Polizeibilanz zu Silvester
: 18-Jähriger stirbt in Koblenz, Angriffe auf Polizeibeamte in Freiburg

In der Silvesternacht hat die Polizei bundesweit ihre Sicherheitsvorkehrungen erhöht. Große Ausschreitungen wie in den vergangenen Jahren gab es nicht. Dafür aber einen Toten.
Von
Amelie Schröer
Berlin
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Einsatzkräfte der Polizei sichern eine Silvesterveranstaltung am Stuttgarter Schlossplatz.

Jason Tschepljakow/dpa

Mit vielen Feuerwerken und Partys haben die Menschen in Deutschland in dieser Nacht das neue Jahr begrüßt. Nach den Krawallen in der Silvesternacht in den vergangenen Jahren wurden bundesweit die Sicherheitsvorkehrungen und Präsenz der Polizei zu Neujahr deutlich erhöht. Größere Ausschreitungen blieben in diesem Jahr nach Angaben der Polizei aus. Dennoch wurden in einigen Städten Strafanzeigen gestellt. Auch ein Mann starb in Koblenz durch Feuerwerkskörper. Ein Überblick über die Silvesternacht.

Ausschreitungen mit Pyrotechnik am Alexanderplatz

Rund 230 Festnahmen und rund 15 verletzte Beamte vermeldete die Polizei in Berlin bis 2:30 Uhr über den Onlinedienst X (vormals Twitter) mit. An zahlreichen Orten im gesamten Stadtgebiet wurden Einsatz- und Rettungskräfte demnach mit Pyrotechnik, Schreckschusswaffen und Flaschen angegriffen. Gegen 03:00 Uhr beruhigte sich die Lage Polizeiangaben zufolge wieder.

Bereits vor Mitternacht bewarfen sich am Neptunbrunnen, unweit des Alexanderplatzes, rund 500 Menschen mit Pyrotechnik. Als Beamte der Polizei einschritten, wurden sie eigenen Angaben zufolge von einer 200-köpfigen Gruppe mit Feuerwerkskörpern beschossen. Mehrere Menschen wurden laut der Berliner Polizei festgenommen.

In Gropiusstadt im Bezirk Neukölln wurde Polizeiangaben zufolge ein geparkter Einsatzwagen mit einer Kugelbombe beschossen und so stark beschädigt, dass er aus dem Einsatz genommen werden musste. Ebenfalls in Neukölln kam es zu neun Festnahmen, nachdem Menschen versucht hatten, aus Glasflaschen, Stofffetzen und Benzin Molotow-Cocktails zu basteln.

80 Menschen in Freiburg attackieren Polizisten

Wenig friedlich verlief die Silvesternacht auch im Freiburger Stadtteil Stühlinger. Dort waren Polizeibeamte in den frühen Morgenstunden mit dem Hinweis auf Straßenbarrikaden gerufen worden. Vor Ort fanden sie eine einen Pkw-Anhänger quer auf der Straße vor. Unmittelbar nach dem Eintreffen seien die Streifen nach Informationen der Polizei angegriffen worden. Demnach ging eine Gruppe von etwa 80 Menschen mit Feuerwerkskörpern auf die Streifen los. Eine Beamtin wurde dabei leicht verletzt.

Keine „schwerwiegenden Vorkommnisse“ in Stuttgart

Eine erste positive Bilanz zog auch die Stuttgarter Polizei. Auch sie war mit einem Großaufgebot in der Silvesternacht im Einsatz, vermeldete aber einen grundsätzlich ruhigen Abend. Bis um 04:00 Uhr am Montag nahmen die Beamten eigenen Angaben zufolge rund 30 Anzeigen auf, darunter vor allem Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz. Laut Polizeiangaben kam es zu keinen „schwerwiegenden Vorkommnissen“.

Friedlich feierten tausende Menschen auf dem Schlossplatz, dessen Eingänge kurz vor Mitternacht aufgrund des großen Andrangs geschlossen wurden. Schwerwiegende Vorkommnisse gab es laut Polizeiangaben vom frühen Montagmorgen nicht. Es habe rund 30 Anzeigen wegen möglicher Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz gegeben. Die Stadt Stuttgart hatte auch in diesem Jahr eine Feuerwerksverbotzone in der Innenstadt eingerichtet.

Derweil vermeldete das Klinikum Stuttgart mehr Gesichtsverletzungen in der Silvesternacht als in den Vorjahren. Patienten hätten zu nah am explodierenden Feuerwerk gestanden oder im Moment der Explosion hineingeschaut, berichtete Oberarzt Alexander Krohn aus der Notaufnahme am Montagmorgen: „Dabei kam es zu schwersten Verbrennungen und erheblichen Gesichtsverletzungen, einschließlich knöcherner Verletzungen des Gesichtsschädels.“ Drei Patienten müssen sogar um ihr Augenlicht bangen.

18-Jähriger stirbt in Koblenz

Tödlich endete dafür das neue Jahr für einen 18-Jährigen in Koblenz: Er verletzte sich beim Zünden eines Böllers so stark, dass er trotz Reanimationsversuchen starb. Nach Informationen des SWR ereignete sich das tragische Unglück bereits um 20.55 Uhr.

In Köln wurden die Sicherheitsmaßnahmen für die Silvesternacht rund um den Dom noch einmal verstärkt. Rund 1000 Polizisten waren laut dem Leiter der Verkehrsdirektion der Kölner Polizei, Frank Wißbaum, im Einsatz, um den Bereich abzusichern und die Bevölkerung zu schützen. Zuvor hatte die Kölner Polizei mitgeteilt, drei weitere Terrorverdächtige im Zusammenhang mit möglichen Anschlagsplänen auf den Dom in Gewahrsam genommen zu haben.

Mit Informationen von dpa.