Protest gegen Elbit Systems: Aktivisten hissen Banner auf dem Ulmer Wochenmarkt

Während des Ulmer Wochenmarkts protestieren Aktivisten gegen das israelische Rüstungsunternehmen Elbit Systems. Die Polizei holte Kletterer von Fahnenmasten herunter.
Samuel Tschaffon- Aktivisten protestieren in Ulm gegen Elbit Systems mit Bannern und Parolen auf dem Münsterplatz.
- Kampagne „Shut Elbit Down“ wirft dem Unternehmen „Geschäfte mit dem Genozid“ vor.
- Polizei dokumentiert die Protestaktion, ein Anti-Konflikt-Team ist vor Ort.
- Demonstration vom Münsterplatz ins Protestcamp am Samstag geplant, weitere Aktivisten erwartet.
- Ermittlungen zu Anschlag auf Elbit Systems am 8. September mit Millionenschaden dauern an.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Protest der Kampagne „Shut Elbit Down“ gegen das israelische Rüstungsunternehmen Elbit Systems mit Standort in Ulm schlägt weiter Wellen: Abgesehen von dem Protestcamp, das am Mittwoch startete und bis Sonntag dauern soll, und einer für Samstagnachmittag geplanten Demonstration macht sich der Widerstand auch am Samstagmorgen auf dem Münsterplatz bemerkbar. Die propalästinensischen Aktivisten untermauern ihren Protest gegen den Gaza-Krieg mit einem großen Banner, das sie vor dem Münster gehisst haben, und rufen Parolen wie „Free Palestine“.
Zwei Beteiligte sind auf die Fahnenmasten geklettert, einer von ihnen ruft: „Ulm hat sich auf die Fahne geschrieben, Kinder zu retten. Aber was ist mit Kindern in Gaza?“ Die Protestler sprechen auch Passanten an, die auf dem Wochenmarkt ihre Einkäufe tätigen. Manche zeigen sich interessiert, andere genervt – etwa weil sie durch die Aktion nicht an die Marktstände rankommen, wie SWP-Reporterinnen beobachtet haben. In jedem Fall erregt die unangemeldete Aktion großes Aufsehen. Ein Standbetreiber beschwert sich, er könne bei dem Lärm seine Kunden nicht verstehen.
Polizei patrouilliert bei Protest auf Ulmer Wochenmarkt
Die Polizei ist mit einem Anti-Konflikt-Team angerückt und läuft Patrouille übers Marktgelände, dokumentiert die Aktion auch mit Videoaufnahmen. Auch ein Einsatzfahrzeug der Feuerwehr ist vor Ort. Die Deutsche Presseagentur (dpa) berichtet zudem von Platzverweisen an einige der demnach rund 20 Demonstrierenden. Die Aktion ist Polizeiangaben zufolge nach einem friedlichen Verlauf mittlerweile aufgelöst.
Auseinandersetzung im Protestcamp bei Elbit Systems
Die Aktivisten werfen dem Unternehmen Elbit Systems, das weltweit Aufträge in den Bereichen Luftfahrt, Elektronik, Verteidigung und Sicherheitslösungen ausführt und unter anderem Systeme für die Bundeswehr herstellt, „Geschäfte mit dem Genozid“ vor und wollen nach eigener Aussage mit ihrem Protest Aufmerksamkeit dafür erzeugen und Unterstützer gewinnen. Dies solle friedlich vonstattengehen, hieß es.

Beim Abhängen der Banner ist die Feuerwehr im Einsatz. Einer der Aktivisten wird mit der Leiter nach unten befördert.
Beate RoseAm Donnerstag kam es im Protestcamp jedoch zu Spannungen und gewaltsamen Auseinandersetzungen, gegen die die Polizei einschritt. Seitdem verläuft es auf dem von Polizisten bewachten Gelände wohl wieder friedlich. Zum Demozug, der am Samstag vom Münsterplatz ins Camp führen soll, sollen weitere Aktivisten aus anderen Regionen anreisen und dort auch ihre Zelte aufschlagen.
Anschlag auf Elbit Systems am 8. September
Ermittlungen zu einem Anschlag auf Elbit Systems am 8. September, der einen Schaden von etwa einer Million Euro verursacht hat, dauern an. „Shut Elbit Down“ hatte nach Aussage eines Sprechers „keinen Kontakt zu den Tatverdächtigen“, verurteile die Tat jedoch nicht.
