Polizeieinsatz am Ulmer Hauptbahnhof
: Ermittler lassen viele Fragen zur Bombendrohung offen

Was steckt hinter der Drohung, einen in Ulm haltenden ICE in die Luft zu jagen? Die Polizei ermittelt intensiv, hält sich aber zu den Hintergründen bedeckt.
Von
Ulrike Schleicher
Ulm
Jetzt in der App anhören
Großeinsatz der Polizei am Ulmer Hauptbahnhof: Beamte der Bundes-, Landes- und der Ulmer Polizei haben am Montagabend den Bereich abgesperrt.

Großeinsatz der Polizei am Ulmer Hauptbahnhof: Beamte der Bundes-, Landes- und der Ulmer Polizei haben am Montagabend den Bereich abgesperrt.

Volkmar Könneke

Schlussendlich ist alles gut gegangen. Aber das war am Montagabend gegen 19 Uhr zunächst nicht klar. Etwa um diese Zeit begann ein großangelegter Einsatz der Bundespolizei und der aus Ulm rund um den Ulmer Hauptbahnhof. Gleise wurden gesperrt, ein ICE auf Gleis 1 wurde evakuiert. Die Zuggäste wurden durchsucht und Spürhunde suchten die Waggons ab.

Grund war eine schriftliche Drohung, die gegen 18.15 Uhr im E-Mail-Account der Bundespolizei in Stuttgart einging, wie ein Sprecher der Bundespolizeiinspektion Stuttgart auf Anfrage sagt. Darin, so kann man spekulieren, stand, dass im ICE von München nach Basel Sprengstoff versteckt sei.  Gegen 20.30 Uhr war der Einsatz der Polizei beendet. Das Ergebnis: Im Zug habe sich kein Sprengstoff gefunden. Die Passagiere stiegen wieder ein, der Zug fuhr Richtung Stuttgart weiter. Gefahr für die Bevölkerung habe nicht bestanden, sagt der Sprecher erneut. Damit seien allerdings die Menschen gemeint gewesen, die sich in der Innenstadt aufgehalten hätten. Also in Distanz zum Hauptbahnhof. Gefährlich hätte es unmittelbar im ICE natürlich schon sein können.

Keine Angaben zu Ermittlungsstand

Die Bundespolizei hat nicht nur den Einsatz geleitet, sie wird auch die weiteren Ermittlungen leiten. Zunächst hatte am Dienstagmorgen (25.6) noch geheißen, der Fall werde aus Gründen der verschiedenen Zuständigkeiten den Ermittlungsbehörden in Ulm übertragen. Auf die Frage, ob die Drohung in Zusammenhang mit Islamisten steht, die im Vorfeld der Fußball-EM Terroranschläge angekündigt hatten, könne man nicht antworten, so der Sprecher in Stuttgart. Die Ermittlungen liefen. Zu Motiven und Hintergründen, sowie zum genauen Inhalt der schriftlichen Drohung mache man aus ermittlungstaktischen Gründen keine Angaben. Denn das E-Mail enthalte „Täterwissen“ .