greifen: Sorgen aufschreiben und rational prüfen – viele Ängste lassen sich so entmystifizieren.
- Dem Herbst positiv begegnen: denn er kann auch goldene Sonnenstunden, bunte Wälder, jede Menge Kürbissuppen, viel Gemütlichkeit und neue Routinen bringen
- Unterstützung suchen, wenn’s nötig ist: Hält die Niedergeschlagenheit an oder schlägt in depressive Verstimmung um? Dann sollte professionelle Hilfe in Betracht gezogen werden.