Perseiden über Ulm
: Wann und wo Sie die Sternschnuppen heute Nacht sehen können

In der Nacht auf Dienstag (12. auf 13. August) verglühen bis zu 100 Meteoren pro Stunde am Nachthimmel. Ein Experte der Sternwarte Laupheim gibt Tipps zum Beobachten.
Von
Lena Angerer,
Doreen Matschuk
Ulm
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A Stäere! Mit m Schwänzle! Awwer kanner hat n gseeche. Alli zu beschäfdicht.

epa05476386 A meteorite of the swarm of meteorites Perseida burns up in the atmosphere above San Miguel de Aguayo village, in Cantabria, northwest Spain, early 12 August 2016. The Perseid meteor shower is seen every August when the Earth passes through a stream of space debris left by Comet Swift-Tuttle. EPA/PEDRO PUENTE HOYOS ++ +++ dpa-Bildfunk +++

Um die Perseiden zu sehen, braucht man kein Fernglas. Nur freie Sicht auf den Himmel und möglichst keine Lichtquellen in der Nähe.

picture alliance / dpa / Pedro Puente Hoyos

Es ist Urlaubszeit, es sind Sommerferien und das Wetter ist gut! Das heißt auch, die Nächte sind lang und lau. Die Perseiden kommen also gerade zur richtigen Zeit. So heißt ein Meteorstrom, der uns jedes Jahr in der ersten Augusthälfte viele Sternschnuppen beschert. In diesem Jahr erreicht das Phänomen seinen Höhepunkt in der Nacht von Montag (12.08.) auf Dienstag (13.08.).

Etwa 20 bis 40 Meteore, im Volksmund Sternschnuppen genannt, werden dann pro Stunde am Nachthimmel verglühen, erklärt Sebastian Ruchti. Er ist Amateur-Astronom und Mitglied der Volkssternwarte Laupheim. Zu Spitzenzeiten können es sogar bis zu 100 Stück pro Stunde werden – da eine Sternschnuppe zu entdecken, dürften selbst den größten Pechvögeln gelingen. Noch dazu „sind meistens auch ein paar helle dabei“, sagt Ruchti.

Was steckt hinter dem Phänomen Sternschnuppe?

Meteore sind Staubteilchen, die in der Atmosphäre verglühen. Bei den Perseiden gehören sie zu dem Kometen 109P/Swift-Tuttle. Jedes Jahr kreuzt die Erde die Flugbahn des Kometen und zieht dabei seine Meteore in ihre Atmosphäre. Dort verglühen sie. Das sehen wir als Sternschnuppen. Die Bezeichnung „Perseiden“ geht zurück auf das Sternbild Perseus, vor dem die Meteore erscheinen. Die Perseiden sind übrigens bei weitem nicht der einzige Meteorstrom, lediglich der bekannteste. Andere Meteorströme sind beispielsweise die Leoniden oder Aquariiden.

Perseiden: ARCHIV - 13.08.2023, Schleswig-Holstein, Neumünster: Ein Perseidenmeteor zieht über den Himmel gegen 04:00 Uhr MESZ in Neumünster (Stadtteil Tungendorf). (zu dpa: «Sternschnuppen über dem Südwesten: Hier kann man sie sehen») Foto: Marco A. Ludwig/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Ein Perseidenmeteor zieht über den Himmel in Neumünster. Doch auch in Ulm ist das Spektakel am Nachthimmel zu bewundern, wenn die Umstände stimmen.

Marco A. Ludwig/dpa

Wann sieht man die Sternschnuppen am besten?

So weit, so gut, aber wie kann man die Sternschnuppen am besten beobachten? „In der zweiten Nachthälfte, also nach Mitternacht, sind es meistens mehr“, sagt der Amateur-Astronom. Dann bewegen wir uns mit der Erde „in Fahrtrichtung“ mit dem Meteorstrom. Er vergleicht es mit Regen auf der Windschutzscheibe: Beim Vorwärtsfahren landen mehr Tropfen auf der Scheibe, als beim Rückwärtsfahren.

Beim Schnuppen-Gucken Licht vermeiden

Abgesehen vom Wetter und der freien Sicht auf den Himmel sei die Lichtverschmutzung beim Beobachten der bestimmende Faktor. Deshalb habe man in der Stadt schlechtere Karten. Auch auf dem Land sollte man Straßenbeleuchtung und andere Lichtquellen meiden. Der Mond bereitet dieses Jahr keine Probleme: „Der geht relativ bald unter“, sagt Ruchti.

Hat man das passende Plätzchen auserkoren, ist nur noch die Blickrichtung wichtig. Die Perseiden bewegen sich von Norden nach Süden. „Man setzt sich einfach gemütlich in einen Liegestuhl oder legt sich auf eine Picknickdecke mit dem Kopf im Norden.“ Theoretisch so lange, bis es wieder hell wird. Genug Zeit also, um die Wunschliste gründlich abzuarbeiten.

Wetteraussichten und Top-Spots in Ulm

Wer es trotz der Lichtverschmutzung in Ulm versuchen möchte, mit dem Sternschnuppengucken, kann es auf Anhöhen oder Bergen versuchen. Gute Aussichtspunkte sind beispielsweise:

  • am oberen Berghof
  • am Hochsträß
  • an der Wilhelmsburg

Auch die Temperaturen dürften in Ulm dank der aktuellen Hitzewelle nachts noch zwischen angenehmen 15 bis 20 Grad liegen. Nur die Wolken könnten die Sicht ein wenig behindern. Manche Wetterportale sagen bisher leichte Bewölkung vorher.

Im Volksmund heißen die Augustmeteore übrigens Laurentiustränen. Der Name erinnert an den Heiligen Laurentius, der am 10. August des Jahres 258 unter der Herrschaft des römischen Kaisers Valerian den Märtyrertod starb. Seither regnete es der Legende zufolge an diesem Tag stets feurige Tränen.

Das ist beim Fotografieren der Sternschnuppen zu beachten

Wer die Perseiden fotografieren will, kann sogar mit dem Smartphone gute Ergebnisse erzielen. Nur Druckqualität sollte man nicht erwarten. Anders sieht es bei der Spiegelreflexkamera oder Systemkamera aus. Mit den passenden Einstellungen stehen die Chancen auf sensationelle Bilder in der Nacht zu Dienstag sehr gut. Absolut unerlässlich sind dabei ein möglichst dunkler Ort und ein Stativ für die Langzeitbelichtung. Hier in aller Kürze die notwendigen Einstellungen.

Die wichtigsten Kamera-Einstellungen auf einen Blick

  • Blendenzahl (f-Zahl) klein (je kleiner, desto heller)
  • Belichtungszeit zwischen 15 und 30 Sekunden (je länger, desto heller)
  • ISO-Zahl zwischen 800 und 1600 (je höher, desto mehr Bildrauschen, aber auch höhere Lichtempfindlichkeit)
  • Kein Bildstabilisator
  • Manueller Fokus auf „unendlich“
  • Fern- oder Selbstauslöser

Euch ist tatsächlich eine Sternschnuppe vor die Linse geflogen?

Dann schickt uns euer Foto zusammen mit ein paar Infos zum Entstehungsort an online-redaktion@swp.de. Wer mit Namen und Wohnort genannt werden möchte, schreibt das am besten dazu, ebenso wie eine Telefonnummer für Rückfragen.