Poser und Tuner
: Die Polizei macht Ernst und kontrolliert verstärkt die Tuning-Szene

In Erbach und Blaustein wurden am Wochenende ein paar junge Fahrer mit ihren aufgemotzten Autos erwischt: Ihnen droht ein Bußgeld oder sie müssen die Mängel beseitigen.
Von
Helga Mäckle
Erbach/Blaustein
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Autoliebhaber treffen sich zu „Harzer-Oster-Tuning“: 19.04.2025, Sachsen-Anhalt, Blankenburg: Rund 160 Dezibel erzeugen diese Lautsprecherboxen in einem Fahrzeug auf dem «Harzer-Oster-Tuning» Treffen. Das Treffen lockte mehr als 200 Fahrzeuge nach Blankenburg. Foto: Matthias Bein/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Diese Boxen machen sicherlich einen ordentlichen Sound. Ob das allen gefällt, was da aus den Autotüren dröhnt? Eher zweifelhaft.

Matthias Bein/dpa
  • Polizei verstärkte Kontrollen der Tuning-Szene in Erbach und Blaustein.
  • Zwei Fahrer erhielten Bußgelder für unnötigen Lärm.
  • Autos mit schweren Mängeln müssen repariert und überprüft werden.
  • Anwohner klagen über laute Autos, besonders an "Car-Freitag".
  • Polizei richtete E-Mail-Adresse für Meldungen ein: ulm.pp.poser@polizei.bwl.de.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Zwei Autofahrer seien den Polizeibeamten aufgefallen, weil sie„ unnötig Lärm“ verursachten, schreibt das Polizeipräsidium Ulm über zwei junge Autofahrer, die am Samstagabend in Erbach kontrolliert worden sind.  Man ahnt es: Die Polizei kontrollierte die Poser- und Tuning-Szene in der Region, und die beiden Männer im Alter von 20 und 23 Jahren ließen entweder die Motoren ihrer Autos aufheulen oder aber die Reifen durchdrehen. Für diesen „unnötigen Lärm“ bekommen die beiden nun ein Bußgeld in Höhe von mindestens 80 Euro aufgebrummt.

Auch am Sonntag kontrollierte die Polizei die Szene, dieses Mal in Blaustein. An der Ran-Tankstelle in der Kurt-Mühlen-Straße und den benachbarten Parkplätzen von Aldi und Lidl treffen sich regelmäßig die – meist – jungen Männer, um ihre PS-starken Autos anzuschauen, zu vergleichen und über technische Details zu fachsimpeln. An sich ist das kein Vergehen, aber Sonntagabend fielen den Polizisten in Blaustein an der Tankstelle eben auch zwei Fahrer und ihre Autos auf. Sie hatten ihre Autos technisch umgebaut, man kann auch sagen manipuliert, dass sie laut Polizeibericht schwerwiegende Mängel aufwiesen und ihre Betriebserlaubnis daher erlosch.

Laut der Mitteilung durften beide zwar weiterfahren, sie müssen nun aber besagte Mängel an ihren Autos beseitigen und diese dann einem Gutachter vorstellen und von ihm überprüfen lassen.

Anwohner beschweren sich

Damit macht die Polizei Ernst mit ihrer Ankündigung, mehr Augenmerk auf die Poser- und Tuning-Szene zu legen. In Ulm, Neu-Ulm, in Blaustein, Erbach und Langenau  – immer wieder beschweren sich Anwohner über die Autos, die mit aufheulenden Motoren durch die Gegend fahren, bewusst Schubknallen provozieren und so manchem Anwohner den Schlaf rauben.

Insbesondere an Karfreitag, den die Szene in Car-Freitag umbenannt hat, kontrollierte die Polizei alleine im Bereich des Polizeipräsidiums Ulm mit 50 Beamtinnen und Beamten Mitglieder der Szene. Sie hat sogar eine E-Mail-Adresse eingerichtet, unter  ulm.pp.poser@polizei.bwl.de können Bürgerinnen und Bürger auffällige Autos melden, mit Angabe von Tag, Uhrzeit, Ort, Kennzeichen, Farbe und Typ des Fahrzeugs und einer Beschreibung des auffälligen Verhaltens.